SPD in Voerde, Wesel und im Kreis Wesel will die Walsumbahn für den Personenverkehr ausbauen und bis Wesel weiterführen
Reaktivierung der Walsumbahn - Strecke soll „unbedingt“ bis Wesel führen

Diskutierten zum Thema "Walsumbahn" (v.l.): Uwe Goemann, SPD-Fraktionsvorsitzender Voerde, Rainer Keller SPD Kreistagskandidat KWB 23 - Wesel, Dirk Haarmann, Bürgermeister der Stadt Voerde, Dr. Peter Paic, SPD-Landratskandidat, Gerd Drüten, Fraktionsvorsitzender SPD-Kreistagsfraktion, Ulrike Westkamp, Bürgermeisterin der Stadt Wesel, Lothar Ebbers, Fahrgastverband Pro Bahn, Ludger Hovest, SPD-Fraktionsvorsitzender Wesel.
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  • Foto: Zur Verfügung gestellt von: SPD-Fraktion Kreis Wesel.
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Über Hintergründe und Ziele ihrer Forderung zur Reaktivierung der Walsumbahn für den Personenverkehr und Weiterführung der Strecke bis Wesel informierte die SPD. Die SPD in Voerde, Wesel und im Kreis Wesel will die Walsumbahn für den Personenverkehr ausbauen und bis Wesel weiterführen.

Am Anfang stand die Idee, und die soll jetzt zeitnah in die Tat umgesetzt werden. Wenn es nach dem breiten politischen Willen in Duisburg und im Kreis Wesel geht, wird es - in einem ersten Schritt - ab dem Jahr 2025 eine durchgehende S-Bahn-Verbindung von Voerde über Marxloh, Hamborn, Neumühl, Oberhausen und die Duisburger Innenstadt zum Düsseldorfer Hauptbahnhof und den Flughafen geben. Die Strecke ist noch intakt, wird aber nur noch vom Güterverkehr genutzt.

Bahnstrecke „unbedingt“ bis Wesel führen

Die SPD im Kreis Wesel sowie in Voerde und Wesel sehen indes die Notwendigkeit, die Bahnstrecke „unbedingt“ bis Wesel zu führen. „Wir begrüßen die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der Walsumbahn, wollen aber keine Sackgassensituation. Nach 75 Jahren der Unterbrechung - 1945 wurde die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal von deutschen Pionieren gesprengt - müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die durchgehende Verbindung bis zur Kreisstadt wiederherzustellen“, bekräftigt Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp den Plan.

Chancen und Vorteile für die Region

Dr. Peter Paic, SPD Landratskandidat Wesel: „Die Wiederinbetriebnahme für den Personenverkehr bietet gleich mehrere Chancen und Vorteile für die gesamte Region. Mit dem Projekt wird der Verkehrsmix in der Region deutlich zugunsten des ÖPNV verbessert, Straßen würden vom PKW Verkehr entlastet, aber auch die Züge auf der Hauptstrecke Emmerich - Oberhausen, Umwelt und Klima verbessern sich und insgesamt wird eine Optimierung der vernetzten Mobilität erreicht.“

Machbarkeitsstudie

„Nachdem jetzt die Gremien des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den offiziellen Startschuss gegeben haben, soll innerhalb eines Jahres eine Machbarkeitsstudie fertiggestellt werden. Für die Studie stehen 250.000 Euro zur Verfügung. Danach sollen unverzüglich weitere Planungen starten und der Bau der neuen Linie schnellstens beginnen. Geplant ist eine Fertigstellung für Ende des Jahres 2025. Insgesamt dürfte das Projekt um die 20 Millionen Euro kosten“, erläutert Gerd Drüten, Vorsitzender der SPD Kreistagsfraktion Wesel.

Entlastung der Straße

Bürgermeister Dirk Haarmann begrüßt die Überlegungen zur Reaktivierung der Walsumbahn für den Personenverkehr nachdrücklich. „Die Stadt Voerde steht bereit.“ Der Voerder Verwaltungsschef verspricht sich von der Aufnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke eine Entlastung der Straße, wenn Pendler auf die Eisenbahn umsteigen. Nach seiner Einschätzung sind viele Menschen bereit, den Zug zu nehmen, „wenn er eine echte Alternative darstellt. Hier ist ein Sinneswandel zu sehen, verstopfte Straßen will keiner“, so Haarmann.

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz pro Schiene schlagen in ihrer Untersuchung Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken in Deutschland den Ausbau der Walsumbahn für den Personennah- und den Güterverkehr durchgehend bis Wesel vor und schätzen die Voraussetzungen dazu als sehr günstig ein.

