Sind die Zusteller im Kreis Unna mit ihren Gebieten überfordert?
Post-Skandal: 64 Kisten nicht zugestellter Sendungen entdeckt

64 Kisten nicht zugestellter Briefe sind letzte Woche in Bergkamen gefunden worden. Symbolfoto: LK-Archiv
  • 64 Kisten nicht zugestellter Briefe sind letzte Woche in Bergkamen gefunden worden. Symbolfoto: LK-Archiv
  • hochgeladen von Anja Jungvogel

Letzte Woche wurden in einer Garage in Bergkamen 64 Kisten Briefe entdeckt, die nicht ordnungsgemäß zugestellt worden sind. Die Polizei sicherte den Fund.
Grund für das Zustellungs-Chaos: Der 25-Jährige Bote habe sich aufgrund der Masse überfordert gefühlt. Seit Herbst letzten Jahres soll er die Briefe bei sich in der Wohnung, im Keller und in der Garage gelagert haben. Einige davon seien sogar geöffnet gewesen. Zur Zeit prüft die Deutsche Post alle Briefe und möchte sie anschließend den rechtmäßigen Empfängern zukommen lassen.

Keine neues Problem

Probleme im Kreis Unna mit der Briefzustellung sind übrigens nicht neu. Zahlreiche Beschwerden von Bürger*innen nahm der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek im letzten Jahr zum Anlass, um bei der Bundesnetzagentur nachzufragen, warum der Service der Post zu wünschen übrig ließ.
„Es darf und kann nicht sein, dass Briefe geöffnet werden, verspätet ankommen oder verschwinden“, sagte Kaczmarek im Januar 2018. Nicht nur für Privatleute sei es ein Problem, wenn wichtige Schreiben nicht abgeliefert würden. Auch Gewerbetreibende seien darauf angewiesen, dass sie Geschäftsbriefe oder Rechnungen sicher und fristgerecht erhielten.
Der Bundestagsabgeordnete bat die Bundesnetzagentur damals um Auskunft darüber, welche Möglichkeiten es gibt, die Unregelmäßigkeiten bei der Briefzustellung im Kreis Unna schnell und wirksam abzustellen.

Bezirke vergrößert

Auf diese Kritik hatte die Bundesnetzagentur auch schnell geantwortet. Sie räumte für das Jahr 2017 und für 2018 Probleme bei der Zustellung ein. Gründe dafür waren Personalausfälle, woraufhin die verbliebenen Zusteller andere Bezirke mit übernommen hätten.
Gegenüber der Bundesnetzagentur erklärte die Deutsche Post, dass wegen der hohen Zahl der Personalausfälle eine Aufteilung der betroffenen Zustellbezirke im Kreis Unna erfolgt sei. „Infolge dessen schaffte es ein Teil unserer Boten nicht immer, alle Sendungen innerhalb der vorgesehenen Arbeitszeit an die Empfänger auszuliefern. Um die zulässige Höchstarbeitszeit nicht zu überschreiten, mussten unsere Kräfte ihre Zustelltour des Öfteren vorzeitig beenden“, hieß es in einer Erklärung der Deutschen Post gegenüber der Bundesnetzagentur.

Mängel melden!

Die Behörde rät daher den Bürgern Kreis Unna, dass sie sich bei Mängeln nicht nur an die Deutsche Post, sondern auch unmittelbar an den Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur wenden (E-Mail: verbraucherservice-post@bnetza.de). Damit könne die Behörde bei Qualitätsproblemen auf die Deutsche Post zugehen.

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