Stadtwerke Bochum rufen zum Sparen auf
Kunden zahlen ab 1. November höhere Preise

Mit Plakaten und Anzeigen werden die Stadtwerke Bochum fürs Energiesparen, im Bild Geschäftsführer Frank Thiel (l.) und Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung. | Foto: Vera Demuth
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Die Energiekosten steigen; auch die Stadtwerke erhöhen bei ihren Kunden die Preise. Zugleich haben sie jetzt eine Kampagne gestartet, in der sie zum Energiesparen aufrufen. "Es macht viel aus, wenn Du viel ausmachst" lautet das Motto.

Von Vera Demuth

"In jedem Haushalt, in öffentlichen Gebäuden und bei der Industrie gibt es Möglichkeiten, Energie zu sparen", appelliert Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung. Jeder müsse mithelfen. Mit verschiedenen Plakatmotiven erinnern die Stadtwerke daran, dass sich bereits mit kleinen Maßnahmen der Energieverbrauch senken lässt. So verringern sich die Energiekosten um sechs Prozent, wenn man die Heizung um ein Grad herunterdreht. Mit einem Sparduschkopf kann man 30 Prozent der Energiekosten sparen, und wenn man beim Kochen den Deckel auf den Topf legt, gar 65 Prozent. Mit solchen einfachen Tipps könne ohne großen Komfortverlust viel erreicht werden, sagt Geschäftsführer Frank Thiel. Er nennt gleich drei positive Effekte des Energiesparens: unabhängiger von Russland bei der Gasversorgung werden, den eigenen Geldbeutel schonen und das Klima schützen.
Darüber hinaus bittet Thiel darum, Energie zu sparen, um sich mit den 62 Stadtwerke-Kunden solidarisch zu zeigen, deren Gasversorgung abgeschaltet werden könnte. Dies betrifft vor allem Industrie- und Gewerbekunden, aber auch öffentliche Einrichtungen, die per Gesetz vom Gasnetz getrennt werden könnten, sollte die Bundesregierung die Notfallstufe des Notfallplans Gas ausrufen. So sollen Privathaushalte, Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen geschützt werden.
Sollte die Notfallstufe eintreten, haben die Stadtwerke Notfallpläne vorbereitet. Diese sehen auch vor, dass Teile der Energieversorgung – bei Industriekunden und den Stadtwerken selbst – kurzfristig von Gas auf Öl umgestellt werden. "Das wird zum Teil schon gemacht", so Spohn.

Stadtwerke haben Notfallpläne

Als dramatisch bezeichnet er die Lage auf den Energiemärkten. Dies ist sowohl der Drosselung der Gasversorgung durch Russland als auch der Schieflage von Uniper geschuldet. Spohn rechnet damit, dass die Situation auch im Winter 2023/24 noch zu Unsicherheiten führen wird.
Um das Zehnfache hätten sich der Gas- und der Strompreis bei der Beschaffung erhöht, erläutert Spohn. Für die Kunden sei es jedoch gut, dass die Stadtwerke langfristig einkauften und so eine Mischung aus dem alten günstigen und neuen teuren Preis anböten.
Nichtsdestotrotz müssen die 60.000 Gaskunden in Bochum deutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn nicht nur den Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) haben die Stadtwerke um 4,64 Cent angehoben. Hinzu kommen die Gasbeschaffungsumlage mit 2,419 Cent pro kWh, die Gasspeicherumlage von 0,059 Cent pro kWh sowie die Bilanzierungsumlage von 0,570 Cent pro kWh. "Die Bilanzierungsumlage lag zuletzt bei 0 Cent", sagt Thiel. "Die Höhe hat uns auch überrascht."

Neue Preise ab 1. November

Da die Höhe der drei Umlagen jedoch erst vorige Woche von der Trading Hub Europe GmbH festgelegt wurde und die Stadtwerke verpflichtet sind, ihre Kunden sechs Wochen vor einer Erhöhung zu informieren, werden die neuen Preise nicht wie vorgesehen zum 1. Oktober, sondern zum 1. November fällig. Den Monat erlassen werden die Stadtwerke ihren Kunden aber wohl nicht. "Das wird noch diskutiert, aber wir werden es beim Preis berücksichtigen", kündigt Thiel an.
Die Stadtwerke rufen nicht nur zum Energiesparen auf, sondern tun es auch selbst. So haben sie in ihrem Gebäude am Ostring einen Großteil der Beleuchtung auf LED umgestellt; eine künstliche Intelligenz steuert die Heizung, und im Winter soll die Temperatur in den Büros nur 19 Grad betragen.

Kampagne der Stadtwerke

Für ihre Kampagne "Es macht viel aus, wenn Du viel ausmachst" haben die Stadtwerke Strom- und Heizspartipps zusammengestellt. Zu finden sind sie auf der Website unter www.stadtwerke-bochum.de/esmachtvielaus.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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