Kulturgäste gesucht
Verein Kulturpott.Ruhr vermittelt kostenlose Kulturveranstaltungen

Die Ehrenamtlichen Ursula Koenigsfeld (v.l.), Ingrid Arndt, Sandra Ralfs, Dagmar Bell-König und Susanne Schomburg (nicht im Bild) von Kulturpott.Ruhr vermitteln Angebote an Kulturgäste.
  • Die Ehrenamtlichen Ursula Koenigsfeld (v.l.), Ingrid Arndt, Sandra Ralfs, Dagmar Bell-König und Susanne Schomburg (nicht im Bild) von Kulturpott.Ruhr vermitteln Angebote an Kulturgäste.
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Kostenlos ins Theater, Konzert oder ins Fußballstadion? Das ermöglicht der Verein Kulturpott.Ruhr Menschen, die nicht viel Geld zur Verfügung haben. Seit zwei Jahren ist der gemeinnützige Verein auch in Bochum aktiv, aber bislang mit wenig Resonanz. Erst 50 sogenannte Kulturgäste nehmen das Angebot wahr. Das wollen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ändern.

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde der Verein in Essen gegründet; seit 2012 hat er seinen Sitz in Gelsenkirchen. Ziel ist es, Menschen, die es sich finanziell nicht leisten können, kulturelle Teilhabe zu bieten. Zwar gibt es viele Einrichtungen, die den Eintritt ermäßigen, „aber wir haben gemerkt, dass das für viele Menschen noch zu viel ist“, erklärt die Vorsitzende Brigitta Blömeke.
Das bestätigt Ursula Koenigsfeld, eine der ehrenamtlichen Vermittlerinnen, aus eigener Erfahrung. Zurzeit bezieht die alleinerziehende Mutter Arbeitslosengeld I. Zwar gebe es über das Bildungs- und Teilhabepaket tolle Angebote, und mit dem Bochum-Pass könne man beispielsweise kostenlos Schwimmbäder und Büchereien nutzen. „Aber das Angebot ist nicht ansatzweise so umfangreich wie beim Kulturpott“, so Koenigsfeld.
„Wir haben einen sehr weiten Kulturbegriff, der vom Fußball bis zur Deutschen Oper am Rhein reicht“, ergänzt Blömeke. Räumlich orientiert sich das Angebot am Gebiet des Regionalverbands Ruhr (RVR). In Bochum und Wattenscheid sind unter anderem das Schauspielhaus und die Bochumer Symphoniker, das Bergbau- und das Eisenbahnmuseum, die Kunstwerkstatt am Hellweg und das Theater Traumbaum dabei.

Kostenloses Angebot

Wer das kostenlose Angebot des Vereins Kulturpott.Ruhr in Anspruch nehmen möchte, muss einen Nachweis erbringen, indem er zum Beispiel einen Bescheid über seine ALG II-Leistungen oder die Höhe seiner Rente vorlegt. Je nach Interesse können die Kulturgäste etwa Rock- oder klassische Konzerte, Varietévorführungen, Lesungen oder Ausstellungen besuchen. In einer Datenbank wird abgeglichen, wer welche Vorlieben angegeben hat und welche Karten zur Verfügung stehen. Entweder melden sich die Vermittlerinnen, um eine Veranstaltung vorzuschlagen, oder die Kulturgäste erkundigen sich ihrerseits nach möglichen Terminen.
Zwei Veranstaltungen im Monat können die Kulturgäste im Allgemeinen besuchen, bei einem großen Kartenangebot auch schon mal drei. Pro Veranstaltung erhalten sie zwei Eintrittskarten. „Die Begleitung muss nicht finanziell eingeschränkt sein“, betont Blömeke. „Es gibt zwei Karten, damit niemand allein gehen muss.“ Zusätzlich gibt es Karten für Kinder. „Wenn Kulturgäste zu einer Veranstaltung gehen, holen sie die Karten an der Abendkasse ab“, erläutert Ingrid Arndt, ehrenamtliche Vermittlerin. „So bliebt vollkommen inkognito, ob man die Karte kostenlos bekommt. Das ist ein wichtiger Faktor.“
Revierweit ist das Angebot des Vereins Kulturpott.Ruhr, der seine Arbeit über Spenden und durch Fördergelder von Stiftungen finanziert, mittlerweile in 14 Städten etabliert. Es wird von 288 Sozialpartnern und 365 Kulturpartnern, die kostenlos Eintrittskarten zur Verfügung stellen, unterstützt. Seit 2010 wurden knapp 140.000 Karten vermittelt und rund 12.000 Kulturgäste betreut.

Bochum noch im Aufbau

Bochum ist jedoch ein fast weißer Fleck auf der Karte. „Bochum ist schwierig“, sagt Brigitta Blömeke. Während in anderen Ruhrgebietsstädten die Stadtverwaltungen das Projekt gern angenommen und unterstützt hätten, sehe dies in Bochum bisher anders aus. Zwei Gespräche mit dem früheren Kulturdezernenten Michael Townsend hätte der Vorstand geführt, „aber es ist steckengeblieben“. Auf einen Termin beim aktuellen Kulturdezernenten, Dietmar Dieckmann, „warten wir seit vier, fünf Monaten“, so Blömeke.
Einen Partner hat der Verein in der Arbeiterwohlfahrt gefunden. „Wir als AWO wissen, dass mangelnde pekuniäre Mittel zur Abgrenzung führt“, nennt Pressesprecher Christopher Becker den Grund für das Engagement des Wohlfahrtsverbands. Jeden Donnerstag von 13.30 bis 17.30 Uhr stehen die Vermittlerinnen Ingrid Arndt, Dagmar Bell-König, Sandra Ralfs, Ursula Koenigsfeld und Susanne Schomburg den Kulturgästen bei der AWO an der Bleichstraße 8 in der Bochumer Innenstadt als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Außerdem sind sie unter Tel. 0234/9647730 zu erreichen.
Weitere Informationen zum Verein Kulturpott.Ruhr gibt es im Internet unter kulturpott.ruhr.

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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