Verbraucherzentrale rät: Käufer sollten im Internet vorsichtig sein

Wer im Internet einkauft, kann schnell eine böse Überraschung in Form von Mahnungen erleben. | Foto: Thorben Wengert / www.pixelio.de
2Bilder
  • Wer im Internet einkauft, kann schnell eine böse Überraschung in Form von Mahnungen erleben.
  • Foto: Thorben Wengert / www.pixelio.de
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Der nächste Kauf im Internet ist oft nur einen Klick entfernt. Manchmal fangen aber gerade da die Probleme an: Mahnungen, zu hohe Preise und Ware, auf die der Käufer ewig warten muss, drohen den Kunden.

Schon häufig haben Kunden bei vermeintlich kostenlosen Angeboten im Internet zugegriffen, die sich im Nachhinein als Kostenfalle entpuppten. „Oft handelt es sich um Abos für Zeitschriften oder Münzsammlungen. Wenn die Verbraucher das auf der Seite lesen, klingt es erst mal gut und sie stimmen zu. Oft drucken sie aber nicht alle Bedingungen aus und wissen dann nicht genau, wie lange das Abo läuft und ob sie sich abmelden müssen“, erklärt Ilona Schwieger, Beraterin der Verbraucherzentrale Dortmund. „Häufig handelt es sich dabei um unseriöse Anbieter, die dann auf einen rechtskräftigen Vertrag beharren, obwohl sie die Käufer oft nicht über alle vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Angaben informiert haben.“ Die Verbraucherberatung prüft, ob die Forderungen gerechtfertigt sind.

Preise im Internet nicht immer niedriger

Preisvergleiche lohnen sich auf alle Fälle, wie Ilona Schwieger betont. „Angebote im Internet sind nicht zwangsläufig günstiger als der Einzelhandel vor Ort.“ Außerdem biete der regionale Händler für Kunden den Vorteil, dass er sich die Ware vor dem Kauf genau anschauen kann. „Fotos im Internet sind oft bearbeitet, damit die Produkte besonders gut ausschauen. Manchmal besser, als sie in der Realität sind. Das passiert im Laden nicht“, so die Beraterin.

Auch (zu) niedrige Preise im Internet sollten die Bürger misstrauisch machen. „Eine Verbraucherin hatte auf einer Versandseite ein paar sehr günstige Markenartikel entdeckt. Da diese sonst deutlich teuerer sind, fragte sie uns, ob es sich um ein seriöses Unternehmen handle. Wir haben dann entdeckt, dass auf der Homepage weder eine Telefonnummer noch eine Adresse angegeben waren. Wer bestellen wollte, musste dies außerdem per Vorkasse machen“, berichtet Ilona Schwieger. „Da konnte man fast davon ausgehen, dass keine Ware geliefert worden wäre. Wir empfehlen, sich mit dem Hersteller in Verbindung zu setzen, ob dieser niedrige Preis überhaupt möglich sei.“ Generell gibt es öfters das Problem, dass bestellte Ware nicht geliefert werde, besonders bei Vorkasse.
Wenn mangelhafte Ware geliefert wird, kann es bei Internetkäufen schnell zu Problemen kommen. „Das kann schwierig werden, wenn das Produkt mehrfach hin- und hergeschickt werden muss“, weiß Ilona Schwieger. „Oft verzögert sich das. Im Einzelhandel vor Ort ist das nicht so problematisch. Da kann der Kunde im Bedarfsfall beim Händler vorbeifahren und das Problem so schneller lösen.“

Schulden können online schneller entstehen

Schulden können bei Interneteinkäufen schneller entstehen als beim Erwerb vor Ort. „Es fällt vielen einfacher, im Internet zu bestellen, da es dort deutlich schneller geht, oft nur ein, zwei Mausklicks. Da kann der Bürger schnell den Überblick verlieren“, warnt Ilona Schwieger. „Manchmal kauft man dann mehr, als man sich eigentlich leisten kann. So können Verbraucher schnell in die Verschuldung rutschen.“ Auch in diesem Fall kann die Verbaucherberatung weiterhelfen.

Mit Mahnungen sind einige Internetanbieter schnell bei der hand. „Unseriöse Verkäufer verschicken Mahnungen und drohen mit weiteren Schritten, um Druck bei ihren Käufern aufzubauen. Wir fordern die Anbieter dann auf, einen rechtskräftigen Vertrag vorzulegen, was meistens nicht der Fall ist. Unsere Schreiben werden aber oft ignoriert und weitere Forderungen verschickt“, erklärt Ilona Schwieger. „Manche Verbraucher werden dabei einem solchen Psychoterror ausgesetzt, dass sie lieber bezahlen. Wir raten aber dazu, das nicht zu tun, und lieber fest zu bleiben.“ Zudem muss eine Zahlung nicht automatisch das Ende der Forderungen bedeuten. „Es kann passieren, dass man mit einer bezahlten Forderung auch den gesamten Vertrag mit all seinen Bedingungen akzeptiert. So kann der Bürger erst recht in einer Kostenfalle landen“, warnt die Beraterin.

Die Verbraucherzentrale Dortmund, Gnadenort 3-5, ist unter  14 10 73 zu erreichen. Da sich die Berater oft im Gespräch befinden, können Bürger auch per Fax 721 45 88 oder über die E-Mail-Funktion unter www.vz-nrw.de/dortmund um Rückruf bitten.

Wer im Internet einkauft, kann schnell eine böse Überraschung in Form von Mahnungen erleben. | Foto: Thorben Wengert / www.pixelio.de
Ilona Schwieger, Beraterin der Verbraucherzentale Dortmund | Foto: Verbraucherzentrale
Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.