Neubauten für die Frida-Levy Gesamtschule!
Schüler*innen kämpfen für die Zukunft ihrer Schule

Transparente für die Zukunft der Frida-Levy-Gesamtschule an der Kreuzung Hache/Varnhorststrasse.Hier auf dem leeren städtischen Grundsrück sollte ein neues Schulgebäude entstehen und nicht noch ein weiteres austauschbares privates Bürogebäude.
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  • Transparente für die Zukunft der Frida-Levy-Gesamtschule an der Kreuzung Hache/Varnhorststrasse.Hier auf dem leeren städtischen Grundsrück sollte ein neues Schulgebäude entstehen und nicht noch ein weiteres austauschbares privates Bürogebäude.
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Rund um die Gitter an der ausgeschachteten Baugrube des früheren VHS-Grundstücks an der Hachestrasse  ist derzeit ein buntes Bild zu erleben. Dutzende Transparente und Plakate fordern den zumindest (Teil)Neubau der Frida-Levy-Gesamtschule mit ihren Standorten an der Varnhorst- und der Hofterbergstrasse. 
Der völlig marode Zustand großer Bauteile des früheren Humboldt-Gymnasiums ist seit vielen Jahren bekannt. Trotzdem wurden durch die Stadt Investitionen für diese Schule immer wieder auf die lange Bank geschoben. Schuljahr für Schuljahr hat Frida-Levy aber erheblich mehr Anmeldungen zu verzeichnen, als von ihren räumlich-personellen Möglichkeiten dort unterrichtet werden können.

Gesamtschulen der Stadt kämpfen mit marodem Bauzustand

In Essen wollen erheblich mehr Kinder und Jugendliche auf Gesamtschulen lernen, als die Stadt in diesem Schultyp Plätze anbietet. An die 200 Anmeldungen konnten zum letzten Einschulungstermin zur Sekundarstufe I - also der 5. Klasse nicht berücksichtigt werden. Diese Kinder lernen jetzt auf Haupt- oder Realschulen, obwohl sie diesen Schultyp nicht gewählt haben. An mehreren essener Gymnasien sind stattdessen auch in diesen Schuljahr wieder Plätze freigeblieben. Viele der Gesamtschulen sind aber bereits bis zur Oberkante voll. Die Essener Gesamtschulen können deshalb auch keine nach der Erprobungsstufe aus den Gymnasien wieder abgeschulte Schüler*innen aufnehmen, weil dafür die Klassen viel zu voll sind. Das alles muß vielerorts in sehr schlechter, dringend sanierungsbedürftiger Bausubstanz stattfinden.
Die pädagogische Lücke nach der schnellen Schließung der früheren Gesamtschule-Süd an der Frankenstrasse wird erst in einigen Jahren wieder mit einem neuen Schulangebot gefüllt werden.

Investitionen vorrangig für andere Schultypen

Ersatzbauwerk
Zwar wird aktuell die Gustav-Heinemann Gesamtschule neu gebaut, nachdem sich die Bausubstanz des jetzigen Gebäudes als nicht mehr sanierbar erwiesen hat. Ansonsten drehen sich an den Essener Gesamtschulen aber noch keine Baukräne. Die sogenannte Task Force I und II, mit ihren Investitionen für schnell fertigzustellende Schulcontainer-Modulen geht nach Beschlüssen von CDU/SPD leider völlig an den Gesamtschulen vorbei.
Für die Gesamtschule Bockmühle wird seit Jahren über mögliche neue Schulkonzepte gestritten,  ebenso wie es noch keine Baupläne für eine Gesamtschule an der Erbslöhstrasse in Altenessen-Süd gibt. Ausbauten für die Gesamtschule-Nord in Vogelheim oder Borbeck sind erst mal nicht bekannt. Die Erich-Kästner-Gesamtschule an der Wolfskuhle in Steele mit ihren fast 900 Schüler*innen steht aktuell vor einem planerischen Scherbenhaufen. Wenige Monate vor dem neuen Schuljahr, zu dem ihre Nutzung von Gebäudetrakten der früheren Gesamtschule-Süd an der Frankstrasse vorgesehen war, muß alles umgeplant werden. Genauere Untersuchungen der städtischen Bauverwaltung ergaben kurzfristig, dass am neuen Standort wesentliche Fassadenteile ausgetauscht werden müssen. Weder in diesem, noch im nächsten Jahr wird also wegen massiver Bauarbeiten Unterricht am Standort Frankenstrasse möglich sein. Wie die Erich Kästner-Gesamtschule diese Zeit ohne pädagogische Qualitätsverluste durchstehen soll, bleibt eine kaum lösbare Aufgabe.

Beispielhafter Schul(Bau)kampf in der Stadtmitte

Die Schüler und Schülerinner der Frida-Levy-Gesamtschule kämpfen aber mit allem Recht jetzt für Investitionen in ihre Schule. Hier am Hauptbahnhof mit Transparenten, in den letzten Jahren aber auch mit Demonstrationen und Trillerpfeifen vor dem Rathaus. Besonders heftig waren die Proteste, als das freie städtische Grundstück direkt neben ihrer Schule für ein Büroprojekt verkauft wurde, und weiterhin keine fixierten Termine für Investitionen in ihre Schule vorgelegt wurden. Dieses für die Stadt finanziell attraktive private Bauprojekt ist seit geraumer Zeit geplatzt.  Investitionen in Schule kosten stattdesen im ersten Schritt natürlich Geld. Langfristig lebt unsere Gesellschaft aber von modernen Schulbauten, in denen Schüler*innen wie Lehrkräfte intensiv, inklusiv wie auch solidarisch lernen können.
Wir dürfen diese Schüler*innen-Offensive sicher auch als Kampf sehen, der die Verbesserung aller Gesamtschulen in der Stadt vorantreiben kann. Deshalb haben sie von den Bürger*innen und Parteien in Essen alle Unterstützung verdient - gleich ob mensch in Steele, Vogelheim, Borbeck oder Altendorf wohnt.

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