Offener Brief an STEAG wegen schwerster Menschenrechtsverletzungen
Dortmund 10 Jahre "Fairtrade-Stadt" – kein Grund sich auszuruhen! Schluss mit der Blutkohle aus Kolumbien!

"Die Situation in der Miene von Cerrejón ist gekennzeichnet von schwersten Menschenrechtsverletzungen.  Trotz eindeutiger Gesetzeslage kommt es zu Kinderarbeit in den Kohleminen. Weiterhin gibt es in vielen Kohleminen keine Gewerkschaftsfreiheit. Hunderte von Gewerkschaftern wurden in den vergangenen Jahren von Paramilitärs ermordet. Auch Bauern wurden und werden ermordet oder mit Waffengewalt von ihrem Land vertrieben, um das Gebiet für den Abbau von Kohle zu nutzen.", erklärt Attac.
  • "Die Situation in der Miene von Cerrejón ist gekennzeichnet von schwersten Menschenrechtsverletzungen. Trotz eindeutiger Gesetzeslage kommt es zu Kinderarbeit in den Kohleminen. Weiterhin gibt es in vielen Kohleminen keine Gewerkschaftsfreiheit. Hunderte von Gewerkschaftern wurden in den vergangenen Jahren von Paramilitärs ermordet. Auch Bauern wurden und werden ermordet oder mit Waffengewalt von ihrem Land vertrieben, um das Gebiet für den Abbau von Kohle zu nutzen.", erklärt Attac.
  • Foto: Attac
  • hochgeladen von Carsten Klink

Das kolumbianische Verfassungsgericht hatte im November 2017 der Klage indigener Gemeinschaften zum Schutz ihrer Rechte auf Wasser, Gesundheit und Ernährungssicherheit stattgegeben und eine Art Veränderungssperre an einem der wichtigsten Flüsse der Region verfügt.

Trotzdem hat die Minengesellschaft des größten Steinkohletagebaus Südamerikas, von der STEAG bedeutende Mengen von Kohle importiert, sogar den unterirdischen Grundwasserleiter dieses Flusses mittlerweile ebenfalls umgeleitet. Alleiniger Antrieb ist ihr Ziel, die geschätzt rund 35 Millionen Tonnen Steinkohle unter dem Flussbett zu heben.

Die – offenkundig unrechtmäßig zustande gekommene – Umleitung des Flusses Arroyo Bruno gefährdet das fragile Ökosystem des dortigen Trockenwaldes und die Wasserversorgung zahlreicher umliegender Gemeinden und Dorfgemeinschaften mit insgesamt bis zu 200.000 Menschen. Für die indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften ist der Verlust des Flusses gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer traditionellen Existenzgrundlagen, was sie 2016 auch zu der Verfassungsklage veranlasst hatte. Entgegen dem Gerichtsurteil haben Vertreter der Minengesellschaft und von Behörden bereits etliche Male gemeinsam getagt hatten, ohne darüber die Dorfgemeinschaften auch nur zu informieren.

Fazit:
Das Unternehmen Cerrejón missachtet bewusst die Urteile des kolumbianischen Verfassungsgerichts. Beide Flussläufe, der alte wie auch der neue, künstliche, liegen derzeit trotz Regenzeit fast völlig trocken, wie ein aktueller Bericht einer internationalen Delegation von letzten Monat bestätigt!

Wir erwarten von dem Unternehmen Steag und seinen Eigentümern, zu 36 % DSW21, dass sie umgehend bei ihrem kolumbianischen Lieferanten die Wiederherstellung des Zustandes zum Zeitpunkt des Gerichtsurteiles verlangen, anderenfalls die Geschäfsbeziehungen mit Cerrejón aussetzen.

"Es darf einfach nicht sein, dass eine europäische Kommune aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus die Missachtung von internationalem Recht, Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen sowie die Gefährdung von Kindern billigend in Kauf nimmt." (Oberbürgermeister Ullrich Sierau 2013)

Wir bedauern, dass die - aufgrund unserer Aktivitäten hin - von OB Sierau initiierten Import-Kohle-Gespräche seit fast einem Jahr unterbrochen sind und die Umleitung des Flusses noch nicht zurückgenommen wurde, obwohl wir schon seit langem auf die mit einer Umleitung verbundene Probleme hingewiesen haben. Aufgrund der in der Vergangenheit erfolgten Menschenrechtsverbrechen, der immensen gesundheitlichen und ökologischen Schäden im Abbaugebiet in Kolumbien hätte STEAG schon längst die Kohleimporte aus Cerrejón beenden  müssen.

Für die Initiative Dortmund - Kolumbien
Hannah Fischer, Informationszentrum 3. Welt Dortmund
Heiko Holtgrave, Bündnis Dortmunder Energie Wende kommunal
Ilse Hubmann, Iberoamerika-Kreis in der Auslandsgesellschaft
Dirk Loose, Evangelischer Kirchenkreis Dortmund – Ref. Ökumene
Till Strucksberg, Attac Regionalgruppe Dortmund

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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