Talk unterm Schirm — und die Leser auf dem Schirm!
Frag mal den Zeitungsmenschen

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Der Weseler — also die Zeitung, nicht der in Wesel beheimatete Mensch an sich — ist nicht nur volksnah, nein, er ist nicht nur bürgernah, nein, er ist geradezu zwischenmenschlich! Denn zwischen dem Redakteur und den Lesern passt kein einziger Bogen Zeitungspapier. Wie erklärt es sich anders, dass Redakteur Dirk Bohlen (also der Mann, der die Buchstaben in die Zeitungsdruckmaschine wirft) Donnerstag Mittag unter dem Banner „Talk unterm Schirmchen“ auf der Straße steht und Meinungen seiner Leser einholt? Ich nenn' sowas eine mediale Demokratisierungsoffensive par excellence. 

Kleiner Rückblick auf die Aktion:
Brigitte Brzeski, bekannt durch einen »37 Grad«-Beitrag im ZDF und einen Vortrag im SCALA Kulturspielhaus, wünscht sich in der Lokalpresse eine größere Aufmerksamkeit für pflegende Familienangehörige, um Menschen vor Ort und am Herzen zu erreichen, damit sie für das Thema Vorsorge sensibilisiert werden. 

Elke Verlande, die von ihrem Geschäft »Firlefanz« aus (wo sie übrigens für 5€ die Konservendose »Weseler Luft« verkauft und dem Tierheim den Erlös spenden möchte) gut um die Ecke Richtung Der Weseler schauen kann, fragte kurz und spontan an, wo man im Redaktionsgebäude am schnellsten und besten Inserate aufgibt. Antwort: einfach reinschneien, eine/r ist immer da.

Katja Neumann bemerkte mit gut gemeintem und ehrlichen Interesse an der optimalen Lesbarkeit, dass in letzter Zeit die Zeitungen im Allgemeinen eine gewisse Liebe zur Rechtschreibung vermissen lassen.

Und tatsächlich ist es für eingelesene Zeitungskonsumenten unübersehbar, dass wirklich bei jedem Verlag Fehler bei Rechtschreibung oder Grammatik vorkommen — zum Beispiel, wenn am Ende eines Satzes etwas ganz anderes hätte stehen Erdbeere.   ...müssen. ;)

Mit von der gesprächigen Partie war auch Frank Schüring, der sich aufgrund seiner engagierten Umtriebigkeit die Titel »Kulturförderer« und »Wesels heimlicher Fußballbeauftragter« (=hochpassionierter Schalkefan) allesamt verdient gemacht hat und nicht ohne Stolz verlauten ließ, den Weseler immer, also wirklich immer, aufmerksam zu lesen.

Im Scherz gab Timmy Kampmann (aus Gründen der Transparenz: der Autor dieser Zeilen) den Tipp, doch mal ein »100% vegan«-Siegel auf die Titelseite zu drucken — da wird die ganze Zeitung noch interessanter!

Falls jetzt jemand denken sollte: du meine Güte, bei derartiger Einholung von Kritik, Lob und Fragen hätte man doch gleich 'nen Musiker dazustellen können, damit das sich-hinzu-gesellen noch mehr Spaß macht… Richtig gedacht, denn Sänger Volker Hachenberg bescherte dem produktiv schwatzenden Kollektiv mit Gesang, Gittarenspiel und Anekdoten über die psychosozialen Tücken der Wiedervereinigung (als westdeutscher Künstler hatte man wohl Anfag der 90er Jahre in Ostdeutschland mit leichten Aggressionsentladungen zu kämpfen) eine noch lebendigere Atmosphäre.

Ich sach Ihnen: so eine Aktion hat schon Potenzial, als Klassentreffen für aktive Zeitungsleser eingestuft zu werden.

Nachtrag: Ich zum Beispiel hätte auch noch eine Anregung für den Weseler: Im Jahr 2020 in der 1.April-Ausgabe die komplette Zeitung (aber auch mit Anzeigen und Werbebannern!) in der Schriftart Wingdings setzen… Herrlich, die Blicke der Aufschlagenden!

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