David Garrett gastierte im Rahmen seiner „Unlimited“-Tour in der Arena
Zwischen Bach und Beatles

David Garrett. Foto: DEAG classics

Das Rezept für ein Rock-Klassik-Crossover ist eigentlich gar nicht so schwer. Man nehme eine einprägsame Melodie, beispielsweise „Smooth Criminal“ von Michael Jackson. Diese wird dann mittels Intervallsprüngen harmonisiert und schließlich durch ein Orchester virtuos aufgeführt.

David Garrett hat auf diese Weise hunderte Songs entwickelt und eine Auswahl aus seinem neuen Best-Of Album „Unlimited“ kürzlich in der Arena dargeboten. Eine besondere Tour, da er 2019 sein zehnjähriges Bühnenjubiläum feiert.
Im Mittelpunkt stand kein Gesang, kein großes Feuer oder Konfetti, sondern, wie er es nennt, ein kleines Stück Holz, die Geige. Sie ersetzte durchweg die Vocals, besser gesagt große Rockstimmen wie die von Brian Johnson, Freddie Mercury oder Robert Plant. Los ging es mit einem Medley aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, der Titelmusik zu „Fluch der Karibik“ und „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana.

Eine ungewöhnliche Kombination, doch sie zeigte direkt, dass Garrett nicht nur Rock-Stücke in Klassik-Versionen verwandelte, sondern auch umgekehrt. Es folgten weitere erfolgreiche Rock-Evergreens, man nehme „Nothing else Matters“ von Metallica, Survivals „Eye of the Tiger“ oder „Thunderstruck“ von AC/DC. Bei letzterem erinnerte er nicht nur an den Sänger, auch an den Lead-Gitarristen der Australier. Spielt Angus Young plötzlich Geige? Doch dies war nicht die einzige Verwandlung. Während „November Rain“ stellte er sich, wie Gitarrist Slash im originalen Musikvideo auf das Klavier.

Begeisterung für klassische Musik

Ansonsten hielt er sich, bis auf die kreativen Leinwandbilder, mit großen Showeffekten zurück und ließ die Musik für sich sprechen. Für einen herzerwärmenden Moment sorgte er, als die sechsjährige Amelie mit auf die Bühne durfte und „Ain’t no sunshine“ hautnah erlebte. Zuvor spielte Garrett das Thema kurz an und fragte, ob sie die Melodie kennen würde. Ihr verständnisloser Blick war Antwort genug. Trotzdem verkörperte sie genau das, was der 39-Jährige seit zehn Jahren zu vermitteln versucht. Die neue Generation für klassische Musik zu begeistern. Und ja, Amelie war bei weitem nicht die einzige jüngere Zuschauerin. Vermischt man Klassik mit bekannten Melodien, beispielsweise „Viva la Vida“ von Coldplay oder „Dangerous“ von David Guetta, findet man einen Zugang zu der klassischen Musik. David Garrett vermittelt dies weltweit, auch auf der fünften Show seiner Tour, die etwa 8000 Zuschauer nach zwei Stunden mit Standing Ovations bewerteten.
Es erscheint so einfach, da die Melodien ja im Prinzip schon vorgegeben sind. Die Arbeit die dahinter steckt wird dann deutlich, wenn die Neue Philharmonie Frankfurt sich auf die Band einstimmen muss und umgekehrt. Auch die Fingerfertigkeit des Deutsch-Amerikaners beeindruckte, vom ersten Stück bis zum letzten, welches „Hey Jude“ von den Beatles war. (nv)

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