Dr. Ullrich Raupp geht in den Ruhestand – neue Chefärztin (SPZ, IFF, KJPP) wird Dr. Stephanie Boßerhoff

Er hat sieben Chefarztwechsel am Marien-Hospital mitverantwortlich begleitet, nun ist er selbst an der Reihe: Dr. Ullrich Raupp (65) geht Ende November in den Ruhestand.

23 Jahre war der Kinder- und Jugendarzt, Kinderneurologe und Kinder- und Jugendpsychiater in der Weseler Klinik tätig, seit 2007 als „dreifacher Chefarzt“ für das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ), die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP). Zudem war Dr. Ullrich Raupp von 2008 bis 2014 als Ärztlicher Direktor Teil der Betriebsleitung und in die strategische Entwicklung des Krankenhauses eingebunden.

Die Leitung der von ihm geführten Einrichtungen mit zusammen rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernimmt zum 1. Dezember 2017 Dr. Stephanie Boßerhoff (49) als neue Chefärztin. Dieser Wechsel vollzieht sich nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich nahtlos: Die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie ist seit November 2006 als Leitende Oberärztin im SPZ tätig. Gleichzeitig übernimmt Claudia Vogt die ärztliche Leitung der Tagesklinik und Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sie als Oberärztin maßgeblich mit aufgebaut hat.

Frühförderstelle IFF besteht über 40 Jahre

Bereits seit 42 Jahren besteht die Frühförderstelle (IFF). Die rehabilitative Einrichtung leistet Hilfestellung und gezielte Förderung für Kinder und deren Familien. Die Zahl der Kinder beträgt etwa 220 pro Jahr mit wöchentlichen ambulanten Terminen. Betreut werden Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt, deren Entwicklung verzögert ist, die behindert oder von Behinderung bedroht sind. Frühförderstelle und SPZ sind seit vier Jahren in einem Neubau an der Breslauer Straße untergebracht, der eine effektivere Vernetzung beider Einrichtungen gewährleistet. Wie das SPZ, so hat auch die Frühförderstelle eine Nebenstelle – in Rheinberg.

Psycho-soziale Erkrankungen nehmen zu

Zum Ende seiner 23-jährigen Tätigkeit im Marien-Hospital stellt Dr. Raupp fest: Erkrankungen im psycho-sozialen Bereich haben stark zugenommen und tun es weiterhin. Beziehungs- und Verhaltensauffälligkeiten, ADHS, Depressionen, Angstzustände, Adipositas und Sucht zählen an erster Stelle dazu. Dafür nennt der scheidende Chefarzt drei wesentliche Ursachen: die Entgrenzung und Auflösung der Familienverbünde, die Verminderung der Beziehungsfähigkeit und die Verwirtschaftlichung der Gesellschaft. Konkret heißt das auch: Erwerbstätigkeit steht in Konkurrenz zu Liebes-, Genuss- und Beziehungsfähigkeit. Und eine alte Plage wird neu belebt: „Ich wirke nicht durch das, was ich bin, sondern durch das, was ich darstelle“, sagt Dr. Raupp und führt als Ausdruck dieser Entwicklung das „Phänomen Selfie“ an. Er erkennt zudem: Wenn sich Grenzen innerhalb der Familien auflösen, gehen für die Kinder Vorbild, Halt und Haltung verloren.


Noch etwas Persönliches zu den beiden Medizinern:
Dr. Stephanie Boßerhoff stammt aus Voerde, wo sie heute mit ihrer Familie lebt. Sie hat zwei Söhne (13 und 19 Jahre) und eine Tochter (29). Dr. Ullrich Raupp ist ebenfalls verheiratet, er ist Vater von zwei Söhnen (29 und 32). Im Ruhestand möchte er reisen (Neuseeland!) und bergwandern, außerdem schreinert er gern, backt und kocht. Seit über 30 Jahren erstellt er regelmäßig Gutachten für Familien- und Sozialgerichte und will dies auch fortsetzen. 

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