VRR spricht Abmahnung gegen NordWestBahn aus
"Desaströse Betriebsstabilität"

 Kommt er oder kommt er nicht? Die Regionalbahn 31 hat allein im Dezember ihre Fahrgäste in 120 Fällen ersatzlos im Regen stehen gelassen. Archivfoto: Seidelt
  • Kommt er oder kommt er nicht? Die Regionalbahn 31 hat allein im Dezember ihre Fahrgäste in 120 Fällen ersatzlos im Regen stehen gelassen. Archivfoto: Seidelt
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Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat im Rahmen eines Krisengesprächs die NordWestBahn (NWB) aufgrund der anhaltenden und für die Fahrgäste untragbaren Qualitätsprobleme abgemahnt.

Seit Wochen kommt es auf den von dem Eisenbahnverkehrsunternehmen betriebenen Nahverkehrslinien im Emscher-Münsterland-Netz (RE 14, RB 45) und im Niers-Rhein-Emscher-Netz (RE 10, RB 31, RB 36, RB 44) zu Zugausfällen und einer Häufung weiterer Verstöße gegen die vertraglich festgelegten Leistungen.
Der VRR als Schienenpersonennahverkehr-Aufgabenträger hat in den zurückliegenden Wochen massiv und kontinuierlich auf das Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Osnabrück eingewirkt und die kurzfristige Erstellung und Umsetzung eines Notfallplans eingefordert. Die NWB konnte die Betriebsstabilität und damit die Betriebsqualität allerdings nicht verbessern. Der Personalmangel verschärfte die Situation seit Dezember 2018 zusätzlich. Auch der unzureichend eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Bussen konnte keinen adäquaten Ersatz bieten. Zudem wurden die Fahrgäste nicht ausreichend über Ausfälle informiert.

Externer Berater soll Schwachstellen finden

Mit der Abmahnung, die im Namen aller Vertragspartner ausgesprochen wurde, ist das verantwortliche Management der NWB gleichzeitig aufgefordert worden, einen neutralen, externen Berater zu beauftragen. Dieser soll das Unternehmen im Rahmen eines externen Audits dabei unterstützen, betriebliche Schwachstellen zu identifizieren und Lösungsansätze beziehungsweise Maßnahmen zu finden, mit denen schnellstmöglich merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste erzielt werden können.
„Mit Blick auf die andauernde schlechte Qualität und eine desaströse Betriebsstabilität der NWB mit massiven Auswirkungen für unsere Fahrgäste, war die Abmahnung gegen das Unternehmen der logische erste Schritt“, sagt VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser. „Darüber hinaus werden wir weitere Sanktionen prüfen und regelmäßige Gespräche mit der Geschäftsführung der NWB führen, um nachzuvollziehen, wie wirkungsvoll die Maßnahmen des Managements zur Verbesserung der betrieblichen Stabilität und Qualität sind.“

"Andauernde schlechte Qualität"

Auch die politischen Vertreter in den VRR-Gremien unterstützen die Abmahnung seitens des VRR und fordern wirkungsvolle Verbesserungen.
Nach Ansicht des VRR resultieren die Ausfälle aus dem Personalmangel und Koordinierungsmängeln bei Werkstattleistungen in Verbindung mit dem laufenden Betrieb. Diese nicht akzeptable Leistungsqualität des Unternehmens spiegelt sich auch in massiven Fahrgastbeschwerden und entsprechenden Berichterstattungen in den Medien wider. Der VRR fordert die NWB außerdem auf, den betroffenen Fahrgästen eine angemessene Entschädigung zu zahlen.
Gleichzeitig belegt der VRR die NWB für jede einzelne nicht vertragsgerecht erbrachte Zugfahrt weiterhin mit Sanktionen, die für das Unternehmen empfindliche finanzielle Einbußen bedeuten.
Im Duisburger Westen gibt es vor allem Probleme mit der RB 31, die offiziell „Der Niederrheiner“ heißt, im Volksmund nach wie vor „Hippeland-Express“ genannt wird. Allein im Dezember fielen über 120 Fahrten aus.
Ferdi Seidelt, Vorsitzender CDU-Fraktion Rheinhausen, bedankt sich beim VRR, dass die Abmahnung umgesetzt wurde: "Auch im Namen der niederrheinischen CDU-Kollegen bedanke ich mich bei Frank Heidenreich, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes VRR, für sein unermüdliches Engagement um mehr Werktreue der NWB bei der Erfüllung ihrer zugesagten Leistungen. Unser Dank geht auch an den VRR. Dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht worden sind, ist allemal mehr, als bloß einen NWB-Manager in den Landtag einzubestellen, um dann nach einem kurzen Gespräch beim Foto-Shooting den zum x-ten Mal vorgetragenen guten Willen des Unternehmens zu repetieren. Auch die werten Kollegen der SPD sollen wissen: Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten seh‘n. Wir werden weiter konsequent für die Interessen der Bahn-Nutzer eintreten, damit ihnen möglichst bald wieder ein zuverlässiger und serviceorientierter Dienstleister zur Verfügung steht. Sonst ist unweigerlich Schicht im Schacht."

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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