Trotz Krankheit führt Weg über Tirol nach New York

Feuerwehrmann Christian Schneider aus Eppendorf will bei den World Games in New York seine beiden Goldmedaillen verteidigen.
  • Feuerwehrmann Christian Schneider aus Eppendorf will bei den World Games in New York seine beiden Goldmedaillen verteidigen.
  • hochgeladen von Peter Mohr

Er ist ein Kämpfer. Der Eppendorfer Christian Schneider will trotz einer langwierigen Erkrankung seine zwei Goldmedaillen im Radfahren bei den World Games verteidigen.

Bis 2001 hatte der Berufsfeuerwehrmann mit Radsport überhaupt nichts am Hut. Seine damalige Passion hatte zwar auch zwei Räder, war aber deutlich PS-stärker. Schneider betrieb viele Jahre den Motorradsport professionell und wechselte nach einem schweren Sturz (mit mehreren Knochenbrüchen und langen Klinikaufenthalten) auf den schmalen Rennradsattel.
Erfolge blieben dank eines enormen Trainingsfleißes nicht aus. 2009 holte der heute 46-jährige bei den World Games für Polizisten und Feuerwehrleute in Vancouver zwei Goldmedaillen in seiner Altersklasse.
„Die würde ich liebend gern verteidigen“, so Schneider, der Ende August in New York in Sachen Titelverteidigung antritt. Doch bisher ist die Saison für ihn überhaupt nicht nach Wunsch gelaufen. Eine langwierige Erkältung setzte ihn fast den ganzen April über schachmatt.
Umso erstaunter war Schneider, dass er bei seinem „Comeback“ schon wieder richtig gut drauf war. Bei den NRW-Meisterschaften der Rad-Senioren belegte er in Dülmen nach 60 Kilometer Platz fünf - nach einem superschnellen Rennen mit einem Schnitt von über 45 km/h.
„Jetzt muss ich noch einige Kilometer bolzen, um 100-prozentig in Top-Form zu kommen“, so der Eppendorfer. Aus diesem Grund wird er ab morgen zum ersten Mal in seinem Sportlerleben an einem Etappenrennen teilnehmen. Bis Sonntag stehen in Tirol täglich zwischen 90 und 130 Kilometer auf dem Programm, gespickt mit vielen „giftigen“ Steigungen.
Eigentlich sind Berge kein Problem für das Leichtgewicht Christian Schneider: „Trotzdem bin ich etwas gespannt darauf, wie ich es verkrafte, jeden Tag Rennen zu fahren“.
Und von Tirol aus ist auf dem Weg nach New York noch ein kleiner Schlenker vorgesehen. Am 3. Juli stehen die Deutschen Seniorenmeisterschaften in Osnabrück auf dem Programm - auf einem anspruchsvollen Rundkurs durch die Ausläufer des Teutoburger Waldes. Auch da gibt es Berge für das „Leichtgewicht“.

Autor:

Peter Mohr aus Wattenscheid

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