Gedicht: Facebook

Facebook

Dieses war der Lehrer Hempel
und er sprach: „Was soll der Krempel,
den ihr speichert in den Hirnen,
all’ ihr Buben, all’ ihr Dirnen,
denn, was nicht per Google-Look,
findet ihr im Facebook,
denn das speichert, früh bis spat,
was ein jeder machen tat.
Kennt die Taten, kennt die Pläne,
kennt von dir sogar die Zähne,
was du kautest, was du sprachst,
wenn du dich am Nagel stachst.
Folgt sogar dir in die Träume,
hängt Spione in die Räume.
Du kannst dich fast nicht mehr bücken,
ohn’ auf sein Symbol zu klicken.
Selbst die Firmen, die sonst bieder:
„Sehe dich bei Facebook wieder!“
Und die ganze Schar der Schreiber,
so es kennt Gesicht und Leiber.
Kennt die Freunde, kennt die Feinde,
kennt von dir die Fan-Gemeinde,
und – es mag dich zwar verdrießen -
weiß wie oft du hast geschissen.
Grade öffnet es die Pforten,
dass du kannst in deinen Worten
alle familiären Sachen
da bei Facebook kenntlich machen,
sollen möglichst alle sehen,
was zuhause ist geschehen!
Das kann wirklich keiner wollen,
doch es nützt nichts mehr, das Grollen.
Facebook ist wie Nanoteile,
es durchzieht nach einer Weile
all’ dein Wünschen, all dein Sein:
welche Pein!

Tanja Herbst (Pseudonym)

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