Beherbergungsverbot: Können Bürger aus dem Kreis Unna noch verreisen?
Bergkamener Familie muss zuhause bleiben

Der Koffer ist schon gepackt, denn die Herbstferien haben begonnen - mit ihnen auch die Reisebeschränkungen. LK-Archivfoto: Siggi Becker
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Auf dem aktuellen Dashboard des Robert-Koch-Instituts zählt der Kreis Unna zu den innerdeutschen Risikogebieten. Quelle/Grafik: RKI
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Die Koffer sind gepackt, denn im Kreis Unna haben die Herbstferien begonnen und damit auch die Reisebeschränkungen.
Nach kreiseigenen Berechnungen wurde die 7-Tages-Inzidenzzahl von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner überschritten. Heißt im Klartext: Bürger aus dem Kreis Unna können in viele Bundesländer nicht mehr einreisen, ohne dort einen negativen Coronatest vorzulegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. RKI: Innerdeutsche Risikogebiete

Wo macht man den Test?

Die Reise sollte am Samstag, 10. Oktober, an die Ostsee zum Timmendorfer Strand gehen: Familie Blanke aus Bergkamen hat sich am Freitag, 9. Oktober, die Finger wund telefoniert, wo sie einen Corona-Schnelltest machen könnte: „Ohne Erfolg“, resümiert der Familienvater. „Alle Ärzte, die ich angerufen habe, konnten solch einen Test nicht anbieten und beim Gesundheitsamt in Unna war telefonisch kein Durchkommen.“
Zudem hätte er gehört, dass ein Anruf dort sowieso nichts bringe, da das Kreisgesundheitsamt nur Personen teste, die unmittelbar Corona gefährdet seien bzw. mit Infizierten in Kontakt stünden.
„Wir sind heute dann eben nicht gefahren und haben unseren Ferienwohnungsvermieter kontaktiert, um ihn darüber zu informieren, dass wir uns im Kreis Unna nicht testen lassen können.“
Ob die Blankes das Geld für die Reise zurückerstattet bekommen, vermochte der Vermieter aus Schleswig Holstein spontan nicht zu sagen. Auch das steht also noch in den Sternen.
Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sagte am Freitag, 9. Oktober, der Neuen Osnabrücker Zeitung in einem Interview zum Thema: "Die Reisebeschränkungen sind zur Pandemiebekämpfung überflüssig und auch nicht umzusetzen.“ Reisen innerhalb Deutschlands seien eine "Pseudo-Gefahr".
Das Problem läge vielmehr bei "Großhochzeiten, in Fleisch verarbeitenden Betrieben und durch unkontrolliertes Feiern". Diese Dinge würden durch Quasi-Reiseverbote nicht unterbunden.
Stattdessen würden knappe Test-Kapazitäten verschwendet, kritisierte Gassen. "Das ist schon fast grober Unfug." Auch das Beherbergungsverbot müsse "definitiv" schnellstmöglich zurückgenommen werden.

Sondersitzung am Sonntag

In der Pressekonferenz, nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts am Sonntag, 11. Oktober, appellierte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an die Bürger: „Bitte unterlassen Sie das Reisen - auch innerhalb Deutschlands - und bleiben Sie lieber zuhause.“
Die Frage, ob ein Ausbau der bestehenden Testkapazitäten in den Städten und Landkreisen geplant sei, ließ der Ministerpräsident unbeantwortet.

Test kostenlos?

Laut Aussage von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann dem WDR gegenüber, könnten Bürger aus NRW-Risikogebieten, die eine innerdeutsche Reise antreten möchten, sich nun auch kostenlos testen lassen. Und wo ist solch ein Test möglich? - Das ist die aktuelle Frage, die den Bürgern im Kreis Unna unter den Nägeln brennt.
Auf der Infoseite des Kreises steht ein Link , der zu Telefonnummern und Adressen von Arztpraxen führt, die Corona-Tests anbieten. Dort hatte der Bergkamener Familienvater mit seinen Anrufen allerdings kein Glück. 

Kreis Unna wird zum Risikogebiet

Der Koffer ist schon gepackt, denn die Herbstferien haben begonnen - mit ihnen auch die Reisebeschränkungen. LK-Archivfoto: Siggi Becker
Auf dem aktuellen Dashboard des Robert-Koch-Instituts zählt der Kreis Unna zu den innerdeutschen Risikogebieten. Quelle/Grafik: RKI
Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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