Fridays for Future
"Realistische Chance, den Sterkrader Wald zu erhalten" - Demo am 11.2.

Am Freitag, dem 11.02.2022, findet in Oberhausen der nächste NRW-Zentralstreik von Fridays for Future statt. Die Aktivisti setzen sich für den Erhalt des Sterkrader Waldes und gegen den Ausbau des Autobahnkreuzes Oberhausen ein, bei dem unter anderem die A2 und die A3 auf acht bzw. sechs Fahrspuren erweitert werden sollen. Dafür müssten rund 5.000 Bäume im und am Sterkrader Wald gefällt werden. Fridays for Future NRW positioniert sich klar dagegen und fordert eine sozial-gerechte Verkehrswende.

Auch Luisa Neubauer kommt nach Sterkrade

Die Demo beginnt um 16:00 Uhr am Kleinen Markt in Oberhausen-Sterkrade. Nach einer Auftaktveranstaltung wird es eine Runddemo und eine Abschlussveranstaltung geben. Unter dem Motto #NaturStattAutobahnstruktur und #SterkiBleibt werden bis zu 1.000 Teilnehmende erwartet. „Es wird bunt, es wird laut, gemeinsam wir werden der Bundesregierung zeigen, dass wir rückwärtsgewandte und zukunftsgefährdende Ausbaupläne nicht akzeptieren! Ich freue mich, Euch alle in Oberhausen zu sehen“ wirbt Luisa Neubauer, die die Aktiven aus ganz NRW bei der Demo am Freitag unterstützen wird. Neben Neubauer werden weitere bekannte Gesichter der Klimagerechtigkeitsbewegung wie Peter Emorinken-Donatus und Kathrin Henneberger MdB erwartet. Musikalisch wird das Programm von Brass Riot abgerundet.

„Oberhausen als zweitwaldärmste und eine der am dichtesten versiegelte Kommune Deutschlands sieht sich mit dem Verlust von einigen der letzten Naturflächen konfrontiert. Die 11ha Wald und 22ha Böschungsfläche bieten Lebensraum für viele Tiere, etwa für die bedrohten Feuersalamander, aber auch für besondere Fledermausarten und die letzte Iltispopulation in unserer Stadt“, erklärt Jason Michalek aus Oberhausen, und ergänzt: „Der Ausbau des Autobahnkreuzes bedeutet eine endgültige Zerstückelung und Isolation des Waldes. Die Klimakrise muss konkret in Deutschland bekämpft werden und das ist nicht mit neuen Rodungen vereinbar.“

Ampelkoalition ist gefordert

Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten setzen sich dabei nicht nur für den Sterkrader Wald, sondern auch gegen das strukturelle Problem einer fehlenden Verkehrswende ein: „Der ÖPNV und sichere Radfahrwege müssen vom Staat ausgebaut werden. Das Problem voller Autobahnen liegt nicht an zu kleinen Straßen, sondern an zu viel Individualverkehr auf den Autobahnen. Wenn Menschen gesammelt in Schnellbussen sitzen, verbrauchen Sie viel weniger Platz auf den Straßen, als wenn sie alle in einzelnen Autos den Verkehr blockieren“, so Linda Kastrup, FFF-Aktivistin aus Duisburg. Sie hat klare Forderungen an die Ampelkoalition in Berlin: „Das muss von der neuen Bundesregierung in die Wege geleitet werden und es muss jetzt passieren!“

Auch Peter Emorinken-Donatus sieht den dringenden Bedarf einer Veränderung der Verkehrspolitik: "Angesichts der bereits eingetretenen Klimakatastrophe, brauchen wir dringend eine neue, nachhaltige, umweltgerechte Verkehrspolitik, die lautet: Die Natur hat immer Vorfahrt. Auch auf den und um die Autobahnen herum!"

BUND-Rechtsgutachten gibt Hoffnung

Die Aktivistinnen und Aktivisten glauben an eine realistische Chance, diese Pläne noch aufzuhalten: Der Prozess befindet sich aktuell im Planfeststellungsverfahren und somit gibt es noch die Möglichkeit, den Ausbau zu verhindern. Des Weiteren hat ein Rechtsgutachten des BUND festgestellt, dass diese Pläne verfassungswidrig sind. Mit der Demo am 11.02. um 16:00 Uhr soll der Protest für den Sterkrader Wald einen neuen Höhepunkt erreichen.

Autor:

Tobias Szczepanski aus Oberhausen

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