Play-off-Viertelfinale – Spiel II :

ERG Iserlohn – RESG Walsum 6:5 n.V. ( 0:2, 5:3, 1:0 d. golden Goal )

Ein unglaubliches Drama in vier Akten …..

... erlebten die Zuschauer am Samstag beim Play-off-Rückspiel im Iserlohner
„Theater am Hemberg“.
Die diesjährigen Saisonspiele der Roten Teufel hatten ja bisher schon reichlich Nerven gekostet, aber die RESG-Fans sollten zum Saisonabschluss noch einmal eine Steigerung erleben. Die Chronologie der Ereignisse:
1. Akt:
Nach einer ähnlich guten und überzeugenden Leistung wie beim Auswärtssieg in Cronenberg, führten die Walsumer durch einen Penaltytreffer und einen Weitschusskracher von Flávio da Silva ( beides in der 8. Spielminute ), zur Halbzeit völlig verdient mit 2:0.
2. Akt:
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts machte die ERGI erwartungsgemäß mächtig Druck und erzielte in der 31. Minute durch Fonseca den Anschlusstreffer zum 1:2.
Als Lukas Lemkamp noch in der gleichen Minute nach einer harmlosen Attacke gegen Nunez, der daraufhin gekonnt und spektakulär zu Boden ging, die erste Blaue Karte des Spiels sah, versenkte wiederum Fonseca den folgenden Strafstoß zum Ausgleich. Nachdem dann Milewski nur eine Minute später die nun etwas unkonzentrierte RESG-Abwehr mit seinem Treffer zum 3:2 geschockt hatte, war das Spiel erstmals zu Gunsten der Gastgeber gedreht. Zu allem Überfluss sah Pedro Queirós nach einem normalen Rempler sofort danach auch noch „Blau“. Fonseca setzte den folgenden „Direkten“ glücklicherweise nur an den Innenpfosten, jedoch mussten die Roten Teufel die nächsten Minuten in Unterzahl agieren. In dieser Phase brach dann plötzlich das Chaos am Hemberg aus:
Vom Zeitnehmertisch ertönte nach Ablauf der Strafzeit von Lemkamp die Ansage:
„Spieler frei“. Trainer Quim Puigvert schickte Stefan Jostmeier scheinbar zu früh zum Auffüllen seiner Mannschaft aufs Feld. Zum Hauptdarsteller avancierte nun Schiedsrichter Thomas Ullrich aus Remscheid. Zunächst unterbrach er das Spiel und nach kurzer Diskussion am Zeitnehmertisch zeigt er RESG-Trainer Puigvert und dem Spieler Stefan Jostmeier zum Kopfschütteln der meisten Zuschauer und Entsetzen der Walsumer die Rote Karte und schwächt damit die Roten Teufel entscheidend.
Die katastrophalen Folgen: Ein weiterer Strafstoß für die ERGI, den Tobi Wahlen glänzend pariert und weitere fünf Minuten Strafzeit für einen RESG –Spieler als Strafe für den Trainer, sowie sofortiges 2:4 - Unterzahlspiel. Teufelskerl Tobi Wahlen und eine gehörige Portion Glück bewahrten die Roten Teufel zunächst vor einem höheren Rückstand.
In der 34. Minute hatten die aufgedrehten Iserlohner dann die bis dahin tapfer kämpfende Walsumer Rumpftruppe durch einen Treffer von Pereira erneut zum 4:2 überwunden und das Spiel schien entschieden.
Noch in Unterzahlsituation bahnt sich eine wahnsinnige Aufholjagd der Roten Teufel an, die nun eine unglaubliche Moral und Trotzreaktion zeigten.
Sebastian Haas gelingt nach einem tollen Alleingang nur eine Minute später der Anschlusstreffer, drei Minuten später verdaddelt Milewski einen Freistoß nach dem 10. RESG-Teamfoul. Die RESG-Fans rasten aus, wittern Morgenluft und peitschen Ihre Mannschaft nach vorne, die nun wieder besonnen und abgeklärt aufspielt. Pedro Queirós markiert in der 39. Minute den umjubelten 4:4 Ausgleichstreffer und stellt in der 46. Minute nach einem Konter über Landsmann da Silva mit dem 5:4 für Walsum den Spielverlauf der zweiten Halbzeit auf den Kopf. Die Iserlohner waren geschockt und aus dem Spiel heraus nicht mehr in der Lage noch einmal zurück zu kommen. Erst ein erneuter, wieder umstrittener Penalty zwei Minuten vor dem Ende der Partie brachte den glücklichen 5:5 Ausgleich für die Gastgeber. Wahlen hatte den Strafstoß zunächst gehalten, die Kugel rollte jedoch noch unglücklich über die Linie.
Nach dem Schlusspfiff ohne Sieger folgte den Regeln nach eine zweimal fünfminütige Verlängerung.
3. Akt:
Vorsichtig und hoch konzentriert begannen die Rivalen dann die erste Halbzeit der Verlängerung. Immer wieder standen beide Torhüter im Focus, das golden Goal wollte jedoch im ersten Teil der Nachspielzeit noch nicht fallen.
Beim unveränderten Stande von 5:5 und einem Teamfoulstand von 8:14 brach die zweite Halbzeit der Verlängerung an. Sollte tatsächlich ein Strafstoß dieses verrückte Spiel entscheiden?
4. Akt:
Entschlossen und druckvoll startete die ERGI in die Schlussphase. Die abgekämpften Teufel währten sich tapfer, bis Pereira in der 56. Spielminute den Walsumern den endgültigen Todesstoß versetzt.
Während die Waldstädter den eigentlich unverdienten Sieg wie eine Meisterschaft feierten, rollten die Roten Teufel nach einem großartigen Spiel mit Tränen in den Augen an die Bande, fanden sich kurz darauf aber zur Freude der Fans wieder auf dem Feld zu einem Schlachtruf zusammen und schworen sich für die neue Saison ein.
Allen RESG-Anhängern ist nach den letzten starken Saisonspielen klar geworden:
Bleibt das Team so zusammen und kehrt ein gesunder Philipp Kluge bald wieder zurück in den Kader, ist im nächsten Jahr wieder mit Rollhockey auf höchstem Niveau in Walsum zu rechnen.

RESG –Kader in Iserlohn:
Lorz, Wahlen, Lemkamp, Chr. Nusch, Da Silva (2), Queirós (2), Haas (1), St. Jostmeier,
Kulossek, Quabeck

Torfolge:
0:1 Da Silva (8.Penalty), 0:2 Da Silva (8.), 1:2 Fonseca (31.), 2:2 Fonseca ( 31. Strafstoß ),
3:2 Milewski (32.), 4:2 Pereira (34.), 4:3 Haas (35.), 4:4 Queirós (39.), 4:5 Queirós (46.),
5:5 Henke (48. Penalty), 6:5 Pereira (56.Minute).

Schiedsrichter: Thomas Ullrich, Daniel Löwe

Autor:

Harald Quabeck aus Duisburg

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