Dank der Unterstützung kann Monika Korell weiterhin allein leben
„Ohne den Pflegedienst geht es nicht“

Nach einer Hirnblutung lebt Monika Korell im Betreuten Wohnen.
  • Nach einer Hirnblutung lebt Monika Korell im Betreuten Wohnen.
  • Foto: Demuth
  • hochgeladen von Vera Demuth

Von jetzt auf gleich änderte sich das Leben von Monika Korell (65) vor vier Jahren. Sie erlitt eine Hirnblutung, konnte nicht mehr laufen und allein in ihrer Wohnung leben. Seit 2016 wohnt sie im Betreuten Wohnen des Pflegenetzes Martina Rosenberger auf Schwerin. Zweimal am Tag kommt der Pflegedienst. Ohne diese Hilfe könnte Korell nicht mehr selbstständig leben.

Nach der Hirnblutung kam sie zunächst zur Reha, dann in ein Seniorenheim. „Ich konnte die Treppen zuhause nicht mehr steigen und nicht allein auf die Toilette gehen“, berichtet Monika Korell. Im Heim arbeitete sie daran, wieder in eine Wohnung zurückzukehren. Sie wollte mit ihrem Bruder zusammenziehen, doch dann verstarb dieser. Daraufhin entschied sie sich für das Betreute Wohnen.
Dort hat sie eine barrierefreie Wohnung mit Wohn-/Esszimmer, Schlafzimmer und Bad, in der sie sich allein in ihrem Rollstuhl oder mit ihrem Rollator bewegen kann. Immer dabei hat sie einen Notfallknopf. Sollte einmal etwas passieren, kann sie darüber schnell Hilfe anfordern. „Das ist ganz wichtig.“
Je einmal pro Woche erhält sie Physio- und Ergotherapie. „Man muss aber auch selbst etwas tun“, betont sie. Ihre Eigenständigkeit ist der 65-Jährigen sehr wichtig. Es ist ihr Ziel, so mobil zu bleiben, dass sie nicht wieder in ein Seniorenheim ziehen muss.

„Ohne den Pflegedienst geht es nicht. Schon allein wegen der Kompressionsstrümpfe.“

Monika Korell ist jedoch auf Unterstützung angewiesen. „Ohne den Pflegedienst geht es nicht. Schon allein wegen der Kompressionsstrümpfe.“ Jeden Morgen zieht ihr eine Pflegekraft Strümpfe und Orthesen an. „Dann laufe ich mit dem Rollator ins Bad.“ Dort unterstützt sie der Pflegedienst beim Waschen, „aber was ich allein machen kann, mache ich allein“. Abends kommt erneut eine Pflegekraft und hilft ihr beim Ausziehen.
Korell ist sehr zufrieden mit ihrem Pflegedienst. „Für ein paar Worte ist immer genug Zeit“, erzählt sie. Nichtsdestotrotz bemängelt sie, dass Pflegeaufgaben minutengenau vorgegeben sind und die Zeit sehr knapp bemessen ist. „Wenn ich im Akkord Hosen nähe, ist das egal. Das ist ein toter Gegenstand“, sagt sie. Ihrer Ansicht nach sollte jedoch bei der Pflege stärker berücksichtigt werden, dass es um Menschen geht.

Pflege ist schwere Arbeit

Das würde zudem den Pflegeberuf attraktiver machen. Denn ob eine bessere Bezahlung allein ausreichen würde, da ist sich Korell nicht sicher. „Es ist eine sehr schwere Arbeit, wenn jemand zum Beispiel nicht mehr selbst hochkommt und die Pflegekraft helfen muss“, erklärt sie. „Und das soll jemand bis 67 machen? Da müsste es Verbesserungen geben.“
Monika Korell braucht nicht ständig Hilfe. Vieles kann sie allein erledigen. Ihr Frühstück bereitet sie sich selbst in ihrer Küchenzeile zu; für das Mittagessen greift sie dagegen auf den Service des Pflegenetzes Martina Rosenberger zurück. „Ich kann nicht so lange stehen.“ Zweimal pro Woche besucht sie die Tagespflege, die sich vorrangig an Menschen mit Demenz richtet. Gemeinsam singen die Teilnehmer und machen Gymnastik, spielen Bingo und unterhalten sich.

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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