Volker Pispers im Jahr 2004
Systemrelevant -- Machen sie folgendes Gedankenexperiment

Wenn jeder an sich denkt, ist dann an jeden gedacht?
  • Wenn jeder an sich denkt, ist dann an jeden gedacht?

Stellen Sie sich vor, morgen fallen alle Unternehmensberater, alle Investmentbanker und alle Aktienanalysten tot um, oder morgen fallen alle Polizisten, alle Feuerwehrleute, alle Krankenschwestern und alle Altenpfleger tot um. Und überlegen Sie kurz, was Sie persönlich vermissen würden.

Und jetzt machen Sie sich klar, dass diese degenerierte Gesellschaft die Leute, auf die wir alle irgendwann im Leben mal angewiesen sind, so schlecht bezahlt, dass die sich für ihre Familien kaum noch Wohnungen in deutschen Großstädten leisten können.
Volker Pispers, politischer Kabarettist

Warum lachen die Leute, habe ich mich in 2004 gefragt, als Volker Pispers uns in seinem Programm, "Bis neulich...",  den gesellschaftlichen Spiegel vor Augen hielt.
Damals hat er meiner Meinung nach viele Menschen, die in der gleichen Situation sind, vergessen und erst jetzt, mit der Corona-Krise, werden sie als "Systemrelevant" gesehen: VerkäuferIn, Reinigungskräfte, Handwerker, Entsorgungsbetriebe, Lieferanten, Zug- und Buspersonal, Helfer in der Lebensmittelindustrie und in der Landwirtschaft und viele andere, die nicht erst jetzt, sondern schon immer, diese Gesellschaft am laufen halten.
Heute, 16 Jahre nach Pispers Spiegel, hat sich die Situation für diese Menschen, die mehr verdient haben wie ein Danke, durch gestiegene Mieten und Energiekosten, verschlimmert. Während die Löhne seit 20 Jahren keine wirkliche Steigerung zu den Ausgaben erfuhren.

Schauen wir weiter den Anderen beim feiern ihres Lebens zu oder bekommen wir es langsam auf den Schirm, dass es sich für alle lohnt, wenn Menschen angemessen bezahlt werden. Weil sich daraus nicht nur mehr Kaufkraft ergäbe, sondern mehr Geld für die Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungskassen generiert würde und sich damit das System stabilisieren ließe. Vor allem in der Aussicht auf die, ab 2025 beginnende Verrentung und Pensionierung, der geburtenstarken Jahrgänge, wären Lohnerhöhungen ein Mittel die abzusehende Belastung unseres Sozialsystems aufzufangen.
Selbst Unternehmer, für die Gewinnoptimierung die heilige Kuh ist, sollten jetzt begreifen, dass Wertschöpfung dort enden sollte, wo sie den sozialen Frieden der Gesellschaft gefährdet.

Solidarität nicht nur in der Krise, denn sonst sollten die wirklich systemrelevanten Menschen einfach mal Zuhause bleiben!

Autor:

Rüdiger Kreissl aus Dorsten

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