Stadtteilwanderung
Wittens Geschichte "ergehen" mit dem Crengeldanz-Treff

Das Haus Zeller war einst ein beliebtes Tanzlokal.
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  • Das Haus Zeller war einst ein beliebtes Tanzlokal.
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Kommt der Name des Crengeldanz in Witten vom „Tanz um den Krengel“, wie es die meisten der Teilnehmer einer Stadtteilwanderung gelernt hatten? Oder liegt die Begründung dafür eher im Dunkeln der Geschichte, wie Stadtführerin Hildegard Priebel mit 30 reichen Jahren heimatgeschichtlicher Erfahrung felsenfest betonte?

Wie auch immer, der Crengeldanz zeigte sich den Wanderern des Crengeldanz-Treffs von seiner sonnigen Seite und man stieß fast Schritt für Schritt auf eine reichhaltige Geschichte dieses alten Stadtteils.
Schon 1794 wurde hier die zweite überregionale Chaussee Preußens vorbeigeführt. Die nahen Mergelgruben und Kohlevorkommen waren Voraussetzungen für die entstehende Glasproduktion, die fast einhundert Jahre mit dem Namen Müllensiefen verbunden blieb, dann Detag hieß und heute zum japanischen Konzern NSG gehört. 700 Menschen produzieren heute hier hochkomplexe Autoscheiben für die deutschen Edelmarken.
Hildegard Priebel wusste zu berichten, dass die Müllensiefens ihren umfangreichen Grundbesitz von einer der drei Wittener Adelsfamilien erwarben – einschließlich des 1706 entstandenen, heute immer noch ansehnlichen Hauses Crengeldanz, auch wenn der vor dem Haus liegende Teich schon lange versandet ist.
Weitere Stationen waren die Schottsiedlung (Baujahr 1914), die als Gartenstadt heute immer noch ein begehrtes Wohnquartier ist, und die frühere Gaststätte Zeller an der Ecke Hörder Straße – bis in die 60er Jahre ein beliebtes Tanzlokal: „Die machten schon um 10 Uhr abends dicht, da musstest du früh kommen, wenn du was erleben wolltest“, erinnert sich Adolf Schröder.
Auf dem Weg zur heutigen Ruhrbühne, dem Domizil des Wittener Amateurtheaters, befand sich an der Bochumer Straße 8 ab 1825 die erste Postexpedition der Königlich Preußischen Postkutschenhaltestation. Das kleine Gebäude wurde 1856 als erstes Schulgebäude umfunktioniert. Die neugierigen Zuhörer staunten nicht wenig, was seit der Postkutschenzeit in diesem kleinen Gebäude alles eine Heimat fand. Zwei Stunden vergingen trotz Hitze wie im Fluge, war man doch nicht nur „hungrig auf Geschichte“, sondern auch endlich mal wieder mit anderen beisammen.

Nächstes Treffen im Schwesternpark

Auch die nächsten Treffen des Crengeldanz Treffs, veranstaltet von Awo und Quartiermanagement, finden draußen und mit Abstand statt. Am Donnerstag, 9. Juli, um 14 Uhr geht es in den Schwesternpark, wo Gärtner Burghard Bredenbeck die Schönheiten dieser Parkanlage zeigen wird. Anmeldungen sind erforderlich unter Ruf 0170/8533762 bei Rolf Kappel. Die Veranstaltung findet nicht bei Gewitter oder Starkregen statt, neben guter Laune und Neugier ist ein Mund-Nase-Schutz mitzubringen.

Autor:

Nicole Martin aus Witten

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