Ausstellung im Schloss Oberhausen
Dieter Nuhr hinter der Fotokamera

 Dieter Nuhr vor einem Teil seiner Arbeiten aus der "iranischen Serie". Foto: Ludwig Galerie
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  • Dieter Nuhr vor einem Teil seiner Arbeiten aus der "iranischen Serie". Foto: Ludwig Galerie
  • hochgeladen von Klaus Bednarz

Der eine "malt" mit der Kamera, die andere wirkt Stoffstreifen und Schnüre durch Metallgitter; Dieter Nuhr und Bahar Batvand stellen seit Kurzem im Rahmen der Reihe "Parallel" auf Einladung des Kunstvereins im Kleinen Schloss der Ludwig Galerie aus.

VON KARIN DUBBERT

Dieter Nuhr ist natürlich das Zugpferd zu der Ausstellung. Den meisten ist der 59-Jährige als Kabarettist, vielleicht noch als studierter Lehrer bekannt. Doch als Künstler? Nuhr fotografiert. Keine Landschaften, keine Menschen, keine Tiere. Er fotografiert Hintergründe. Hält mit der Kamera auf einen verrosteten Container mit persischen Schriftzeichen, eine Wand, aus der seltsam anmutende Halterungen für Räucherstäbchen herausragen, oder auf abgeblätterten Putz. Dinge, an denen Menschen achtlos vorbei gehen, gibt das Auge Dieter Nuhrs neues Leben. Und es ist ein schönes. Denn der Betrachter kann die Fotografien kaum von abstrakten Gemälden unterscheiden. "Dauer und Ferne" ist seine Ausstellung überschrieben.

Dieter Nuhr ist Globetrotter. Zuhause fühlt er sich in der ganzen Welt, am liebsten aber ist er im arabischen und im ostasiatischen Raum unterwegs. Dort findet er auch seine Motive. Seine Feststellung: "Im arabischen und im asiatischen Raum ist es die Freundlichkeit der Menschen, die mich fasziniert." Ganz im Gegensatz zu Südamerika oder auch Afrika. Da wären die Menschen schon deutlich aggressiver. Nuhr bewegt sich auf seinen Reisen als "Fremder im fremden Land". Es ist nicht sein Bestreben, sich mit der einheimischen Bevölkerung gemein zu machen. Das macht's oft schwierig zu fotografieren, zum Beispiel in Nordkorea, wo Nuhr im Jahr 2008 war. "Da lief immer ein Mensch vom Geheimdienst neben mir her und hatte den Kopf ebenfalls an der Kamera."

Bahar Batvand ist gebürtige Iranerin. Im Jahr 2000 kam die junge Frau nach Deutschland, um in Düsseldorf zu studieren. Zuvor hat sie an der Freien Islamischen Universität Teheran Kunst studiert. Ihre Werke, zu sehen im Kabinett, sind abstrakt wirkende Gebilde. Sie knüpft Stoffstreifen und Schnüre durch Metallgitter. Der Zufall kommt ihr dabei zu Hilfe. Sie hat kein vorgegebenes Muster im Kopf. Entsprechend heißt ihre Ausstellung "Akzidenz", das Zufällige. Und dennoch ist dieser Zufall von außerordentlicher Schönheit und auch von "Symmetrie im Chaos" geprägt. Wer vor den Werken der Künstlerin steht, entdeckt immer wieder Neues.
Das Projekt "Parallel" des Kunstvereins Oberhausen zeigt jährlich im Sommer namhafte Künstlerinnen und Künstler der zeitgenössischen Kunst, akzentuiert und reduziert durch eine Auswahl von Schlüsselwerken.

Die Ausstellungen von Dieter Nuhr,"Dauer und Ferne" und Bahar Batvand "Akzidenz", sind noch bis Sonntag, 13. September, in der Panoramagalerie und im Kabinett der Ludwig Galerie, Konrad-Adenauer-Allee 46, zu den Öffnungszeiten, dienstags bis sonntags, von 11 bis 18 Uhr zu sehen.
Der Eintritt ist frei.

 Dieter Nuhr vor einem Teil seiner Arbeiten aus der "iranischen Serie". Foto: Ludwig Galerie
Bahar Batvand neben einem ihrer "zufälligen" Werke. Foto: Ludwig Galerie
Autor:

Klaus Bednarz aus Dinslaken

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