Ehrliche Einblicke inklusive: Restaurierung am Beliner Tor fast abgeschlossen

Die Diplom-Restauratorin Tanja Schwarten führt letzte Retuschierungs-Arbeiten mit Silikatkreide durch.
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Die Restaurierungs-Arbeiten im Durchgang des Berliner Tores sind nahezu beendet. Sie waren nötig geworden, da sich aufgrund von Feuchtigkeit Putz in großem Ausmaß gelöst hatte.

Endspurt: Diplom-Restauratorin Tanja Schwarten hat kleine Post-it-Zettelchen an den Wänden angebracht:„Damit ich weiß, wo noch Retuschen notwendig sind, bei der großen Fläche finde ich das sonst schwer wieder“, erzählt die junge Frau. Der Boden des rechteckigen Raums, der an den Seiten von Nischen gegliedert und von einer Kuppel bekrönt wird, ist noch mit Folie ausgelegt, ein Gerüst erinnert daran, dass hier monatelang emsig gearbeitet wurde.

Tanja Schwarten bearbeitet mit Silikatkreide verbliebene dunkle Flächen, verwischt die Kreide anschließend per Hand. „Das gibt ein ruhigeres Erscheinungsbild“, erklärt sie. „Es war eine schöne Baustelle, wir haben retuschiert, ergänzt und konserviert“, berichtet Diplom-Restaurator Thomas Lehmkuhl und erläuert:„Die Ausgangssituation bestand aus einer Vielzahl aus Schadstellen an Wand und Gewölbe“. An vielen Stellen sei der Putz abgeplatz, weil sich durch den kochsalzhaltigen Zementputz Feuchtigkeit gebildet hatte, berichtet der Fachmann. Die gelösten Stücke wurden mit einem Klebemörtel wieder befestigt.
„An einigen Bereichen zeigen wir die Schadensbereiche, wie sie sind, es ist ein Stück Ehrlichkeit, denn es gehört zur Baugeschichte dazu, weil es zeigt, wie sich das Mauerwerk im Laufe der Zeit verändert hat“, erzählt Thomas Lehmkuhl .
Der Restaurator erläutert auch, weshalb man beim Gewölbe überwiegend konservierend vorgegangen sei und nicht die gesamte Kuppel freigelegt hat: „Dies geschah zum einen aus Kostengründen und weil man auch weiß, was Einen hinter dem Putz erwartet hätte.“

Das Restauratoren-Team hat außerdem neue Steinstücke aus Baumberger Kalksandstein am Gesims eingesetzt sowie Schmuckelemente, wie Vasen, in Form von Flammen und Blüten, rekonstruiert. „Die meisten der Elemente waren abgefressen und vom Salz zerstört, es gelang uns dennoch, den Ursprungszustand zu rekonstruieren,“ freut sich der Restaurator.

Übrigens: Die Ziegelstruktur im Gewölbe war ursprünglich ein Fake gewesen: „Nach dem Krieg hat man die Bereiche dunkel verputzt, eine ziegelrote Schicht aufgetragen und Fugen eingekratzt“, erzählt Thomas Lehmkuhl. Diese Arbeit sei mit viel Liebe und Detailgenauigkeit erfolgt.

Bürger werden den Torbogen übrigens zu besonderen Anlässen, wie den PPP-Tagen oder bei einer Nachtwächter-Führung in Augenschein nehmen können. Ansonsten bleibt der Durchgang weiterhin durch ein Gitter verschlossen. Das Areal erhält eine Beleuchtung, die zeitgleich mit den Straßenlaternen angehen wird.

Das Berliner Tor:

- erbaut 1718 bis 1722
- die dem Bahnhof zugewandte Seite zeigt Minerva und Herakles sowie den preußischen Adler mit der Inschrift:„Er weicht der Sonne nicht.“ Die Inschrift am schlafenden Löwen lautet: „Selbst in der Ruhe zu fürchten“ in latainischer Sprache
- die Restaurierungs-Kosten für den Durchgang in Höhe von 12.000 Euro trägt zur Hälfte das Land.

Autor:

Marjana Križnik aus Düsseldorf

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