Wasserwerk Raffelberg in neuem Glanz

Von Dirk-R. Heuer
Rund 2,6 Millionen Euro investierten die Betriebe der Stadt Mülheim in den vergangenen zehn Jahren in das Wasserkraftwerk am Raffelberg. Der Großteil der Summe floss in die Modernisierung der Technik und den Erhalt im „Untergrund“, den Turbinenkammern.
„Die Sanierung der sichtbaren Teile war nicht immer einfach, weil das größte Laufwasserkraftwerk der Ruhr seit 1986 unter Denkmalschutz steht“. Das berichtete Betriebsleiter Joachim Exner während der Enthüllung der restaurierten Westfassade. Die Kosten dieser Maßnahme bezifferte er auf rund 190.000 Euro. Darin sind die Kosten für die Restauration der Fenster bereits enthalten.
Die übrigen Gebäudeteile des Wasserwerks sollen bis 2013 in neuem Glanz erstrahlen. Danach wird es rund 50 Jahre dauern, bis Wetter und Umwelteinflüsse die Tuffsteinfassade wieder in einen sanierungsbedürftigen Zustand gebracht haben werden. Das prognostizierte der Tuffstein-Spezialist und Steinmetzmeister Michael Daub.
Fast 90 Jahre hat sie gehalten: Die Tuffsteinfassade an der Westseite des Wasserkraftwerkes Raffelberg. Doch Umwelteinflüsse hatten arg an ihr genagt. Nun erstrahlt sie in neuem Glanz: Die Sanierung ist abgeschlossen.
Die Erhaltungsarbeiten im Laufwasserkraftwerkes Raffelberg begannen vor zehn Jahren. „Seitdem haben wir rund 2,6 Millionen Euro investiert“, erklärt Joachim Exner, Betriebsleiter bei den Betrieben der Stadt Mülheim. Doch zu sehen war davon bislang wenig. „Die Sanierung verläuft in festgelegten Schritten. Sie begann mit der Sanierung des Daches im Jahr 2000, um die weitere Durchfeuchtung zu verhindern.“ Es folgten Arbeiten in den Turbinenkammern und Investitionen in die Technik, um den hohen Personalaufwand zu reduzieren. Die Arbeiten an der Westfassade des seit 1986 denkmalgeschützten Wasserkraftwerks begann im April diesen Jahres. „Das war bitter nötig“, meinte Michael Daub, Steinmetzmeister und Steintechniker. Er ist Spezialist rund um den Tuffstein und kennt sich mit dem relativ weichen Stein und seinen Eigenschaften aus. Er kennt zudem auch den Steinbruch, aus dem die Originalsteine für das Mülheimer Kraftwerk aus dem Jahr 1920 stammen. „Ich habe dort gelernt“, sagt er. Der für die Sanierung verwendete Tuff stamme aus dem selben Steinbruch.
Durch Wetter und Umwelteinflüsse hätten die bis zu 100 Kilogramm schweren Tuffsteine und der Mörtel gelitten. Es bestand die Gefahr, dass Teile der Fassade abbröckeln und sie zum Einsturz bringen. „Im Gegensatz zu heute war es in den zwanziger Jahren nicht üblich, die Fassade mit dem Bauwerk direkt zu verbinden“ erläuterte der Steinmetz.
Um sich einen Eindruck von den Schäden zu verschaffen, strahlten die Spezialisten zunächst die über neunzig Jahre alten Verkrustungen vom Stein. Die defekten Steine tauschten sie aus und erneuerten alle Verfugungen in mühevoller Handarbeit mit einem Spezialmörtel. Zusätzlich setzten sie rund 500 Anker, um die Fassade mit dem Gebäude sicher zu verbinden.
„Die zum Teil noch aus den zwanziger Jahren stammenden Fenster sind ebenfalls fachgerecht saniert“, ergänzt Betriebsleiter Exner.
Inzwischen arbeitet das Daubteam bereits an der Südfassade, die anderen mit Tuffstein verblendeten Gebäudeteile folgen in den kommenden Jahren.
Die Kosten für die Sanierung erwirtschaftet das Wasserwerk über die Stromproduktion selbst. „Mit der von uns erzeugten Strommenge können 6000 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden“, erklärt Exner. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen in den Mülheimer Stadtsäckel: 1,9 Millionen Euro in diesem Jahr.
Von den Planern des Kraftwerkes, das auch die Staustufe für den Hafen reguliert, ist Exner beeindruckt. „Die damals konzipierte Stromproduktion ist optimal berechnet. Heute würde man es nicht anders machen.“ Respekt hat er auch vor der Maschinenausstattung: Die eingesetzten vier Maschinen laufen seit 1922 reibungslos.

Autor:

Lokalkompass Mülheim aus Mülheim an der Ruhr

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