Auf ein Wort: Von der Raupe zum Schmetterling

Burckhard Zühlke ist Pfarrer der Kreuzgemeinde.

Am Sonntag ist Totensonntag, dann werden wieder viele Menschen auf den Friedhof gehen, um die Gräber ihrer Verstorbenen zu besuchen. Friedhöfe sind Orte der Trauer, der Ruhe und Besinnung, aber auch der Erinnerung.

Dabei erzählen viele Gräber mehr als Namen und Lebensdaten. Auf vielen Grabsteinen gibt es Kreuze, manche zitieren ein Bibelwort. Menschen, die ihre Gräber so christlich gestalten, drücken ihre Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod aus. Friedhöfe sind also auch Orte der Verkündigung.
Auf einem großen Friedhof in Hamburg wurde ich auf ein Schmetterlings­grabfeld aufmerksam. Alles ist herrlich gestaltet mit Pflanzen, an denen sich besonders gern Schmetterlinge aufhalten; alle Gräber dort haben auch ein Schmetterlingssymbol.
Ich habe damals gelernt, dass die Verwandlung der Raupe über die Verpuppung bis zum Schmetterling ein altes christliches Symbol für die Auferstehung der Toten ist. So wie sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt, werden auch wir Menschen schließlich herrlich verwandelt werden in ein neues und unbelastetes Leben bei Gott. Dieses Leben wird glücklich und ohne Ende sein. Auch wenn das Symbol nicht aus der Bibel stammt, drückt es nichts anderes aus, als die christliche Auferstehungshoffnung.
Wie gut, dass Friedhöfe auch solche herrlichen Perspektiven verkünden. Ich hoffe, dass solche Zeichen Menschen trösten. Darum steht in meinem Kalender auch nicht Totensonntag, sondern Ewigkeitssonntag.

Autor:

Lokalkompass Witten aus Witten

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