Handel zufrieden

Zur Freude des Einzelhandels hat sich das Konsumklima verbessert. Archivfoto: Kirchner
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Erfreut zeigte sich der Einzelhandelsverband Niederrhein auf seiner Jahrespressekonferenz darüber, dass die Umsätze in 2010 besser ausgefallen sind erwartet.
Diesen Aufwärtstrend maßgeblich beeinflusst haben die zweite Jahreshälfte 2010 und das stabile Weihnachtsgeschäft. Allerdings dürfe man auch nicht vergessen, dass 36,6 Prozent der befragten Unternehmen einen Umsatzrückgang verzeichnen mussten.
Gar nicht so schlecht seien daher die Aussichten für 2011, meint der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Einzelhandelsverbandes, Dr. Ulrich F. Kleier. Niedrige Zinsen veranlassten manchen Bürger, Anschaffungen in mittel- und langfristigen Konsumgütern zu planen, so Dr. Kleier. So gehen 30,8 Prozent der befragten Einzelhändler am Niederrhein optimistischer ins Jahr 2011, wie die Umfrage ergab. Damit ist der höchste Wert im Vierjahreszeitraum erzielt worden. Die Gruppe mit pessimistischen Erwartungen ist im Verhältnis zum Vorjahr erheblich geringer geworden (7,7 Prozent zu 11,7 Prozent im Vorjahr).
„Genauso gehört es zu den Erwartungen des Einzelhandels, dass das verfügbare Einkommen nicht durch weitere Steuern und kommunale Abgaben abgeschöpft wird“, so Vorstandsvorsitzender Alfred Walzer. Nur wenn das verfügbare Einkommen steigen würde, könnte es dem Konsum zugeführt werden und die Binnennachfrage steigern.
Aus den Antworten der Jahresumfrage war auch die Sorge zu entnehmen, dass trotz des demographischen Wandels immer mehr Einzelhandelsflächen entstehen. „Die Zahl der Einwohner und damit der Kaufkraft ist in der Region deutlich gesunken und wird leider weiter sinken“, so Walzer. So hat Duisburg von 2001 bis 2009 4,8 Prozent seiner Einwohner verloren. Bis zum Jahr 2030 sollen es sogar acht Prozent weniger Duisburger sein.
Über viele Jahre hatte die Stadt Duisburg auf der Karte des Einzelhandels eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Mit vielen Entwicklungen in der Stadt Duisburg ist es insbesondere der City gelungen, die Standortqualität deutlich zu verbessern.
Alfred Walzer mahnt jedoch: „Die Entwicklungen sind noch nicht abgeschlossen und dürfen nicht durch negative Faktoren gestört werden.“ Walzer zielt mit seiner Äußerung auf die Ratsentscheidungen, wonach aus absatzwirtschaftlicher Sicht weitere 137000 Qudratmeter Verkaufsfläche entstehen sollen. Es sind die, so der Verband, allein die diskutierten Großprojekte, die auf diese Flächenpotenziale kommen lassen.
Es sei an der Zeit, den Wirtschaftsstandort Duisburg allein dadurch zu stärken, dass man interessierten Investoren verlässliche Rahmendaten geben würde. Der Rat dürfe seine Entscheidungen nicht allein auf der Grundlage fällen, „wir wollen alles, der Rest wird sich schon regeln“.
Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes: „Duisburg hat in den letzten Jahren erhebliche und von uns gewünschte zusätzliche Verkaufsflächen bekommen, die den Mangel in der Vergangenheit behoben und ausgeglichen haben. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, nicht nur reine Verkaufsflächenexpansionen voranzutreiben, sondern vielmehr qualitative Bemühungen einbeziehen.“
Alfred Walzer: „Wir können gar nicht das Risiko eingehen, durch eine unbedachte Ansiedlungspolitik die Innenstadtentwicklung und die Entwicklung unserer Stadtteile zu stören. Wir werden darauf achten, dass eine reine Verkaufsflächenerweiterung, die lediglich zu einem reinen Verdrängungswettbewerb führt, nicht Platz greift.“

Autor:

Sabine Justen aus Duisburg

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