Jung lehrt alt an Holzkamp-Gesamtschule

Wolfgang Rochna, Initiator des Projekts „JuleA“, erklärt den Teilnehmern den Ablauf.
3Bilder
  • Wolfgang Rochna, Initiator des Projekts „JuleA“, erklärt den Teilnehmern den Ablauf.
  • hochgeladen von Walter Demtröder

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ lautet ein altes Sprichwort. Stimmt so aber nicht, denn an der Holzkamp-Gesamtschule wird Hans jetzt unterrichtet.
Im Rahmen des Projekts „JuleA“ lernen Senioren der Generation 55+ von Schülern der Klassen 9 und 10. „JuleA“ steht für „Jung lehrt alt“ und setzt auf Kompetenzen von Schülern im Umgang mit modernen Medien wie Handys oder Tablets – Medien, für die vielen Senioren der Zugang fehlt. Als „Schülerlehrer“ vermitteln die Jugendlichen ihr Wissen. Gearbeitet wird paarweise – jeder „Seniorschüler“ hat dabei seinen eigenen Schülerlehrer.
Ideengeber ist der Arnsberger Wolfgang Rochna, der das Projekt vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Die Holzkampschule nimmt zum ersten Mal daran teil und kann dabei auf Fördermittel der Sparkasse zählen.
Ein vordefiniertes Lernziel gibt es während der insgesamt acht Kursstunden, die in Räumlichkeiten der Schule stattfinden, nicht. Es kann in den Bereichen PC- und Smartphonekunde sowie Situationsenglisch nach eigenem Gutdünken gelehrt und gelernt werden. Die Schülerlehrer erhalten einen positiven Eintrag ins Zeugnis und das NRW-Ehrenamtszertifikat.
„Ich möchte auch in meinem Alter noch etwas lernen“, sagt Christel Römer (77), die sich extra für das Projekt ein Smartphone zugelegt hat. „Damit möchte ich über whatsapp mit einer Sportfreundin kommunizieren“, erklärt sie.
Ihre Lehrerin ist die 15-jährige Maja Spiaczka. „Ich kenne mich gut mit dem Smartphone aus und wollte gerne etwas Ehrenamtliches machen“, erklärt sie ihre Intention. Schülerlehrer Simon Schramm (14) ergänzt: „Und mit dem Zertifikat hat man bessere Chancen, wenn man sich bewirbt.“
Sein Schützling ist der 68-jährige Jochen Küch, seit einem Dreivierteljahr ebenfalls Besitzer eines Smartphones, das er eigentlich nicht braucht. „Mir reicht ein ganz normales Handy, denn ich muss nur erreichbar sein und anrufen können“, sagt er. Warum er dann überhaupt ein Smartphone nutzt, verrät er auch: „Das habe ich geschenkt bekommen.“

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen