Das Pannenkraftwerk in Walsum und die Salami-Taktik der verantwortlichen Unternehmen

Der gesamte Vorstand der Grünen in Duisburg Walsum reagiert ziemlich überrascht auf die jüngsten Veröffentlichungen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Der Spiegel schreibt, dass ein Teilbereich des vorhandenen Kessels im Kohlkraftwerk Walsum 10 nun doch ausgetauscht werden soll. Dies habe eine Sprecherin des Evonik-Konzerns auf Anfrage bestätigt. Im Juni hieß es noch anders.

Dort wurde seitens des Anlagenbauers Hitachi gesagt, dass ein Kesselaustausch ausgeschlossen sei und man den verbauten Werkstoffen, wie dem Hightech-Stahl T 24 vertraue. Man schob das bestehende Problem der Undichtigkeiten des Kessels auf einen Beizvorgang. Man reagierte auf bereits aufkeimende Gerüchte und Veröffentlichungen der Walsumer Grünen, denen bereits zu diesem Zeitpunkt Informationen vorlagen, dass es Planungen seitens der Betreiber und Anlagenbauer gab, die Werkstoffe im Kesselhaus auszutauschen.

Die Walsumer Grünen gingen damals, zusammen mit anderen Umweltverbänden, noch weiter und stellten die gesamte Genehmigung des Kraftwerkes von 2006 in Frage. Ihre Argumentation stützte sich auf die Behauptung, wenn bereits genehmigte wesentliche Werkstoffe verbaut und im Anschluss wieder ausgetauscht werden, die maßgeblich für den prognostizierten und versprochenden Wirkungsgrad des Kraftwerkes von mehr als 40 % verantwortlich sind, der Ausstausch aber einen Wirkungsgradverlust um mehrere Prozentpunkte garantiert, dann ist die Genehmigung hinfällig.

Neue Umweltverträglichkeitsprüfungen müssen nach Ansicht der Grünen her. Dies bedeutet daher auch ein neues Genehmigungsverfahren.

"Wir haben die taktische Spielchen der Betreiber und verantwortlichen Unternehmen satt und wünschen uns eine saubere Aufklärung in dieser Sache und das nicht nur als betroffene Nachbarn", so Vorstandsmitglied der Grünen in Walsum Markus Laaks.

"Wir habens schon damals gesagt und sagen es auch heute, dass wir neue Kraft und Mut schöpfen, die uns im Kampf gegen das Kraftwerk beflügeln", fügt sein Vorstandskollege Ralf Welters hinzu.

"Eines können wir den verantwortlichen Unternehmen versprechen, wir geben nicht auf. Anfragen und Anträge zu dieser Thematik wurden bereits verfasst und den entsprechenden Gremien und Stellen zugeleitet. Davon erhoffen wir uns Antworten auf unsere dringenden Fragen. Das sind wir den Bürgern Walsums, dieser Stadt, allen betroffenen Menschen, der Natur, aber auch uns schuldig" sagt Welters abschließend.

Autor:

Ralf Welters aus Duisburg

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