Trotz testbasiertem Tagespass
Museum Maschinenhalle bleibt geschlossen

Das fast hundertjährige Maschinenhaus der Zeche Fürst Leopold mit seinem wertvollen historischem Maschinenbestand.
  • Das fast hundertjährige Maschinenhaus der Zeche Fürst Leopold mit seinem wertvollen historischem Maschinenbestand.
  • Foto: Klaus-Peter Schneider
  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

„Wir vertrauen bei der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie mehr der Wissenschaft als der Politik“, so begründet der Bergbauverein seine Entscheidung, von der Option, das Museum Maschinenhalle Fürst Leopold jetzt wieder öffnen zu dürfen, keinen Gebrauch machen zu wollen.

Die unverändert steigenden Inzidenzen (Kreis RE jetzt 151,1 und Dorsten 156,6) seien nach nahezu einhelliger Meinung der Wissenschaft ein dringender Grund, Kontakte und damit Infektionsmöglichkeiten so weit wie nur eben möglich zu beschränken. Der Vereinsvorsitzende Gerhard Schute: „Wer sind wir, an der Richtigkeit solcher Appelle zu zweifeln?“

Das Angebot der Politik – der testbasierte Tagespass fürs Shoppen oder den Museumsbesuch als Anreiz oder Belohnung für die Bereitschaft, sich testen zu lassen – sei als Hebel gegen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte und für NRW am vergangenen Freitag verkündete „Notbremse“ wohl vor allen Dingen ein Hilfsprogramm für den Einzelhandel. Für den Besuch der Maschinenhalle, die üblicherweise von Ende März bis Ende Oktober an jedem Sonntag ab 13 Uhr geöffnet ist, stelle sich zudem die Frage, wo sich potentielle Besucher samstags noch am Nachmittag testen lassen könnten, um dann sonntags zur Kaffeezeit im Industriedenkmal den „Tagespass“ vorlegen zu können.

Ein weiterer Grund für den Bergbauverein, es zunächst bei der Schließung zu belassen: Vorsorglicher Gesundheitsschutz für die Besucher, aber auch für die Mitglieder des Vereins, die ggf. den Sonntagsdienst in der Maschinenhalle versehen würden. Schute: „Was bringt den Besuchern der Tagespass, wenn sie in der Maschinenhalle von nicht getesteten Vereinsmitgliedern begrüßt werden?“ Denn eine Testpflicht gibt es für das Personal – egal ob haupt- oder ehrenamtlich – in Museen ebenso wenig wie für die Arbeitnehmer im Einzelhandel.

Ein letzter Punkt: "Das Testen als Instrument gegen die Pandemie macht Sinn, wenn es so gelingt, Infektionsketten zu durchbrechen. Für Dienstag (30. April 2021) meldete der Kreis Recklinghausen 1.942 Infizierte. Hat das Gesundheitsamt das Personal, um dieser Vielzahl von Infektionsketten auf den Grund zu gehen?"

Quelle: Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten e.V.

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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