Gebäude in Arnsberg, Sundern und Meschede werden angeleuchtet
"Orange your city": Mit Licht ein Zeichen gegen Gewalt setzen

Setzen mit der Aktion "Orange your city" ein Zeichen (v.l.): Christoph Weber (Bürgermeister Meschede), Ferdi Lenze (stellv. Landrat HSK), Ralf Paul Bittner (Bürgermeister Arnsberg), Nicole Jerusalem (stellv. Präsidentin Zonta Club Arnsberg), Raphaela Czech-Schneider (Präsidentin Zonta Club Arnsberg), Barbara Neuhaus (Zonta-Club Arnsberg) und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. | Foto: Diana Ranke
  • Setzen mit der Aktion "Orange your city" ein Zeichen (v.l.): Christoph Weber (Bürgermeister Meschede), Ferdi Lenze (stellv. Landrat HSK), Ralf Paul Bittner (Bürgermeister Arnsberg), Nicole Jerusalem (stellv. Präsidentin Zonta Club Arnsberg), Raphaela Czech-Schneider (Präsidentin Zonta Club Arnsberg), Barbara Neuhaus (Zonta-Club Arnsberg) und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel.
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Ab dem 25. November leuchten politische Gebäude orange in Arnsberg, Sundern und Meschede. Die Aktion des Zonta Clubs Arnsberg soll auf die Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen - denn die ist auch im HSK trauriger Alltag.
"Gewalt an Frauen und Mädchen ist in NRW auf dem Niveau von Wohnungseinbrüchen", erklärte Regierungspräsident Hans-Josef Vogel jetzt in Arnsberg. Anders als letztere werde sie aber kaum thematisiert. Das soll sich jetzt ändern: Mit der Aktion "Zonta says No" (Zonta sagt Nein) will der Zonta Club das Thema im wahrsten Sinne "beleuchten": Ziel ist es, auf den Missstand aufmerksam zu machen und betroffene Frauen zu ermutigen, sich Hilfe zu holen", erklärte Nicole Jerusalem, Vizepräsidentin des Zonta Clubs Arnsberg. Aber: "Wir Frauen alleine werden es nicht schaffen - wir brauchen die ganze Gesellschaft."

"Aufgabe von Männern und Frauen"

"Das ist eine Aufgabe von Männern und Frauen", bekräftigte auch Regierungspräsident Hans- Josef Vogel. "Wir haben als Staat eine besondere Verpflichtung und die Aufgabe, Menschen entsprechend zu schützen." Insgesamt seien rund 82 Prozent der Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer von Gewalt durch aktuelle oder ehemalige Partner. Die Dunkelziffer ist hoch. Für Regierungspräsident Hans-Josef Vogel und die Bürgermeister Ralf Paul Bittner in Arnsberg, Ralph Brodel in Sundern und Christoph Weber in Meschede ist die Unterstützung der Aktion selbstverständlich. Auch die Kreisverwaltung ist dabei. "Es besteht Handlungsbedarf", erklärte der stellvertretende Landrat Ferdi Lenze. Allein 2018 habe es im HSK 153 Verweise nach dem Gewaltschutzgesetz gegeben. "Das ist ein Gewaltthema, das bei uns lokal stattfindet", fand Meschedes Bürgermeister Christoph Weber klare Worte. "Man muss null Toleranz zeigen!" Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner hatte in seiner rund 30-jährigen Polizeilaufbahn immer wieder mit dem Problem zu tun. "Oft sind es Vertrauenspersonen, die einem Gewalt antun, von denen man Schutz erwartet. Das ist nochmal eine andere Dimension."

"Hingucken, öffentlich machen und darüber sprechen"

Hilfe können betroffene Frauen und Mädchen in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern finden. Die seien jedoch häufig unterbesetzt, die Frauenhäuser oft voll, sodass es vor Ort keinen Platz gebe, erklärte Barbara Neuhaus vom Zonta Club. Im ganzen HSK gibt es nur ein Frauenhaus. "Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, wir brauchen die Politik!" Neben der Finanzierung und Prävention spielt das öffentliche Bewusstwerden eine wichtige Rolle. "Wenn das Bewusstsein in der Gesellschaft nicht da ist, Zivilcourage, wird sich nichts ändern", so Lenze. Dieses breite gesellschaftliche Engagement will der Zonta Club Arnsberg mit der Aktion erreichen: "Hingucken, öffentlich machen und darüber sprechen."

Aktion vom 25. November bis 10. Dezember

Vom 25. November bis zum 10. Dezember werden der Turm der Bezirksregierung in Arnsberg, die Kreisverwaltung in Meschede sowie die Rathäuser in Arnsberg, Sundern und Meschede orange beleuchtet (tägl. von 17 bis 22 Uhr). Der Zeitraum ist bewusst gewählt, denn die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 25. November zum Tag der Beseitigung gegen Gewalt an Frauen ausgerufen, und der 10. Dezember wurde zum Tag der Menschenrechte erklärt. "Wer nichts sagt, steht auf der Seite der Täter", brachte es Regierungspräsident Hans-Josef Vogel auf den Punkt. "Es gibt keine Neutralität beim Thema Gewalt. Wir sind da alle gefragt."

Hintergrund

Unter dem Motto "Zonta says No" setzt auch der Zonta Club Arnsberg weithin sichtbare Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Er beteiligt sich damit - gemeinsam mit rund 130 dt. Zonta Clubs - an der weltweiten 16-tägigen Kampagne von Zonta International. Das Netzwerk engagierter Frauen unterstützt damit auch im Jahr seines 100-jährigen Bestehens die Anstrengungen der Vereinten Nationen zur Erreichung der international vereinbarten Ziele der Geschlechtergerechtigkeit.

Autor:

Diana Ranke aus Arnsberg-Neheim

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