Aktion "Coffee-to-go-again"
Meist noch Pappbecher statt Thermobecher

Der mitgebrachte Becher beim Coffee-to-go bleibt bislang die Ausnahme.
  • Der mitgebrachte Becher beim Coffee-to-go bleibt bislang die Ausnahme.
  • hochgeladen von Vera Demuth

So praktisch der Coffee-to-go ist, so groß ist auch der Abfallberg an Einwegbechern, der dadurch produziert wird. In Castrop-Rauxel beteiligen sich viele Bäcker, Cafés und Kioske an der von Verbraucherzentrale und EUV initiierten Aktion Coffee-to-go-again, bei der der Kaffee in mitgebrachte Mehrwegbecher gefüllt wird. Die Erfolgsquote fällt allerdings sehr unterschiedlich aus.

„Es ist marginal, dass jemand nachfragt“, sagt Alexander Auffenberg, Inhaber der Bäckerei Auffenberg mit vier Standorten in Ickern und Henrichenburg. Er hatte sich dazu entschlossen, sich an der Aktion zu beteiligen, weil er es für sinnvoll hält, auf Pappbecher zu verzichten.
Er vermutet jedoch, dass es für die Kunden unattraktiv sei, da sie ihren leeren Thermobecher mit sich herumtragen müssten. Die Bäckereimitarbeiter wiederum dürften die Becher eigentlich nicht über die Theke annehmen. „Wir müssten den Kaffee in einen Pappbecher füllen, damit der Kunde ihn umfüllen kann.“ Falls ein Kunde selbst einen Thermobecher mitbringe, würde dieser aber direkt befüllt, so Auffenberg. Die ursprünglichen zehn Cent Rabatt, die es dafür gab, hat er wieder abgeschafft, weil die Thermo- größer als Pappbecher seien. „Es gibt stattdessen einen Schuss Kaffee mehr.“
Auf etwa einen Kunden im Monat schätzt Ralf Mauermann von der BonBonBude am Altstadtmarkt die Nachfrage, sich den mitgebrachten Kaffeebecher füllen zu lassen. Dabei bietet der Kioskbesitzer den Kaffee für 30 Cent weniger an. Er glaubt ebenfalls, dass es für die Kunden unpraktisch ist, immer dran zu denken, einen Thermobecher dabei zu haben. Für Mauermann selbst dagegen wäre es eine gute Sache: „Ich hätte weniger Müll und weniger Anschaffungskosten.“
Wie Alexander Auffenberg hat er den Aktionsaufkleber „Coffee-to-go-again“ an der Tür angebracht, aber Mauermanns Eindruck ist, dass die Kunden nichts damit anzufangen wüssten. „Die Leute brauchen mehr Klarheit. Das müsste nochmal beworben werden.“

Positive Erfahrungen

Ganz andere Erfahrungen macht Ulrike Abendroth von Ulli's Pommesbude am Westring. Sie verzichtet, um Müll zu vermeiden, nicht nur auf Pappschälchen, sondern hat auch beim Kaffee die Pappbecher mittlerweile ganz abgeschafft. „Das wird sehr gut angenommen. Viele Kunden kommen mit ihrem eigenen Becher.“
Auch Abendroth hat den Aktionsaufkleber an ihrem Imbissstand angebracht. „Die Leute wissen, was dahintersteckt“, sagt sie, schränkt aber ein: „Das ist Erziehungssache. Man muss sich mit den Leuten unterhalten.“

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