Erfolgsrezept für künftigen Verkehrsmix

Mit der Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken könnte der jahrzehntelange Rückzug der Schiene aus der Fläche gestoppt und umgedreht werden. Das sei ein Erfolgsrezept für einen besseren Verkehrsmix in der Zukunft, so der VDV. „Wenn die Eisenbahn das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden soll, dann müssen wir das ganze Land im Blick haben und nicht nur die Großstädte und Ballungsräume oder den Fernverkehr. In Deutschland leben rund 70 Prozent der Menschen in Mittel- und Kleinstädten oder im ländlichen Raum. Für diese große Mehrheit der Bevölkerung benötigen wir effiziente und umweltfreundliche Angebote im Schienenverkehr. Es geht dabei um Klimaschutz, aber auch um die Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen. Die Reaktivierung ist eine riesige Chance, um die Schieneninfrastruktur rasch fit zu machen für den Transport von mehr Fahrgästen und mehr Gütern.“ (Auf der Agenda: Reaktivierung von Eisenbahnstrecken, Hrsg: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V., April 2020.)

Technisch durchaus lösbar

„Die Zeit ist reif für die Walsumbahn. Die Schienen liegen intakt bis Emmelsum und werden für Güterzüge genutzt. Es fehlen lediglich ein paar 100 Meter bis Wesel, um in die Hauptstrecke einzufädeln. Der fehlende Anschluss sowie die Brücke über den Kanal dürften technisch durchaus lösbar sein“, ist sich der Weseler SPD Fraktionschef Ludger Hovest sicher.
„Zudem“, so der Voerder SPD Fraktionschef Uwe Goemann, „müssen auch keine riesigen Bahnhöfe gebaut werden. Zweckmäßige überdachte und barrierefreie Haltepunkte mit einem Ticketautomaten sowie ausreichend Parkplätze für PKW und Fahrräder, ‚Mobilitäts-Parkplätze‘ reichen vollkommen aus. So erhalten die Berufspendler neue Anreize, auf die Schiene umzusteigen.“ Gleichzeitig würden sich mit der Bahn neue Möglichkeiten für den Einkaufs- und Freizeit-Tourismus eröffnen.

Förderbedingungen

Die SPD Vertreter sehen auch finanzierungstechnisch keine unüberwindbaren Schwierigkeiten. Sondern ganz im Gegenteil, mit der Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) wurden seitens des Bundes die Rahmenbedingungen für Reaktivierungsprojekte im Personenverkehr erheblich verbessert. Dies gälte nicht nur für die Höhe der bereitgestellten Mittel, sondern auch für die Förderbedingungen.

Diese positive Entwicklung führe jetzt zu entsprechenden Aktivitäten auf kommunaler und auf Landesebene, um schneller förderfähige Bahn-Reaktivierungen zu definieren.

Zeit für Wiederbelebung nutzen

„Wir müssen die Zeit jetzt nutzen, um so die Wiederbelebung der Walsumbahn in den kommenden Jahren zu realisieren“, so ein zuversichtlicher Dr. Peter Paic, der - im Falle seiner Wahl zum Landrat - die Mobilität der Zukunft für den Kreis Wesel vorantreiben will. „Die Walsumbahn macht Sinn, ist umweltfreundlich, reduziert den PKW Verkehr und dient der Mobilität im Kreis.“

Dirk Haarmann: „Wenn die Bundesregierung bis 2030 die Fahrgastzahlen auf der Schiene verdoppeln und den Marktanteil des Schienengüterverkehrs auf 25 Prozent erhöhen will, kann dies nur funktionieren mit einem konsequenten Ausbau der Infrastruktur, die hier bereits in großen Maße vorhanden ist.“ Der Bahndamm und die Schienen seien ja auf über 90 Prozuent der Strecke bereits vorhanden.

Direkt nach den Kommunalwahlen und den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie wollen die SPD Vertreter fraktionsübergreifend für einen breiten politischen Konsens in der Region werben, um den nötigen Druck zu erzeugen. „Die Zeit ist reif für das wichtige Schinenprojekt. Wir brauchen jetzt Planungssicherheit und einen realistischen Realisierungsfahrplan“, sind sich alle einig.

Hintergrundinfos zur Walsumbahn

Des Weiteren heißt es in der Presseinfo: "Die Bahnstrecke Oberhausen – Wesel, auch Walsumbahn genannt, wurde 1912 in Betrieb genommen. Die Strecke wurde als Nord-Süd-Entlastung der Hauptlinie Wesel – Dinslaken – Oberhausen gebaut. Wegen ihrer Nähe zum Rhein wurde die Bahnstrecke als Hochbahn ausgeführt.

Im Jahr 1930 wurde nördlich von Spellen die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal errichtet, die am 24. März 1945 von deutschen Pionieren gesprengt wurde. Bis in die 1960er Jahre war ein Wiederaufbau vorgesehen, die Bundesbahndirektion (BD) Essen legte den Abschnitt Spellen – Wesel erst zum 19. März 1969 still.

