Grußwort von Superintendent Dietmar Chudaska zum neuen Jahr: Die Reformation liegt vor uns

In seinem Grußwort bezieht sich Superintendent Dietmar Chudaska auf Martin Luther.
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  • hochgeladen von Larissa Theresiak

Dorsten. Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal die durch die Thesen Martin Luthers ausgelöste Reformation. Dazu schreibt Superintendent Dietmar Chudaska in seinem Grußwort zum neuen Jahr:

„Der 500. Geburtstag der Evangelischen Kirche wird sich im Jahr 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen wie ein roter Faden durch den Veranstaltungskalender der Gemeinden unseres Kirchenkreises ziehen. Die Fragen der Reformation stellen sich bis heute: was sind die Grundlagen für meinen Glauben, welche Entscheidungen kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren, welche Hoffnung trägt mich und gibt mir eine Perspektive über dieses Leben hinaus? Einer unserer Mitarbeiter formulierte pointiert: Christsein heute heißt, sinnvoll leben und getröstet sterben können. Darum ging es vor 500 Jahren, darum geht es heute in unserer Arbeit in den Kirchengemeinden.

Dabei ist daran zu erinnern: Die Reformation liegt nicht hinter uns, sondern vor uns. Ein weiser Presbyter meiner Heimatgemeinde drückte es einmal so aus: Gott hat nur Kinder und keine Enkelkinder. Das heißt, Gottvertrauen kann ich nicht (ver)erben, jede Generation hat dafür zu werben, dass Menschen ihren Glauben ernst nehmen und ihn praktizieren. Als Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten wollen wir auch im neuen Jahr Gott ehren und den Menschen dienen. Nichts ehrt Gott mehr als ein gelebter, praktizierter Glaube.

Die Bibel als Quelle des Glaubens wurde durch Martin Luther der Gemeinde in die Hand gegeben. Dazu kamen Lieder, die die Botschaft musikalisch in die Herzen trugen. Luther würde sich vermutlich sehr wundern, wenn er miterleben müsste, wie mit dem umgegangen wird, wofür er gekämpft hat: Die Übersetzung der Bibel, damit jeder sie lesen kann, der Gottesdienst in der Muttersprache, das Abendmahl, das in Brot und Wein gefeiert wird. Die Zeiten sind vorbei, in denen das selbstverständlich glaubend gelebt wurde. Der Grundwasserspiegel an Bibelkenntnis ist in der Regel nicht zu hoch anzusetzen. Die Quellen sind immer noch da. Es lohnt sich daraus zu schöpfen. Vermutlich werden wir es oft neu lernen müssen. Die sogenannte christlich-abendländische Kultur ist nicht mit Worte zu beschwören, sondern von jedem einzelnen zu praktizieren.

Ich werde den Geburtstag meiner Kirche im Jahr 2017 kräftig mitfeiern. Denn es gibt viel Gutes und Segensreiches, das meine Evangelische Kirche hervorgebracht hat. Der Glaube an den lebendigen Gott hat mein Leben reich gemacht. Ich möchte diese Erfahrung mit möglichst vielen feiern. Dennoch, das Feiern soll mir den Blick nicht verstellen für das, was heute zu tun ist. Die Reformation hat nicht im 16. Jahrhundert stattgefunden, sondern liegt als Aufgabe vor uns.
Ihnen allen wünsche ich für die Monate, die vor uns liegen, reformatorische Entdeckungen, die Freude an Gott in Ihnen wecken. Ich wünsche Ihnen ein gelingendes und gesegnetes Jahr 2017.“

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