Imker Peter Rajewski: „Mehr Bewusstsein für die Natur entwickeln“
Retten Blühstreifen am Feldesrand die Insekten?

Nach dem späten Frost freuen sich die Bienen nun über die wärmeren Temperaturen und schwärmen aus. Foto: Dieter Klussmann
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  • Nach dem späten Frost freuen sich die Bienen nun über die wärmeren Temperaturen und schwärmen aus. Foto: Dieter Klussmann
  • hochgeladen von Anja Jungvogel

Letzte Woche war es den Bienen noch zu kalt, doch jetzt summen sie wieder. Imker Peter Rajewski aus Unna-Hemmerde hatte sich schon Sorgen gemacht, ob die Obstblüte rechtzeitig bestäubt wird. Seine „schwarz-gelben“ Freunde haben die Wintersaison gut überstanden und sind jetzt voller Tatendrang.
„Der späte Frost hat den Bienenvölkern zwar nicht unbedingt gut getan, aber jetzt kann es wieder losgehen“, erklärt er.
Die Diskussion um das Insektensterben nervt ihn mittlerweile. Er meint: „Wenn jeder das richtige Bewusstsein zur Natur entwickeln könnte, wäre das Ganze kein Thema. Aber es ist schon gut, dass die Medien darüber berichten. Es wird jetzt doch weniger gespritzt, vor allem von den Kleingärtnern.“
Doch dass manche Bauern ihre „Blühstreifen“ am Feldesrand so hochjubeln, hält der Bienenfachmann für übertrieben. „Das hat nur Sinn, wenn die Blühstreifen von April bis in den September hinein gesetzt werden. Sonst ist das Ganze lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.“
Imker müssen sich mit diesem Thema gut auskennen, schließlich sind sie nicht nur für die Betreuung ihrer Bienen zuständig, sondern leisten zudem noch einen verantwortlichen Beitrag für die Lebensmittelproduktion.
Die Unnaer Familie Rajewski beschäftigt sich übrigens seit Jahrhunderten damit. "Schon im Mittelalter waren meine Vorfahren anerkannte Waldimker, sogenannte Zeitler", verrät Peter Rajewski.
Sein Urgroßvater brachte ihm die Bienenzucht nahe. Peters Wissensschatz zum Thema ist seit seiner  Kindheit gewachsen. Daher wird er auch oft in Schulen eingeladen, um die Schüler für sein Hobby zu begeistern.
"Nachwuchssorgen haben wir Bienenzüchter eigentlich nicht", erklärt er. "Der Kreis Unna ist mit schätzungsweise 300 Imkern gut vertreten."
Und Angst vor Bienenstichen braucht auch kein Kind zu haben. "Am besten hilft eine aufgeschnittene Zwiebel gegen die Schwellung und den Juckreiz", gibt der Bienenzüchter ein altes Hausrezept preis.

Nach dem späten Frost freuen sich die Bienen nun über die wärmeren Temperaturen und schwärmen aus. Foto: Dieter Klussmann
Peters Bienenvölker haben den Winter gut überstanden. Foto: Anja Jungvogel

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