Sorgfältige Gefährdungsabschätzung wird gefordert
BUND erkennt Gefahr nach Brand in Bergeborbeck

Wie giftig waren die Rauchwolken, die am Dienstag letzter Woche über der Straße Zur Halbinsel aufstiegen? Foto: Feuerwehr
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Der Großbrand am letzten Dienstag in der Bergeborbecker Straße Zur Halbinsel (der Lokalkompass berichtete) und die schnelle Meldung der Feuerwehr, dass Gesundheitsgefahren ausgeschlossen werden können, ruft bei der Kreisgruppe Essen des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bedenken hervor.

Es sei den Experten der hiesigen Kreisgruppe unbegreiflich, wie innerhalb weniger Minuten von Seiten der Feuerwehr Gesundheitsgefahren ausgeschlossen werden können – eine Dioxin-Messung sei sehr aufwendig und dauert im Labor mehrere Tage. „Es ist jetzt unabdingbar“, so die BUND-Kreissprecherin Marie-Rose Joos, „dass die zuständigen Behörden von Stadt und gegebenenfalls Bezirksregierung anhand von Boden- und Wasserproben eine sorgfältige Gefährdungsabschätzung vornehmen und unter Umständen ein Verzehrverbot für die nur wenige Hundert Meter entfernten Kleingärten aussprechen. Dabei muss auch schnellstens ein Angelverbot überprüft werden, falls das mit Schadstoffen und Löschschäumen kontaminierte Löschwasser in den Rhein-Herne-Kanal geflossen ist“.

Die BUND-Kreisgruppe fordert die städtische Genehmigungsbehörde und auch die Bezirksregierung in Düsseldorf auf, einen geeigneten Brandschutz auf dem Betriebsgelände anzuordnen, alternativ den Umgang zumindest mit gefährlichen Abfällen zu untersagen.

Recherchen des BUND haben ergeben, dass die vom Brand betroffene Abfallbehandlungsanlage eine Genehmigung besitzt, auf ihrem Gelände mit gefährlichen Abfällen umzugehen. Dazu zählen beispielsweise Batterien, die mit hochtoxischen Schwermetallen wie Quecksilber, Blei, Nickel und Cadmium belastet sind, gefährliche Abfälle aus Abgasbehandlungsanlagen und Kabel, die Öl, Kohlenteer oder andere gefährliche Stoffe enthalten. "Die laut Feuerwehr unter anderem in Brand geratenen Berge von Teppichresten, lassen vermuten, dass das Schadstoffinventar auf dem Gelände mit Rückständen von PCB-haltigen Klebern angereichert ist. Zusammen mit unserer Auffassung nach nicht auszuschließenden PVC-Rückständen aus Teppichböden kann sich bei Brandereignissen wie an diesem Dienstag das bekannte Seveso-Gift Dioxin bilden", so Marie-Rose Joos.

Autor:

Marc Keiterling aus Mülheim an der Ruhr

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