Historisches im Bürgerfunk auf Radio Essen -
Das literarische Erbe des Kapp-Putschs vom März 1920 - Sturm auf Essen

Frühere Buchhandlung "Buchhaus Altenessen" am Karlsplatz vor mehr als 10 Jahren. Abend einer Lesung aus Hans Marchwitzas Romanen angesichts der am CDU-Widerstand gescheiterten Versuche der Grünen, eine kleine Strasse im Universitätsviertel nach dem Arbeiterschriftsteller zu benennen.
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  • Frühere Buchhandlung "Buchhaus Altenessen" am Karlsplatz vor mehr als 10 Jahren. Abend einer Lesung aus Hans Marchwitzas Romanen angesichts der am CDU-Widerstand gescheiterten Versuche der Grünen, eine kleine Strasse im Universitätsviertel nach dem Arbeiterschriftsteller zu benennen.
  • Foto: W-wan
  • hochgeladen von Walter Wandtke

Bürgerfunk & Literatur auf Radio Essen:
13. Juni 19.04 Uhr und 14. Juni 21.04 Uhr

Der Roman "Sturm auf Essen" und sein Autor Hans Marchwitza
In der Bürgerfunkreihe des Medienzentrums Ruhr e.V. zu den Auswirkungen des rechten Kapp-Lüttwitz Militärputsches vom 13. März 1920 wird es jetzt literarisch. Der Roman "Sturm auf Essen" des Stoppenberger Bergarbeiters Hans Marchwitza war 1930 zum 10. Jahrestag des letztlich gescheiterten Militärputschs erstmals gedruckt worden. Seitdem hat er viele Neuauflagen, aber auch Überarbeitungen erlebt.
Marchwitza hatte nach dem Verbot seiner Bücher, der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und dem Exil in den USA seine Nachkriegsheimat in der DDR gefunden. Dort wurde er Nationalpreisträger und eine Art Vorzeige Arbeiterschriftsteller. Diese Biographie führte dann dazu , dass er in Essen stadtoffiziell ignoriert wird, offizielle Gedenktafeln durch die Stadt oder ähnliches waren bisher unerwüscht.

Zu unrecht vergessenes Buch revolutionärer Zeiten

Sein Erstlingssroman "Sturm auf Essen" wird jetzt aber in zwei Sendungen des Medienzentrums Ruhr mit Textauszügen und biografischen Daten vorgestellt. Der Roman stellt sowohl die bewegten Zeiten seit dem November 1918, die wochenlangen Kämpfe gegen die rechten Freikorpsbrigaden im Frühjahr 1920 im Ruhrgebiet, wie schließlich auch die Repression der Militärbesetzug bis zum Sommer 1920 dar.
Nach dem Scheitern des Widerstands der "Roten Ruhrarmee", wurde das Ruhrgebiet schließlich für Monate von ehemaligen Putschistentruppen besetzt;  seit April 1920 allerdings im Auftrag der in Berlin wieder ins Amt gekommenen Reichsregierung.
Hans Marchwitzas Auseinandersetzung mit dem Kapp-Putsch aus der Arbeitersicht des damals noch nicht zur Stadt Essen gehörenden Vororts Stoppenberg wurde sogar in andere Sprachen übersetzt. Nicht nur in der DDR,  auch in Westdeutschland gab es insbesondere in den 60&70ziger Jahren zur Zeiten der Studentenbewegung viele Neuauflagen seiner Bücher.
Hans Marchwitza wurde im Juni 1890 in Scharley in Oberschlesien geboren und erlernte im dortigen Kohlenrevier auch das Bergmannshandwerk. Gestorben ist Marchwitza Anfang 1965 in Potsdam, bis heute gibt es in den Städten der ehemaligen DDR viele Straßen, Schulen und auch Jugendclubs, die seinen Namen tragen. Mit Essen und dem Ruhrgebiet verbunden ist Hans Marchwitza, weil er 1910 aus dem oberschlesischen Bergarbeitergebiet in den viel besser bezahlten goldenen Westen immigrierte, sozusagen als junger Arbeitsmigrant innerhalb des deutschen Kaiserreichs zu uns zog.

Sendezeiten

Die Sendungen zum Thema "Kapp-Putsch in der Literatur" werden im Bürgerfunk von Radio Essen am Sonntag, dem 13.Juni (19.04 – 19.55 Uhr) & Montag 14. Juni ( 21.04 - 21.55 Uhr) ausgestrahlt.
Aktuell geplant ist eine weitere Sendung mit dem Vortrag des früheren Stadtarchivleiters Dr. Wysotzky, die er zum 90 Jahrestag des Kapp-Putsches gehalten hatte (Sendetermin steht noch nicht fest)

Autor:

Walter Wandtke aus Essen-Nord

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