Mindestlohn auf 9,50 Euto gestiegen
Für den DGB Niederrhein völlig unzureichend - Forderung auf Anhebung auf 12 Euro

Angelika Wagner, DGB-Regionsgeschäftsführerin am Niederrhein.
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  • Foto: DGB
  • hochgeladen von Kerstin Halstenbach

Zum 1. Januar 2021 ist der Mindestlohn auf 9,50 Euro gestiegen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordertin diesem Zusammenhang eine deutlichere, armutsfeste Anhebung durch den Gesetzgeber auf 12 Euro. Eine
aktuelle Auswertung der Verdienststrukturdaten durch den DGB zeigt, wie viele Erwerbstätige davon profitieren
würden. Demnach verdienen in Nordrhein-Westfalen 25,7 Prozent der Beschäftigten unter 12 Euro in der
Stunde. Besonders Frauen sind von niedrigen Löhnen betroffen. 31,5 Prozent aller berufstätigen Frauen
arbeiten in NRW für einen Stundenlohn unterhalb dieser Schwelle.

„Im Juni 2020 hat die zu gleichen Teilen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften besetzte
Mindestlohnkommission Erhöhungsschritte bis zum Juli 2022 auf dann 10,45 Euro empfohlen. Die
Bundesregierung ist diesem Vorschlag gefolgt. Das zeigt in die richtige Richtung, geht jedoch für die
Beschäftigten viel zu langsam. Es bleibt jedoch dabei, dass es eine einmalige Anhebung braucht.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil fordert, den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde anzuheben.
Das ist absolut richtig. Deshalb muss sich die Landesregierung NRW im Bundesrat dafür einsetzen, dass einezügige Anhebung auf 12 Euro noch in dieser Legislaturperiode kommt“, sagt Angelika Wagner,
Geschäftsführerin des DGB Niederrhein.
„Löhne unter 12 Euro müssen der Vergangenheit angehören, sie sind Armutslöhne und nehmen vielen Beschäftigten im Niedriglohnsektor die Möglichkeit einer ausreichenden Rente im Alter“, betont Wagner.

Blick auf die Zeitarbeitsbranche

„Doch: Gute Arbeit wird nicht mit einem Mindestlohn bezahlt – der immer nur die unterste Haltelinie sein kann–, sondern nach Tarif. Deshalb ist es wichtig, dass die Bundesregierung endlich liefert und die im
Koalitionsvertrag versprochene Stärkung der Tarifbindung umsetzt.“

Hintergrund:Die Auswertung des DGB basiert auf der neusten verfügbaren Verdienststrukturerhebung (VSE2018) des
Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2020. Die Vorschläge des DGB zur Evaluation des Mindestlohngesetzes sind hier: https://www.dgb.de/-/vDS zu klicken.
Zeitarbeitsbranche 2018: Mittlerer Bruttostundenverdienst 24 % geringer als in der GesamtwirtschaftIm April. 2018 verdienten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Zeitarbeitsverhältnis im Mittel
(Median) 12,66 Euro je Stunde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren dies 3,92 Euro
oder knapp ein Viertel (24 %) weniger als der mittlere Bruttostundenverdienst in der Gesamtwirtschaft
(16,58 Euro). Auch der Niedriglohnanteil war in der Zeitarbeitsbranche mit einem guten Drittel (34%) der
Beschäftigungsverhältnisse deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft, in der nur ein gutes Fünftel (21%) der
Beschäftigungsverhältnisse unterhalb der Niedriglohnschwelle von 11,05 Euro brutto.

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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