Eindrucksvolle Bilder von Sabine Gerards im Schlösschen
Light-Painting

Wenn andere den Feierabend auf der Couch genießen oder schon sanft im Reich der Träume schlummern, dann entfacht in Sabine Gerards die Leidenschaft. Sie liebt die Dunkelheit, ist sie doch ausschlaggebend für ihr außergewöhnliches Hobby: Light Painting.

Light-Painting? Da runzelt der ein oder andere sicherlich die Stirn. Man braucht dafür jedenfalls keine Farben und Pinsel, sondern eher eine Kamera und andere Utensilien. Denn Light-Painting ist eine fotografische Technik aus der Langzeitbelichtung, in welcher Fotografien in der Regel bei Dunkelheit oder in abgedunkelten Räumen durch die Bewegung einer Lichtquelle gemacht werden. "Es ist kein ganz gewöhnliches Hobby", bemerkt dann auch Sabine Gerards, die ihre Werke unter der Überschrift "The other side of Dark" (Die andere Seite der Dunkelheit) am 2. Februar im Schlösschen Borghees ausstellt.
Wie steht es doch so schön auf der Einladungskarte: "Wo Licht ist, ist Schatten. Und in der tiefsten Dunkelheit gibt es leuchtende Momente, die jeder auf die ein oder andere Art für sich erkennen muss. Besser könnte man es kaum beschreiben. Die gebürtige Emmericherin, die ihre Momente schon immer lieber mit der Kamera statt mit Block und Bleistift einfing, hat sich schon früh mit der Fotografie beschäftigt. Doch einfach nur auf den Auslöser drücken, das wollte sie dann doch nicht. Und so entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Außergewöhnliche.
Dafür fährt sie in der Dunkelheit zu abgelegenen Orten, stillgelegten Industriebrachen, Unterführungen. Eben jene Lokalitäten, die sich für ein ganz besonderes Foto eignen. Dort gestaltet sie dann ihre Fotos. "Meistens bin ich mit zwei, drei Leuten unterwegs, am Rhein, im Rheinpark oder einem Kieswerk." Manches Mal sind es aber auch zufällige Begegnungen, die einen Ort interessant machen. Wie eine Fußgängerbrücke in der Nähe von Arnheim, die sich wunderbar für ein ganz besonderes Motiv eignete: Glühende Stahlwolle regnet auf einen Regenschirm herab - ein faszinierendes Bild. Taschenlampen, Stahlwolle und ein Schneebesen gehörten dabei zu den unverzichtbaren Utensilien.
"Das Schöne an der Arbeit ist, ich kann mein eigenes Bild kreieren. Dabei will ich sie gar nicht am Computer mit einem Fotoprogramm bearbeiten. Sie werden maximal beschnitten und auf Leinwand produziert." Dabei wird eigentlich alles, was in irgendeiner Form leuchtet, ausprobiert. "Jedi-Leuchtschwerter sind sehr beliebt." Bei ihren Aufnahmen kam es in der Vergangenheit allerdings auch schon mal zu ungewollten Begegnungen - zum Beispiel mit der Polizei. "Ein Nachbar hatte die Polizei mal informiert, weil er ein paar Lichtkegel gesehen hatte. Mittlerweile rufen wir die Polizei im Vorfeld an, wenn wir unterwegs sind."
23 Werke stellt Sabine Gerards im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kunst&Klassik im Schlösschen Borghees" aus. Eröffnet wird sie am 2. Februar um 11.30 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 29. März, immer sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet, sowie an allen weiteren Veranstaltungstagen. Den klassischen Part übernehmen die beiden Gitarristen Airam de Vera und Wang Lipeng. Sabine Gerards mit einem ihrer Werke, die sie im Schlösschen Borghees ausstellt. Foto: Jörg Terbrüggen

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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