Ebenfalls im März 1945 wurde außerdem die Eisenbahnbrücke über die heutige Kleine Emscher gesprengt und die Strecke zwischen Walsum und Hamborn unterbrochen. Während der Bahnhof Hamborn weiterhin aus Richtung Oberhausen erreichbar war, wurde der Abschnitt Walsum - Spellen über ein Privatanschlussgleis und das Werkbahnnetz der Gutehoffnungshütte an den Bahnhof Sterkrade angeschlossen. Ab 1948 befuhren Güterzüge und Personenzüge den Abschnitt Hamborn – Walsum wieder.

1950 stufte die Deutsche Bundesbahn den Streckenabschnitt Walsum – Spellen in eine Nebenbahn herunter, 1957 wurde der Stückgutverkehr in Möllen und Spellen eingestellt.

1959 begann der Bau der Kreisbahn Dinslaken, die als Industriestammgleis die am Südufer des Wesel-Datteln-Kanals gelegenen Betriebe an die Eisenbahn anschließen sollte. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Strecke 1960 eröffnet werden.
1963 stellte die Deutsche Bundesbahn den Personen-, Eilgut- und Güterverkehr auf dem Abschnitt Walsum – Spellen ein. Die Haltestelle Möllen war damit die nächsten fünf Jahre funktionslos. Anstelle der Personenzüge kamen wie schon seit 1945 zwischen Wesel und Spellen Bahnbusse zum Einsatz.

Der Personenverkehr zwischen Oberhausen Hbf und Walsum wurde 1983 eingestellt.

Der verbliebene Güterverkehr konzentrierte sich auf die Bedienung mehrerer Anschlüsse, unter anderem die Grillo-Werke (Duisburg-Hamborn), Zeche Walsum, Kraftwerk Duisburg-Walsum, Haindl Papier (Walsum), Kraftwerk Voerde (Möllen) unddie Anschließer der Kreisbahn Dinslaken und des Hafens Emmelsum (Spellen).

Nach der Stilllegung der Zeche Walsum im Jahr 2008 und des Kraftwerks Voerde im März 2017 ist das tägliche Zugaufkommen weiter zurückgegangen.

Die seit 1912 bestehenden Bahnhöfe Oberhausen-Buschhausen, Duisburg-Hamborn, Walsum, Möllen und Spellen sind nach der Aufgabe des Personenverkehrs 1963 und 1983 weiterhin in Betrieb. Der Bahnhof Spellen wurde 1985 in eine Anschlussstelle umgewandelt. Die Empfangsgebäude sind noch vorhanden und werden überwiegend privat genutzt. Das imposante Empfangsgebäude des Bahnhofs Duisburg-Hamborn beherbergt unter anderem ein Café, die Empfangshalle wird für Hochzeitsfeiern genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg endeten die Personenzüge in Spellen, da die Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal gesprengt worden war. Es gingen die Haltepunkte Voerde (Nrh)-Löhnen (1947), Duisburg-Hamborn Provinzialstraße (1948) und Duisburg-Marxloh (1967) in Betrieb. Das Zugangebot war nach der Ausweitung des Kohleverkehrs nach Möllen ab 1976 auf zwei Zugpaare zurückgegangen. Außer gelegentlichen Sonderfahrten wird kein Personenverkehr mehr durchgeführt.

Im Oktober 2019 wurde nun der Startschuss für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zu einer Reaktivierung des SPNV seitens des VRR gegeben, sodass bis 2025 auf der Strecke wieder Personenzüge verkehren könnten. Dieser Vorstoß trifft in der Bevölkerung sowie bei den Städten entlang der Strecke bisher auf überwiegend positive Resonanz.

Am 17. Januar 2020 haben Vertreter der Städte Duisburg, Oberhausen sowie des Kreises Wesel und des VRR eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Wiederaufnahme der Walsumbahn zu prüfen.

Das Geld ist vorhanden. Der VRR und die Stadt Duisburg setzen eigene Haushaltsmittel ein, profitieren aber zugleich von großzügigen Fördergeldern des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. CDU, SPD und Die Grünen im VRR, waren von Beginn an von der Idee angetan. Gemeinsam haben die drei Parteien das Projekt angeschoben und viele Menschen und Organisationen wie etwa den Fahrgastverband ProBahn mit ins Boot geholt. Auch das NRW Verkehrsministerium hat bereits seine volle Unterstützung zugesagt. Man geht „felsenfest“ von einer zügigen Realisierung des Plans aus.

Von Voerde aus über Walsum, Fahrn, Marxloh, Hamborn, Neumühl und Buschhausen geht es zum Hauptbahnhof Oberhausen. Dort schwenkt die „alte, neueS-Bahn“ auf die vorhandenen Gleise nach Düsseldorf."

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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