Auch die Schwächeren können kicken
Sportfreunde Brackel fördern E-Jugend mit 5. Mannschaft

Auch in der 5. Mannschaft der Sportfreunde Brackel im E-Jugend-Bereich wird eifrig Ball gespielt.
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  • Auch in der 5. Mannschaft der Sportfreunde Brackel im E-Jugend-Bereich wird eifrig Ball gespielt.
  • Foto: Schaper
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Die Sportfreunde Brackel legen schon seit langem besonderen Wert auf Integration. Jetzt haben sie im E-Jugend-Bereich eine 5. Mannschaft gebildet, um junge Spieler zu fördern, die in ihrer sportlichen Entwicklung noch nicht so weit sind wie andere.

Das Besondere an der 5. Mannschaft im E-Jugendbereich: Das Talent ist nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es den Sportfreunden Brackel in der Mannschaft 9- und 10-jährige Kinder zu fördern, die sportlich, gesellschaftlich oder schulisch Unterstützung benötigen, wie Projektentwickler Hans Walter von Oppenkowski erklärt. Der Verein hat auch die Aktion „Anpfiff zu Vielfalt und Integration“, bei der beispielsweise Flüchtlinge gefördert werden.
„Wir haben vor einiger Zeit festgestellt, dass wir zu viele E-Jugend-Spieler bei vier Mannschaften haben“, erinnert sich Lars Riffert, der sich mit Holger Knöpker (für die SPD in der BV Brackel), Justin Springer und Benjamin Rollik um die 5. Mannschaft kümmert. „Wir haben uns als Verein gesagt, dass wir auch Kindern die Möglichkeit geben wollen, Fußball zu spielen, die in ihrer fußballerischen Entwicklung noch nicht so weit sind wie andere in ihrem Alter.“
Beim Training geben die 19 Kids alles. Eifrig passen sie einander den Ball zu und üben das Schießen. „Wir üben die Ballannahme“, erzählt Silas (9). „Auch die Schusstechnik ist wichtig.“ „Zum Aufwärmen spielen wir Rauskicken“, erklärt Liem (9). „Das wird im Viereck gespielt, und wer rausgekickt wird, muss eine Übung machen“, ergänzt Silas. Dazu kann etwa ein Dribbling im Parcours gehören.
Beide waren genau wie Hassan (9) vorher in anderen Mannschaften. „Ich war in einem anderen Verein und sollte dort in eine passende Mannschaft. Aber weder beim 2010er-Jahrgang noch beim 2009er passte es“, beschreibt Liem. Seine Eltern schlugen dann vor, zu den Sportfreunden zu gehen. „Unsere Mannschaft ist noch nicht so gut wie andere“, sagt Silas. Die Kinder sind aber auf jeden Fall auf einem guten Weg. „Hier macht es Spaß, und wir verstehen uns alle gut“, sagt Hassan, und die beiden Anderen nicken eifrig. „Wenn sie sich besonders gut entwickeln, kommen sie auch in andere Mannschaften“, erklärt Riffert. So ist dann wieder Platz für ein weiteres Kind, das Förderung braucht.
Auch die Eltern freuen sich, dass ihre Kinder die passende Mannschaft gefunden haben. „Mein Sohn ist seit März hier. Er hat jede Menge Spaß beim Fußballspielen und hat neue Freunde gefunden“, freut sich Katja Raczkowski. „Auch die Trainer sind super. Sie gehen toll auf die Kinder ein.“ Auch Daniela Knöpkers Sohn ist total glücklich, wie die Mutter erzählt. „Er hat immer längere Einsatzzeiten und viel dazugelernt.“
Die Kinder werden aber auch im schulischen Bereich unterstützt. Heide Kröger-Brenner (2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin/Grüne) war bis zum Sommer als Lehrerin aktiv und unterstützt nun den Verein.

Die Sportfreunde haben etwa 450 Kinder und Jugendliche in 20 Mannschaften. Je fünf Mannschaften gibt es im D-, E-, F- und G-Jugendbereich, darunter zahlreiche „Eigengewächse“, wie von Oppenkowski erklärt. 65 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Die Jüngsten spielen bei den Fußballzwergen (ab 18 Monaten).

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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