Keiner kümmert sich um schrottreifes Auto auf dem Parkstreifen

Peter Fischer: der schrottreife Wagen vor seiner Haustür ärgert ihn. Und dass auf seine Anrufe beim Ordnungsamt der Stadt Essen bislang nicht reagiert wurde.
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  • hochgeladen von Christa Herlinger

Der Anblick regt Peter Fischer noch immer auf. Obwohl, so könnte man meinen, inzwischen dürfte sich der Bocholder doch an den schrottreifen BMW vor seiner Haustür an der Hagenbecker Bahn 4 gewöhnt haben. Schließlich steht der augenscheinlich bei einem Unfall stark in Mitleidenschaft gezogene Wagen bereits seit mehr als sechs Wochen an Ort und Stelle.

"Zu bewegen ist der nicht mehr", erklärt Fischer mit einem Blick. Und nicht nur der Plattfuß auf der Beifahrerseite spricht dafür. Die Airbags sind ausgelöst, die Beifahrerseite über die komplette Länge zerbeult, Zierleisten sind abgerissen und auch die Stoßstange hat bei dem Crash einiges abbekommen.
"Zuerst dachte ich, der Wagen sei nur kurzfristig hier abgestellt worden. Schließlich wurde er in den Nachtstunden hier geparkt und nach einem Unfall ist das ja durchaus legitim", erinnert sich Fischer an seine Hoffnung, ein Abschleppunternehmer werde sich zeitnah des Problems annehmen. Doch das war ein Trugschluss. Nach ein paar Tagen Leerlauf war das schrottreife Auto plötzlich abgemeldet. Der Hausbesitzer reagiert, informiert das Ordnungsamt.

Scharfe Kanten sind nicht ganz ungefährlich

Dort müsste man die Rufnummer des Bocholders inzwischen kennen. Denn Fischer hat nicht nur einmal nachgefragt. Passiert ist noch nichts. "Ich werde immer nur damit vertröstet, dass es nicht genug Personal gebe, man den Fall aber weitergibt und sich jemand kümmert." Bis dato hat Peter Fischer davon allerdings noch nichts bemerkt. Und seine Geduld scheint sich verständlicherweise auch langsam dem Ende entgegenzuneigen. "Nicht nur, dass es ein Unding ist, sein Auto zu Schrott zu fahren und dann einfach irgendwo stehen zu lassen, durch die abgerissene Stoßstange ist das Ding ja auch nicht ganz ungefährlich." Nicht für Fischer und die anderen Nachbarn. Aber unter Umständen für die kleinen Besucher der Kindertagesgruppe, die sich in der linken Haushälfte der Fischers ein Erdmännchennest gebaut haben. "Die Kinder finden das Auto spannend, können sich aber an den scharfen Kanten durchaus weh tun", so der Hausbesitzer.

Verwaltung ist auf Meldungen angeweisen

Jasmin Trilling, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Essen, bittet die Bürger um Durchhaltevermögen. "Es kann schon einmal dauern, ehe Mitarbeiterkapazitäten für derartige Probleme zur Verfügung stehen." Dennoch sei die Stadt mit ihren 1.500 Kilometern Straßennetz auf die Meldungen der Bürger angewiesen. Die sollten nach Möglichkeit sehr genau formuliert werden. "Damit klar ist, welcher Fachbereich zuständig ist. Also neben Standort und Beschreibung des Fahrzeugzustands ist die Nennung von Gefahrenquellen (auslaufende Flüssigkeiten oder spitze Schnittkanten etc.) wichtig." Die Meldung kann per E-Mail an ordnungsamt@essen.de erfolgen. 

Inzwischen hat die Verwaltung reagiert. Der Parkplatz vor Peter Fischers Haustür ist wieder frei. Das Auto wurde abgeschleppt: 

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