Bensdorp in Cleve bezahlte: Kunst als Versöhnung anno 1923

Grabstein für Heinrich Nauen und seine Frau, entworfen durch Ewald Mataré, ausgeführt durch Joseph Beuys. Museum Kalkar
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  • hochgeladen von Jan Kellendonk

In einer Zeit worin Künstler hehre Ziele hatten und noch tief religiös empfanden, wurden einige Künstler aus Krefeld eingeladen ihre Werke in Nimwegen auszustellen. Wir schreiben das Jahr 1923. Die Firma Bensdorp aus Kleve hatte den Transport bezahlt, der Kunstverein „In Consten Eén“ war Schirmherr. Es waren Werke zu sehen von Jan Thorn Prikker und der Gruppe die sich damals um ihn geschart hatte: Helmuth Macke, Wolf v. Beckerath Josef Strater, Hermann Schmitz, Heinrich Dieckmann, Peter Hecker, Anton Wendling und Heinrich Nauen. Der Kunstkritiker der Zeitung für Gelderland und Nimwegen, Leo Niehorster, befasste sich ausführlich mit diesen Werken. Der erste Weltkrieg war erst 5 Jahre vorbei und es war eine Handreichung der deutschen Künstler, ein Versuch wieder mit den Niederlanden, Frankreich und Belgien zu verkehren, auf dass auch Künstler aus diesen Ländern wieder in Deutschland ausstellen mögen. Heinrich Dieckmann sprach einleitend Worte, von Leo Niehorster zusammengefasst. „Die Zeit worin Kunst Luxus war der aufgehängt überm Sofa das Leben verschönern sollte, ist vorbei. Aufgeschreckt aus einer banalen und behaglichen Ruhe steht die Menschheit, seit Vincent van Gogh, plötzlich vor einer Kunstäußerung die erschreckt, worin alle Sicherheiten und Gesetze die man in Bezug auf Kunst zu kennen meinte, verneint und abgelehnt werden. Erneut wird die Menschheit zu ihrem eigenen Heil gezwungen eigene Reinheit zu suchen, empfänglich zu sein und ohne Vorurteil zuzuhören. Als Lehrling muss der Mensch vor dem Kunstwerk stehen und den Willen belauschen, der mittels der Form zu uns kommt. (…) Von dem Mensch der Sinn für Kunst hat wird verlangt, dass er nicht oberflächlich und dass seine Lebenshaltung rein sei, dass er das Wesen für wichtiger hält als den Schein. So ist die neue Kunst im Wesen religiös und überschreitet die Grenzen der einseitigen und erstarrten Religiosität. Das Leben des Geistes kennt und anerkennt keine Grenzen und ist daher international. Inmitten von Hass der Nationen ist die Kunst ein Mittel zur Versöhnung, sie stellt die Einheit inmitten der Zersplitterung, sie dient dem Wesen dem alle Grenzen fremd sind“.

Autor:

Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau

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