Visitenkarten in Zeiten von Corona?

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Visitenkarten werden überwiegend im geschäftlichen Bereich verwendet. In Zeiten von Corona stellt sich die Frage, ob man sie überhaupt noch einsetzen sollte.

Wer nutzt Visitenkarten und zu welchem Zweck?

Geschäftsleute, Vertreter, Manager, Repräsentanten verschiedener Bereiche nutzen Visitenkarten, um die eigenen Kontaktdaten ihrem Gegenüber zu übermitteln. Gerade auf Messen und Veranstaltungen wurden sie bislang zur Kundenakquise übergeben. Der Kartenempfänger erhält somit erste wichtige Informationen von seinem Gegenüber. Die gegenseitige Vorstellung und Kontaktaufnahme wird erleichtert. Darüber hinaus bleibt einem der Karteninhaber in Erinnerung. Die Visitenkarte lässt sich zielgerichtet archivieren oder findet sich sicherlich irgendwann einmal wieder.

Visitenkarte als persönliches Aushängeschild

Mit der Karte offenbart der Inhaber ein Teil seiner Persönlichkeit. Sie gibt Auskunft über den akademischen Grad und die Position innerhalb eines Unternehmens. Sie ist somit auch ein wichtiges Statussymbol, denn Titel wie CEO, Prokurist, Account-Manager, Abteilungsleiter etc. geben damit auch Auskunft über die Bedeutung innerhalb der Firma. In Japan ist das Aushändigen der Visitenkarte eine altbewährte Tradition und kaum wegzudenken. Ein Geschäftsmann ohne Visitenkarte ist für die Japaner bedeutungslos.

Sind Visitenkarte noch zeitgemäß?

Digitaler Wandel lässt unsere persönlichen Daten verstärkt im Internet auftauchen. Man findet Vitae, persönliche Daten und Kontaktmöglichkeiten auf eigenen Webseiten, als Signatur in Emails oder auf Social-Media-Plattformen. Viele arbeiten im Home-Office. Konferenzen, Treffen, Meetings werden in Zeiten von Corona via Telefonkonferenz abgehalten. Da stellt sich die berechtigte Frage, ob man die Visitenkarten überhaupt noch braucht.
Der persönliche Kontakt wurde wegen der gefährlichen Corona-Pandemie in den letzten Monaten auf ein Minimum reduziert. Das wirtschaftliche und private Leben stand sogar einige Monate still. Messen, Events, Versammlungen mit vielen Menschen wurden abgesagt und sogar untersagt. Die Virologen warnen vor Menschenansammlungen, bei denen das Corona-Virus leicht von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden kann. Von Händeschütteln wird dringend abgeraten. Ein Abstand von 1,5 bis 2 Metern sollte zu seinem Gegenüber eingehalten werden. Auch Gegenstände, an denen infizierte Tröpfchen haften, könnten eine Ansteckung mit dem Virus bedeuten, wenn sie über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Auch Visitenkarten könnten mit dem gefährlichen Virus behaftet sein.
Im Rahmen der Nachhaltigkeit und dem steigenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung kritisieren Gegner der Visitenkarte, dass durch ungenutzte Visitenkarten die Umwelt verschmutzt und wertvolle Ressourcen verbraucht würden.
Außerdem seien die Kosten für Entwerfen, Drucken und Aktualisieren von Visitenkarten als Kritikpunkt nicht von der Hand zu weisen.

Sind Visitenkarten in Zeiten von Corona vertretbar?

Zuerst sollte man sich ansehen, wie lange Corona-Viren auf Oberflächen überleben. Die Überlebenszeit ist unterschiedlich. Je nach Oberflächen-Material, Luftfeuchtigkeit und Temperatur schwankt sie zwischen zwei Stunden bis neun Tagen. Auf Papier und Karton überlebt das Virus laut neuster Forschungen gerade einmal 24 Stunden. Außerdem hängt das Überleben der Viren von der Flüssigkeitsmenge ab, in der sie sich befinden. Durch das Berühren von Oberflächen mit der Hand wird nur sehr wenig Flüssigkeit übertragen. Daher ist ein langes Überleben von Corona-Viren auf Visitenkarten eher unwahrscheinlich.

Schutz durch Hygiene und spezielle Lackierungen

Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung beim Austausch der Visitenkarten kann durch anschließende Hygienemaßnahmen wie Hände waschen und desinfizieren nahezu ausgeschlossen werden. Des Weiteren wird durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken verhindert, dass Sekrettröpfchen, welche zum Beispiel beim Atmen, Niesen, Husten oder auch Sprechen entstehen, auf andere Personen oder Gegenstände übertragen werden.
Es gibt mittlerweile sogar einen patentierten Schutzlack mit antimikrobieller Wirkung, der auf die Visitenkarten aufgetragen werden kann. So wird die Anzahl von Krankheitserregern wie Bakterien, Pilze und Viren um mehr als 99 Prozent reduziert. Es gibt aber auch spezielle Visitenkarten-Lackierungen, die viele Druckereien anbieten, aber auch besondere Materialien, die Visitenkarten nichts anhaben können bzw. feucht abgewischt oder desinfiziert werden können. Auch das Laminieren von Visitenkarten ist eine Möglichkeit, um Krankheitserreger nahezu auszuschließen.

Fazit

Visitenkarten können unter Einhalten der Hygieneregeln bedenkenlos weitergenutzt werden. Ihr Wert wird durch das Internet bei weitem nicht ersetzt. Sie sind weitaus mehr als professionell bedruckte Papiere, die Geschäftsleute immer bei sich tragen und austauschen. Sie sind und bleiben grundlegender Bestandteil der geschäftlichen Arbeit sowie die effizienteste und schnellste Methode Kontaktinformationen zu erhalten oder weiterzugeben. Letztendlich sollte jeder selbst nach seinem Gewissen sich für oder gegen die Visitenkarte entscheiden.

Autor:

Jasmin Schmidt aus Mülheim an der Ruhr

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