Wirtschaftlich sinnvollste Option für das KKO
St. Josef Hospital soll schließen

Das St. Josef Hospital an der Mülheimer Straße. Foto: Jörg Vorholt
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Anfang Juli hatte das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) einen
Antrag auf ein Eigenverwaltungs-Verfahren gestellt und angekündigt, bis Ende August einenRestrukturierungsplan vorzulegen. Gestern , 14. August 2019, hat das Team um die Eigenverwaltung – früher als avisiert – dem Gläubigerausschuss den Restrukturierungsplan vorgestellt.

Der Ausschuss hatdem vorgestellten Plan zugestimmt. Heute haben Geschäftsführer Christian Eckert und Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering den Beschäftigten des KKO das Zukunftskonzept präsentiert. „Wir haben mit hoher Geschwindigkeit und großer Ernsthaftigkeit alle Daten und Fakten ausgewertet. Wie erwartet sehen wir großes Potenzial für das KKO“, betont Geschäftsführer Christian Eckert.

Bestätigt hat sich in den Wochen der Auswertung insbesondere ein Fakt: Das KKO muss dieInfrastruktur komprimieren, um das für 2019 erwartete Defizit von acht Millionen Euro künftig vermeiden zu können. Dazu müssen die medizinischen und pflegerischen Leistungen von drei Standorten räumlich verdichtet werden, auch, um im Sinne der Patientinnen und Patienten
mehr Synergiepotenziale zwischen einzelnen Fachabteilungen nutzen zu können. Jeder der drei Krankenhausstandorte wurde vor diesem Hintergrund analysiert und bewertet.

Investitionsbedarfe stehen besonders im Fokus

Insbesondere die Investitionsbedarfe stehen für die Eigenverwaltung bei der
Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vordergrund. Allein der Standort St. Josef weist einenInvestitionsstau im mittleren zweistelligen Millionenbereich auf. „In Anbetracht des aktuellen Defizits ist das ein Volumen, das wir uns schlicht nicht leisten können“, so Eckert. Deshalb hat das Restrukturierungsteam gestern dem Gläubigerausschuss vorgeschlagen, den Krankenhausstandort St. Josef zu schließen.

Es wird nun gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort vorbereitet, dieAbteilungen, die am Krankenhaus St. Josef beheimatet sind, möglichst rasch an die beiden anderen Standorte zu verlegen. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Patientenversorgung vor Ort in uneingeschränktem Umfang weiter. Im Ergebnis soll die Psychiatrie an den Standort St. Marien ziehen, die Neurologie und übrigen somatischen Bereiche an den Standort St. Clemens.
„Die dafür erforderlichen konzeptionellen und infrastrukturellen Maßnahmen
werden nun mit Hochdruck angegangen und sollen bis Ende des Jahres umgesetzt sein. Wirsind überzeugt, dass die Zweihäusigkeit die medizinisch und wirtschaftlich sinnvollste Option für das KKO ist“, so Eckert.

Neben den strukturellen Veränderungen muss das KKO auch Personalanpassungenvornehmen, um zukunftsfähig zu sein. Der Abbau von voraussichtlich rund 240 Arbeitsplätzen wird vorbehaltlich der Verhandlungen mit Betriebsrat und Mitarbeitervertretung geschehen und – wo möglich – über auslaufende Verträge oder natürliche Fluktuation erfolgen. „Für die anstehenden Veränderungen brauchen wir zwingend die Unterstützung der Landesregierung und der Sozialversicherungsträger“, betonte Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering.

Partner gesucht

Jetzt werde sich zeigen, ob Politik und Kassen den politisch gewollten Konzentrationsprozessauch im konkreten Fall aktiv und zeitnah unterstützen, so Niering weiter. „Wir sehen die zum Teil schmerzhaften Einschnitte, die wir vornehmen müssen. Aber wir sind uns sicher, mit diesem Weg dem Katholischen Klinikum Oberhausen die beste Zukunftsoption 
bieten zu können“, skizizerte Niering das weitere Vorgehen. „Die anstehenden
Herausforderungen und insbesondere die Höhe der Investitionssumme machen es ausheutiger Sicht notwendig, hierfür auch einen neuen Partner zu finden,“ so Niering. Aus diesem Grunde wurde auch die Suche nach einem Partner intensiviert. Bisher haben schon mehr als 20 kirchliche und nichtkirchliche Träger ihr Interesse bekundet. Mit diesen werden in den kommenden Wochen Gespräche geführt.

Autor:

Jörg Vorholt aus Oberhausen

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