Junge Erfinder begeistern Experten

Den ersten Platz belegte das Team des Bocholter Mariengymnasiums, das einen Druck-Sensor entwickelt hat, der die Belastung der Anhänger-Deichsel misst und so die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht.
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And the winner is... ein Druck-Sensor, der die Belastung der Anhänger-Deichsel misst. Mit dieser Erfindung hat das Team des Mariengymnasiums in Bocholt am Freitag den internationalen Schülerwettbewerb „Innovative Technologien bewegen Europa“ gewonnen. Das Urteil der Jury: „Eine sehr gute Idee, die die Verkehrssicherheit erhöht und einen ökonomischen Mehrwert bietet – einfach eine perfekte Business-Idee.“

Damit setzten sich in der Werkshalle der Firma Grunewald, die eigens hierfür produktionsmäßig stillgelegt wurde, die fünf Bocholter Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren gegen elf andere Teams aus Oberhausen, Kirchhellen, Mülheim, Borken und Wesel sowie aus Ungarn, Belgien, Frankreich und den Niederlanden durch. Neben dem weltweit tätigen Familienbetrieb Grunewald GmbH gehören die Lenord, Bauer & Co. GmbH aus Oberhausen, Clyde Bergemann GmbH aus Wesel sowie die Probat Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH aus Emmerich zu den ausrichtenden Unternehmen, die alle Mitglieder des Unternehmerverbands mit Sitz in Duisburg sind.

Platz 2 ging an die Konrad-Duden-Realschule in Wesel. Die sechs Schüler überzeugten mit einem kombinierten System aus Licht-, Rauch- und Hitze-Sensoren, das im Schulgebäude die Sicherheit erhöht und die Energiekosten senkt. Die Jury lobte nicht nur die Präsentation und das hochwertige, selbst gebaute Modell, sondern auch die preislich gute Realisierungsmöglichkeit. Der dritte Platz ging in die Niederlande: Das Team des Bonhoeffer College Enschede entwickelte ein System, das die Sicherheit an Bahngleisen erhöht.

Einen Sonderpreis für das jüngste Team mit den meisten Punkten erhielt die Gustav-Heinemann-Gesamtschule Mülheim; die Schüler hatten einen „Wunder-Kleiderschrank“ konstruiert, der Kleidung und Schuhe automatisch verstaut und PC-gesteuert wieder herausgibt. Alle Teams erhielten handgefertigte Relief-Platten, die die Azubis der gastgebenden Firma Grunewald hergestellt hatten.

Die Erstplatzierten erhielten zudem Preisgelder von 100, 200 und 300 Euro. „Wir sind tief beeindruckt von euren Ideen, von eurem Engagement und eurem Enthusiasmus“, zeigte sich Gastgeber Ulrich Grunewald, Geschäftsführer des gleichnamigen Bocholter Unternehmens, angetan.

Insgesamt zwölf Teams tüftelten seit Monaten im Rahmen des Schülerwettbewerbs an ihren Ideen. Am Freitag präsentierten sie ihre Erfindungen anhand selbst gebauter Modelle und bei einem Vortrag auf Englisch vor einer Fach-Jury.

Bei der Umsetzung ihrer Ideen standen den Teams, die aus interessierten Jugendlichen und einem Lehrer bestehen, Ingenieurinnen und Ingenieure aus den jeweils regional passenden vier mittelständischen Unternehmen zur Seite.

Bei der sechsten Auflage des internationalen Wettbewerbs drehte sich alles um das Thema „Sensorik“. Alltägliche Prozesse sollten von den Schülern neu durchdacht und strukturiert, moderne Sensoren eingesetzt werden – z. B. optische oder magnetische Sensoren oder solche, die mit Temperatur, Druck oder Schall funktionieren. „Unsere Kriterien waren: innovativ, praxisrelevant und wirtschaftlich“, fasst Hans-Georg Wilk, Geschäftsführer von Lenord + Bauer zusammen.

Das Unternehmen hat den Wettbewerb 2005 mit dem Verein Science on Stage aus der Taufe gehoben. Es stellte auch schon einen Schüler nach Abschluss des Projektes im Rahmen einer kooperativen Ingenieursausbildung ein.

„Unser Motiv zum Mitmachen im zweiten Jahr war, Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft besser zu vernetzen“, erläuterte Ulrich Grunewald. Der Wettbewerb sei eine vertiefende Berufsorientierung par exellence: „Der Wettbewerb begeistert Schüler für Naturwissenschaft und Technik – und macht Lust auf eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich“, so der Unternehmer.

Für die Schulen ist das Projekt aus mehreren Gründen interessant: Kontakt zu Firmen, Austausch mit Teams aus anderen Ländern und das spielerische Erlernen von Projektmanagement, Präsentationstechnik, Teamarbeit sowie technischen und englischen Kompetenzen.

Der internationale Wettbewerb wird pädagogisch betreut vom Verein Science on Stage Deutschland, dieser wird maßgeblich gefördert von THINK ING., der Initiative für den Ingenieurnachwuchs des Arbeitgeberverbandes GESAMTMETALL, , sowie vom Unternehmerverband unterstützt.

Für die Arbeitgeberorganisation steht die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt, wie Elisabeth Schulte deutlich macht: „Viele unserer Mitgliedsunternehmen produzieren Hightech – und benötigen für die Produktion wie auch für ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ausreichend Fachkräfte. Dieser Wettbewerb ist ein Baustein von vielen, um hier mittelfristig Abhilfe zu schaffen.“

Den ersten Platz belegte das Team des Bocholter Mariengymnasiums, das einen Druck-Sensor entwickelt hat, der die Belastung der Anhänger-Deichsel misst und so die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht.
Beim internationalen Schülerwettbewerb „Innovative Technologien bewegen Europa“ zeigten zwölf Teams aus Deutschland, Ungarn, Belgien, Frankreich und den Niederlanden ihre Erfindungen. Vier mittelständische Unternehmen hatten die Teams bei der Entwicklung und dem Modellbau unterstützt.
Autor:

Harald Molder aus Duisburg

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