Ratsbeschluss Musikzentrum soll unterlaufen werden

Egal ob die Spenden der Stiftung vorliegen, die Förderbescheide oder eine Planung der Architekten, die den Kostenrahmen von 33,3 Mio. überschreitet. Kulturdezernent Townsend will trotzdem am 28.06. den Baubeschluss für das Vorhaben Musikzentrum vom Rat treffen lassen.

Townsend ist dabei offensichtlich egal, dass dieses Vorgehen gegen den Grundsatzbeschluss des Rates vom 09.03.11 verstoßen würde (Beschlussfassung nach Änderungsantrag von SPD und Grünen http://gruene-bochum.de/userspace/NW/kv_bochum/Dokumente/Gruene_Themen/Musikzentrum/Info/20110236_Aenderungsantrag_Koalition_ViktoriaQuartierBochum.pdf).

1. Aussage Townsend: Bis zur Ratssitzung brauchen wir noch eine Förderzusage vom Land - "mit einem gewissen Maß an Verbindlichkeit“ ("http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Erst-die-Stiftung-dann-das-Land-dann-Ratsbeschluss;art932,1663769").

Im Ratsbeschluss heißt es ganz eindeutig, ehe ein positiver Beschluss getroffen wird, müssen die Fördergelder „rechtssicher zur Verfügung stehen“. Also muss bevor ein Baubeschluss getroffen werden kann, ein formal rechtsverbindlicher Förderbescheid vorliegen.

Ein gewisses Maß an Verbindlichkeit reicht laut Grundsatzbeschluss nicht. Dieser fordert ganz konkret und wörtlich "Rechtssicherheit". An diese Vorgabe hat sich auch Townsend zu halten.

2. Aussage Townsend: „Wir dürfen erst weiter machen, wenn klar ist, dass gebaut wird.“ Erst anschließend soll der Entwurf der Architekten Bez + Kock überarbeitet werden, denn noch liegt er über dem gesetzten Kostenrahmen ("http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Erst-die-Stiftung-dann-das-Land-dann-Ratsbeschluss;art932,1663769").

Fakt ist, es liegt aktuell keine Planung vor, die den gesetzten Kostenrahmen von 33,3 Mio. Euro einhält.

Im Grundsatzbeschluss heißt es jedoch, der Baubeschluss kann nur getroffen werden, wenn eine Planung vorliegt, die im vorgegebenen Kostenrahmen zu realisieren ist. Die vorliegende Planung ist laut Architekten Bez + Kock nur für 34,8 Mio. nicht aber für 33,3 Mio. zu realisieren. Die Baukosten müssen also noch mind. um immerhin 4,5% reduziert werden.

Erst muss also der vorliegende Entwurf von den Architekten überarbeitet werden, damit eine Planung vorliegt, die tatsächlich für 33,3 Mio. realisiert werden kann. Erst nachdem diese neue Planung präsentiert und sorgfältig geprüft wurde, kann der Baubeschluss getroffen werden.

Die Art und Weise in der Townsend bestehende Ratsbeschlüsse bewusst unterlaufen will und beabsichtigt den Rat durch seine Vorgaben zu bevormunden, um Entscheidungen zum eigenen Vorteil beeinflussen zu können, ist leider ein typisches Handlungsmuster der Bochumer Politik.

Zu hoffen ist, dass zumindest die Grünen sich nicht von Townsend über den Tisch ziehen lassen werden. Schon 2008 haben sie gegen den Baubeschluss gestimmt, als die SPD Sparkasse und Stadtwerke als weitere Spender aufbot, um die schon damals bestehenden Finanzierungslücke der Stiftung unkonventionell mit städtischem Geld zu schließen (http://gruene-bochum.de/meta-navigation/gruene-themen/konzerthaus/archiv/?no_cache=1&expand=279540&displayNon=1&cHash=0493d838cf5136f5ec2e6bbac6e094da)

Die gemäß Grundsatzbeschluss einzuhaltende Reihenfolge lautet: Erst müssen die Spenden und Fördergelder rechtssicher vorliegen , also auch die entsprechenden Förderbescheide. Weiterhin muss eine Planung, die für 33,3 Mio. Euro realisiert werden kann, von den Architekten präsentiert und vom Rat sorgfältig geprüft werden, erst danach kann ein Baubeschluss erfolgen. Nichts befugt Townsend ein anderes Vorgehen zu initiieren.

Mit dem Versuch anders vorgehen zu wollen, hat er der Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung weiteren Schaden zugefügt.

Das im Rahmen dieses Vorhabens auffällige Gemauschel in Teilbereichen von Verwaltung und Politik verstärkt bei den Bürgern den Eindruck der Rat sei entweder nicht Willens oder nicht in der Lage eine Entscheidung im Sinne der Bürger zu treffen, stattdessen würde die zu treffende Entscheidung von anderen abwegigen Interessen geleitet.

Auch aus diesem Grund wurde das BUERGERBEGEHREN MUSIKZENTRUM initiiert, damit die Bürger an Stelle des Rates die Entscheidung treffen, ob das Vorhaben Musikzentrum realisiert werden soll.

Weitere Informationen zum Bürgerbegehren finden Sie hier:
http://buergerbegehren-musikzentrum.de/
http://www.facebook.com/Buergerbegehren.Musikzentrum

Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren kann man hier herunter laden: http://buergerbegehren-musikzentrum.de/wp-content/uploads/2012/04/Unterschriftenliste-B%C3%BCrgerbegehren.pdf

Autor:

Dr. Volker Steude aus Bochum

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

22 folgen diesem Profil

4 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.