Starke Frauen – Gabi Wettläufer
Ein Herz für Kinder und Tiere

Gabi Wettläufer (64)
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Tiere mochte Gabi Wettläufer schon immer. „Wir hatten stets Hunde“, erinnert sich die heute 65-jährige. Ihr beruflicher Werdegang war als staatlich anerkannte Erzieherin allerdings hauptsächlich auf Kinder ausgerichtet. So übte sie ihren Beruf bis zur Geburt der ersten Tochter im Jahr 1986 aus.

Als ein Jahr später die zweite Tochter das Licht der Welt erblickte, nutzte die heute 64-jährige ihre Erfahrungen, um als Tagesmutter für das Jugendamt der Stadt Voerde zu arbeiten. Gleichzeitig oblag ihr die Leitung der Eltern-Kind Gruppe im Auftrag der Familienbildungsstätte Wesel. „Zum Tierschutz kam ich durch Freunde, die mich fragten, ob ich da nicht was machen wollte“, erklärt die gebürtige Duisburgerin, denn ihre Liebe zu Tieren sei den Menschen nicht verborgen geblieben. Das Angebot nahm sie gerne an und engagierte sich fortan beim Tierschutz Voerde. „Am Anfang habe ich alles gemacht, was notwendig war, um Geld für die Tiere zusammenzubringen“, berichtet sie von ihrem Einstieg. Dazu habe unter anderem der Verkauf von Losen bei Veranstaltungen sowie die Betreuung von Informationsständen auf Märkten gehört. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Größte Pflegestelle

Als eine Familie die Operation ihres kranken Welpen nicht bezahlen konnte und ihn in die Obhut des Tierschutzvereins gab, suchte dieser eine Pflegestelle für das Tier. Gabi nahm ihn zu sich, der Hund wurde operiert und fand später eine liebevolle Familie. Bei einem Hund blieb es aber nicht, es folgten weitere. „Später kamen Katzen dazu“, erzählt die Voerderin. Dabei habe es sich hauptsächlich um freilaufende unkastrierte gehandelt, die vom Tierschutzverein eingefangen und kastriert worden seien. Nach zwei Tagen habe man sie dann wieder freigelassen. So habe sich das Heim der engagierten Tierschützerin während des Zeitraums von 2005 bis 2011 zur größten Pflegestelle im Zuständigkeitsbereich des Vereins entwickelt. Auch diesmal blieb ihr Einsatz für die Tiere nicht unbemerkt und als sich im Jahr 2011 die Leitung des Weseler Tierheims in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete, schlug man sie als Nachfolgerin vor. Natürlich sagte sie wieder nicht „Nein“, denn „Tiere sind wehrlos und bedürfen, wie Kinder, unseres Schutzes“.
So ist sie heute „Herrin“ über etwa 60 Tiere, deren Zahl auch schnell mal auf 100 steigen kann. Hunde, Fundkatzen, Kaninchen, Meerschweinchen und ein paar alte Hühner befinden sich in ihrer Obhut. Teils wurden sie abgegeben, weil ihre Besitzer sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr halten konnten, teils wurden sie gefunden oder sind den Menschen zugelaufen. Unterstützt wird sie von einem festen Team aus fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unzähligen Ehrenamtlern.
„Jeder sollte sich vor der Anschaffung eines Tieres über die Konsequenzen, wie Kosten, Zeitaufwand und andere im Klaren sein“, appelliert sie an alle Tierliebhaber, denn ein Tier sei nun mal keine Sache, wenn es auch rechtlich so gesehen werde. Schließlich handele es sich um Lebewesen mit Gefühlen. Wer unbedingt mit Tieren zu haben wolle, könne sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren. Der Dank der Tiere sei ihm sicher.

Autor:

Randolf Vastmans aus Xanten

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