Er trägt sein Kleid mit stolz
Weihnachtszeit in Wesel – Ein Plädoyer FÜR den Baum

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  • Foto: Sebastian Peters (entdeckt in der Rheinischen Post, Wesel)
  • hochgeladen von Heike Mühlen

Alle Jahre wieder…

kursieren, nein entbrennen im Netz die Diskussionen über den “Weihnachtsbaum“ am Dom.
Die Wortmeldungen verlaufen hitzig, er wird verhöhnt und verspottet, wäre ein “stählerndes Monster“, ein “Schandfleck für Wesel“, er wäre “peinlich, grottenhäßlich“, ja man spricht ihm sogar die Bezeichnung “Baum“ als Zumutung ab… und so weiter – nur wenige Fürsprecher melden (trauen?) sich zu Wort.

Heute Morgen, bei meinem morgendlichen Spaziergang, musste ich unwillkürlich an Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein denken, das in seiner Kindheit anders aussieht als seine Geschwister und deshalb nur deren Boshaftigkeit erntet, bis es später (erwachsen) erkennt, dass es zu einem wunderschönen Schwan herangewachsen ist.
Das hässliche Entlein repräsentiert den Archetypen des Außenseiters und auch wenn aus unserer “stählernen Tanne“ niemals ein wunderschöner Schwan wird, so liegt doch Schönheit immer noch im Sinne des Betrachters.

Ich mag seine Beständigkeit, kein Sturm wird ihn umwehen, kein Tölpel ihn gar böswillig umkippen (gibt ja leider solche Honks). Ich mag seine Wandelbarkeit, seine Schlichtheit und den Lichterglanz, der sich auf seiner eisernen Haut spiegelt. Ich mag seine stolze Größe und seinen Standort vor unserem majestätischem Dom, vorallem wenn es dunkel ist. Ich mag es, wie der Hohn und der Spott von ihm abprallen und das er jedes Jahr wiederkommt, in einem neuen Kleid.

Ok, über die alljährlich wechselnden Dekorationen mag man uneinig sein, aber die, die ihn schmückten, haben sich Gedanken gemacht und taten dies mit Hingabe und Liebe zum Detail und ich denke, irgendjemand steht immer davor und findet ihn wunderschön. Noch dazu ist er umweltfreundlich und wird noch (allen Unkenrufen zum Trotz) viele Jahre lang zum Einsatz kommen.

Längst zum alljährlichen Wahrzeichen der Stadt geworden (für viele leider negativ behaftet) zieht er immer mehr Besucher an, die sich ihr eigenes Bild von ihm machen wollen und sich vielleicht nur im Stillen trauen ihn zu mögen – Ja, sogar im Fernsehen wurde schon über ihn berichtet, denn Andersartigkeit ist etwas besonderes, und ANDERS ist er, unser Baum und JEDER schaut hin!

Außerdem: Geht es nicht vielmehr darum, wer vor dem Baum steht, was drumherum passiert, als wie er ausschaut?!

Fragt doch mal die Kinder – unbeeinflusst von eurer Meinung! Die sehen in ihm vermutlich nur ein wunderbares Symbol für die kommende Zeit und seinen Glanz, seine eindrucksvolle Größe und Prächtigkeit, so wie er da steht – auf unserem wunderschönen Marktplatz am Dom...

Und wenn ihr mich fragt: Ich mag den Baum

… alle Jahre wieder!

Autor:

Heike Mühlen aus Wesel

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