Alte Grabsteine und Bäume im Fokus
Was passiert auf ehemaligem Friedhof in Henrichenburg?

Was passiert mit den Grabsteinen auf dem ehemaligen Friedhofsgelände in Henrichenburg? Foto: privat
  • Was passiert mit den Grabsteinen auf dem ehemaligen Friedhofsgelände in Henrichenburg? Foto: privat
  • hochgeladen von Nina Möhlmeier

"Was ist denn da los?", fragte sich Peter Schmidt bei einem Spaziergang. "Auf dem alten Henrichenburger Friedhof an der Hedwig-Kiesekamp-Straße fand eine Abholzaktion statt. Auch diese Rückzugsgebiete für Vögel usw. werden trotz der Klimaschutzdiskussion radikal reduziert", schrieb er uns.

Josef Berkel, Ratsherr und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Henrichenburg, hatte ebenfalls Rückmeldungen von Bürgern erhalten. Er setzte sich mit Grünflächenamtschef Klaus Breuer in Verbindung. "Der Baumbestand wurde aktuell nach Vorgabe unseres Baumprüfers durchforstet. Dabei wurden kranke Bäume gefällt (vor allem Eschen mit Eschentriebsterben) sowie Bäume ohne Entwicklungspotential", heißt es in der schriftlichen Antwort, die unserer Redaktion vorliegt. "Der Bestand an Büschen wurde ebenfalls deutlich verringert, um eine leichtere Pflege zu ermöglichen und um Angsträume zu reduzieren. Zudem soll über die bessere Einsicht der Fläche eine bessere soziale Kontrolle erfolgen. Der Bereich wurde in der Vergangenheit stark als 'Hundeklo' genutzt", so Klaus Breuer.

"Ausdrücklich verantwortlich"
Man gehe "ausdrücklich verantwortlich" mit der Fläche um. Das Gerücht, dass dort ein Baufeld freigemacht werde, stimme nicht, betont der Grünflächenamtschef.

Alte Grabsteine
Verantwortlich ist die Stadtverwaltung auch für die alten Grabsteine, die sich nach wie vor auf dem Areal befinden. Hier stellt sich Josef Berkel die Frage, was mit ihnen geschehen soll. "Wir haben sie zusammen mit dem Grundstück 'geschenkt' bekommen. Der katholischen Kirche ist es entsprechend Nachfrage ausdrücklich egal, was mit den Grabsteinen passiert. Theoretisch dürfen wir auch alles entsorgen. Der ehemalige Friedhof ist profanisiert. Das bedeutet, es ist nur noch eine Grünfläche ohne Bezug zu Totengedenken. Trotzdem werden wir würdevoll mit dem noch vorhandenen Bestand an Grabsteinen umgehen. Die noch (guten) stehenden Grabmale sowie die kleine Barbara-Kapelle werden vom Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen dauerhaft erhalten und künftig regelmäßigen Kontrollen unterzogen. Die durch derzeitige Abbrucharbeiten zerstörten oder umgestürzten Platten werden wir, sofern noch sinnvoll, ebenerdig in die Rasenfläche einarbeiten, wodurch mit der Zeit ein natürlicher Verwitterungsvorgang einsetzen wird. Bruchstücke und Reste werden entsorgt", erklärt Klaus Breuer.

Das sagt die katholische Kirche
Und was sagt die katholische Kirche? "Wir haben das Grundstück an die Stadt abgegeben, sind also komplett draußen. Die Stadt ist verantwortlich. Wir hoffen natürlich, dass sie gut mit der Fläche umgehen wird", so Pfarrer Leonhard Backmann.

Autor:

Nina Möhlmeier aus Castrop-Rauxel

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