Der Kirchderner Graben darf sich wieder schlängeln // Erster Spatenstich zur Renaturierung der ehemaligen "Köttelbecke"

Mitten in der Flur des Dortmunder Nordostens westlich der Walther-Kohlmann-Straße wurde am Bachoberlauf der offizielle erste Spatenstich zur naturnahen Umgestaltung des Kirchderner Grabens
 vollzogen. Mit dabei (v.l.): Mario Niggemann (Stadtentwässerung Dortmund), SPD-Ratsvertreter Rüdiger Schmidt, Martin Grohmann, SPD-Ratsvertreter und Rat des Lippeverbands, Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Vorstandsvorsitzender Dr. Uli Paetzel (Lippevand) und Emanuel Grün, Vorstandsmitglied der Emschergenossenschaft.
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  • Mitten in der Flur des Dortmunder Nordostens westlich der Walther-Kohlmann-Straße wurde am Bachoberlauf der offizielle erste Spatenstich zur naturnahen Umgestaltung des Kirchderner Grabens
 vollzogen. Mit dabei (v.l.): Mario Niggemann (Stadtentwässerung Dortmund), SPD-Ratsvertreter Rüdiger Schmidt, Martin Grohmann, SPD-Ratsvertreter und Rat des Lippeverbands, Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Vorstandsvorsitzender Dr. Uli Paetzel (Lippevand) und Emanuel Grün, Vorstandsmitglied der Emschergenossenschaft.
  • Foto: Oliver Schaper
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Jetzt auch der Kirchderner Graben! Nachdem die Renaturierung von Rüschebrinkgraben und Körne-Oberlauf seit Herbst 2017 läuft, beginnt der Lippeverband jetzt mit der ökologischen Verbesserung an der größten und letzten ehemaligen „Köttelbecke“ im Dortmunder Nordosten.

Sauberes Wasser fließt bereits im Kirchderner Graben, in dreijähriger Bauzeit werden jetzt auch die Sohlschalen herausgeholt und eine naturnahe Gewässertrasse angelegt.Den Startschuss gaben jetzt Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Uli Paetzel, der Vorstandsvorsitzende des Lippeverbandes mit einem symbolischen Spatenstich.

7,5 km Gewässerstrecke - Kirchderner Graben, Erlenbach, Böckelbach und Borlandgraben - sollen in rund drei Jahren Bauzeit bis Frühjahr 2021 umgestaltet werden. 5,3 km Gewässerstrecke entfallen dabei alleine auf den Kirchderner Graben als Hauptlauf. In die ökologische Verbesserung werden rund 12,6 Millionen Euro investiert.

Von 2011 bis 2015 hat der Lippeverband an sämtlichen Oberläufen der Körne, zu denen der Kirchderner Graben gehört, die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass dort auch ökologisch verbesserte Gewässer entstehen können: Es wurden geschlossene Kanäle für das Abwasser aus dem 3500 Hektar großen Einzugsgebiet der nordöstlichen Dortmunder Stadtteile Körne, Brackel, Kirchderne, Wambel und Scharnhorst verlegt. Das Wasser reinigt die Kläranlage Dortmund-Scharnhorst des Lippeverbandes, bevor es in den Unterlauf der Körne fließt. die sich ab der Flughafenstraße als ansprechend gestalteter und sauberer Wasserlauf präsentiert.

Der letzte und in der Wahrnehmung der Bürger besonders wichtige Schritt hat im Vorjahr begonnen und wird jetzt fortgesetzt: Die Sohlschalen kommen raus, die Wasserläufe, die bisher wie mit dem Lineal gezogen aussehen, dürfen sich wieder schlängeln. Dazu Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau: „Die Zeiten der Köttelbecken gehen zu Ende. Und das ist gut so. Die neuen, naturnahen Wasserläufe geben den Stadtteilen wichtige neue Impulse – der Wohn- und Freizeitwert steigt, auch weil die Natur zurückkehrt. Die ökologischen Verbesserungen durch die neue, aufgeweitete Gewässertrasse sind enorm.“

Lippeverbands-Chef Dr. Uli Paetzel: „Der Kirchderner Graben fließt bei vielen Anwohnern im Stadtteil buchstäblich an der Haustür vorbei. Darum wollen wir trotz beengter Platzverhältnisse aus dem Gewässer mehr herausholen, so dass wieder ein richtiger Bach entsteht. In der Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Dortmund als zuständiger Genehmigungsbehörde und mit der Stadtentwässerung Dortmund zeigt sich, was in der Region bewegt werden kann, wenn man an einem gemeinsamen Ziel arbeitet.“

Die neue Gewässertrasse wird nicht nur abwechslungsreicher und mäandrierend verlaufen. Auch wird die Gewässersohle um 40 bis 70 cm angehoben, so dass sich der neue Bach breiter und flacher präsentiert als das alte Betongerinne. Wo immer es geht, hat der Lippeverband außerdem Grundstücke am Gewässer erworben, so dass die Trasse stellenweise aufgeweitet werden kann. Hinzu kommt: Auf 1,6 km Länge entsteht ein neuer Radweg direkt am Kirchderner Graben.

Der Lippeverband schließt mit der ökologischen Verbesserung des Kirchderner Grabens nicht nur das seit 2011 laufende Großprojekt „Entflechtung und Umgestaltung Knoten Scharnhorst“ ab, sondern rundet auch das bereits Ende der 1980er-Jahre begonnene Seseke-Programm auf diese Weise ab: Das Wasser aus dem Kirchderner Graben fließt über die Körne in Kamen in die Seseke und von dort in die Lippe. Die Seseke selbst wurde schon vor Jahren vom einstigen Schmutzwasserlauf zu einem attraktiven Kleinfluss umgewandelt.

Hintergrund„Knoten Scharnhorst“:
- Alle Baumaßnahmen der letzten Jahre sowie die laufende ökologische Verbesserung der Gewässer hat der Lippeverband in dem Großprojekt „Knoten Scharnhorst“ zusammengefasst.
- Damit ist die komplexe wasserwirtschaftliche Infrastruktur aus Kanälen, Gewässern, Pumpwerken, Abwasserreinigung, Regenwasserbehandlung und Hochwasserrückhaltung gemeint, die hier auf engem Raum unter einen Hut gebracht werden musste.
- Im Rahmen des Projekts mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 116 Millionen Euro hat der Lippeverband 300.000 Kubikmeter Boden ausgehoben, insgesamt 10.400 Meter unterirdische Kanalstrecken mit Durchmessern bis zu 3,40 Metern verlegt, dabei vier Gewässer unterquert und einen Stauraum von 7500 Kubikmetern für Niederschlagswasser geschaffen.
- Hinzu kommt der Umbau der beiden Pumpwerke Kirchderner Graben und Böckelbach zu Reinwasserpumpwerken für die Gewässer, der Neubau von drei Abwasserpumpwerken für die neuen Kanäle und abschließend jetzt die ökologische Verbesserung.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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