Wohnkosten im Raum Wesel
Haus & Grund: "Politik treibt Wohnkosten stärker in die Höhe als die Corona-Pandemie"

Die Immobilien- und Mietpreise sind auch in Wesel zum Teil eine Zumutung, urteilt Haus & Grund.
  • Die Immobilien- und Mietpreise sind auch in Wesel zum Teil eine Zumutung, urteilt Haus & Grund.
  • Foto: LK-Archiv/Wolff
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Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es große Befürchtungen: Kommt es im großen Stil zu Mietausfällen? Steigen die Betriebskosten durch monatelangen Lockdown? Inzwischen belegen die Zahlen: Die Pandemie war nicht der Kostentreiber beim Wohnen. Dies behauptet jedenfalls eine aktuelle Analyse von Haus & Grund Wesel.

Darin wird dargelegt: In 1,6 Prozent der Mietverhältnisse in NRW hat die Corona-Pandemie zeitweise zu Mietausfällen geführt. Sie betrugen im Schnitt etwa 2.900 Euro, wie der NRW-Wohnkostenbericht 2021 gezeigt hat. „Dabei haben Mieter und private Vermieter in jedem zweiten Fall miteinander gesprochen und die Vermieter einen Mietverzicht angeboten“, berichtet Rechtsanwalt Matthias Oenning, 1. Vorsitzender von Haus & Grund Wese. Hinzu kommt: „Die privaten Kleinvermieter haben 2020 weitgehend auf Mieterhöhungen verzichtet“, stellt Oenning fest. „Insgesamt sind die Mieten in NRW nur um 0,8 Prozent auf 7,55 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das dürfte vornehmlich auf kleine Anpassungen bei Neuvermietungen zurückzuführen sein.“

Zugleich sind die Wohnnebenkosten im Jahr 2020 mit 3,3 Prozent viermal so stark gewachsen wie die Kaltmieten. „Dieser Anstieg lag aber nicht an Corona“, erklärt der 1. Vorsitzende von Haus & Grund Wesel. „Vielmehr beobachten wir seit Jahren einen steilen Anstieg der Nebenkosten, 2019 lag er mit 5,4 Prozent sogar noch höher als in der Pandemie.“ Hintergrund: Die pandemiebedingt schwache Weltwirtschaft ließ die Preise für Heizöl und Erdgas sinken, die Heizkosten kamen daher 2020 nur auf ein Plus von 2 Prozent. Corona hatte also einen dämpfenden Effekt auf die Wohnnebenkosten.
„Wenn die Zahlen für 2021 vorliegen, werden sie wieder ein viel größeres Heizkosten-Plus zeigen, weil der CO2-Preis dazugekommen ist“, sagt Rechtsanwalt Matthias Oenning. Der sei nur eines von vielen Beispielen, wie die Politik die Wohnkosten in die Höhe treibe. So sind 2020 etwa die Ausgaben für die Schornsteinfeger nach einer vom Bund beschlossenen Gebührenerhöhung um 16 Prozent geklettert. Oenning betont: „Der NRW-Wohnkostenbericht zeigt, dass rund 70 Prozent der
Wohnnebenkosten von politischen Entscheidungen abhängen. Solange die Politik hier kein Kostenbewusstsein entwickelt, wird das Wohnen selbst bei stagnierenden Kaltmieten immer teurer.“

Ein Abwälzen des CO2-Preises von Mietwohnungen auf die Vermieter sei keine Lösung: „Dann fehlt das Geld für energetische Modernisierungen“, sagt Rechtsanwalt Matthias Oenning. Stattdessen müsse das ursprüngliche Versprechen eingelöst und die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung über ein Klimageld vollständig an die Bürger zurückgegeben werden, um für Entlastung zu sorgen.

Autor:

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel

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