Duisburger Werkkiste
Gäste bauten mit Jugendlichen symbolische Brücke

Die "Brückenbauer" Jens Geier, Sören Link, Frank Börner, Stephan Koch und Thomas Krützberg
  • Die "Brückenbauer" Jens Geier, Sören Link, Frank Börner, Stephan Koch und Thomas Krützberg
  • Foto: Stadtkirche Duisburg
  • hochgeladen von Eva Wieczorek-Auer

Die Duisburger Werkkiste hat am vergangenen Freitag, 22. März 2019 alles richtig gemacht. Ihr Geschäftsführer Norbert Geier hatte zu seinem Aktionstag „Hände reichen – Brücken bauen. Jugend braucht Perspektiven in Europa“ nicht nur für einen strahlenden Frühlingshimmel über Bruckhausen gesorgt, er hatte auch gemeinsam mit seiner Werkkisten-Mannschaft ein tolles Programm zusammengestellt. Und das sorgte dafür, dass über zwei Stunden beste Gesprächsbrücken zwischen den Gästen aus Politik, Verwaltung und Kirche mit den jungen Frauen und Männern der Werkkiste entstanden. Das erlebt man auch nicht alle Tage.

Dabei drehte sich tatsächlich alles um das Thema „Brücken bauen“: Brücken zueinander, zwischen Gegenwart und Vergangenheit und über Ländergrenzen hinweg nach ganz Europa. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es galt, gemeinsam eine zwei Meter hohe sog. Leonardo-Brücke aus Kanthölzern mit einer Spannweite von 9 Metern zu errichten, die frei tagend ohne Schrauben, Nägel und Dübel auskommen sollte. Das gelang − man muss es zugeben − Oberbürgermeister Sören Link, dem Europaabgeordneten Jens Geier, dem Landtagsabgeordneten Frank Börner, dem Beigeordneten Thomas Krützberg sowie Diakon Stephan Koch als Vertreter der katholische Stadtkirche erst im zweiten Anlauf. Denn beim ersten Mal brach die Brücke trotz der intensiven Hilfe durch die jungen Leute der Werkkiste, kurz nachdem der letzte Balken auflage, gleich wieder ein und musste ein weiteren Mal errichtet werden.

Europa selbst ist Brückenbauer

„Besser kann man das, was wir für, in und mit Europa tun, gar nicht darstellen“, meinte anschließend Jens Geier und erinnerte daran, dass Arbeit, Handel, Kultur sowie sozialer Zusammenhalt in Europa keine Selbstverständlichkeit seien, sondern immer wieder neu aufgebaut oder stabililsiert werden müssten.
Europa selbst ist ein BrückenbauerNeben allem Spaß am Brücken bauen und der symbolischen Bedeutung des Ganzen ging es an diesem Vormittag aber auch ganz konkret darum, welche Vorteile die europäische Union für Duisburg und seine Menschen hat. Diese Frage richtete Norbert Geier bei einer anschließenden Podiumsdiskussion nicht nur an seine Gäste sondern auch an die anwesenden jungen Frauen und Männer „seiner“ Werkkiste. Eine Antwort hatten alle: „Europa bedeutet offene Grenzen, eine gemeinsame Währung und den freien Handel zwischen allen derzeit noch 28 Staaten, von dem zum Beispiel der Duisburger Hafen immens profitiert.“ Und dann sei Europa aber auch selbst ein guter Brückenbauer von einem Land zum anderen, betonte Frank Börner: „Viele Jugendaustauschprogramme sind nur durchführbar, weil sie mit EU-Geldern finanziert werden. Auch das ist keine Selbstverändlichkeit.“

Auch in Duisburg selbst wäre vieles ohne die finanzielle Unterstützung mittels EU-Fördergeldern so nicht möglich gewesen, erfuhren die jungen Leute. Jens Geier erinnerte in diesem Zusammenhang vor allem an den Rückbau des aufgegebenen Stahlwerks in Rheinhausen und den anschließenden Aufbau der neuen Logistikdrehscheibe Logport, was beides ohne EU-Förderung so nicht möglich gewesen wäre. Und Thomas Krützberg berichtete von einem aktuell sehr konkreten Projekt in der Stadt, dem neuen Jugendzentrum in Hochfeld, dessen Bau erst dank einer 90 prozentigen EU-Förderung möglich geworden sei.

Autor:

Eva Wieczorek-Auer aus Duisburg

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