Geduldeten Chancen geben

Sahra Camal (KAUSA Servicestelle), Stefan Lüger (Essener Ausländerbehörde), Kathrin Richter (ProAsyl), Bodo Kalveram (JobService Essen), Achim-Gerhard Kemper (ProAsyl), Tanja Langhans, Dr. Britta Schröder (TalentMetropole Ruhr), Cem Sentürk (KAUSA Servicestelle) (v.l.) freuen sich über die Zusammenarbeit für eine chancenreiche Integration. Foto: Nils Krüger
  • Sahra Camal (KAUSA Servicestelle), Stefan Lüger (Essener Ausländerbehörde), Kathrin Richter (ProAsyl), Bodo Kalveram (JobService Essen), Achim-Gerhard Kemper (ProAsyl), Tanja Langhans, Dr. Britta Schröder (TalentMetropole Ruhr), Cem Sentürk (KAUSA Servicestelle) (v.l.) freuen sich über die Zusammenarbeit für eine chancenreiche Integration. Foto: Nils Krüger
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Mit einem neuen Leitfaden sollen Arbeitgeber und geduldete Flüchtlinge zueinandergeführt werden. Auf diese Weise entstehen Chancen für Jeden.

Geduldete Flüchtlinge haben es schwerer als ihre schon anerkannten Leidensgenossen. Oft ist eine Duldung auf eine kurze Zeit beschränkt. Danach werden die Flüchtlinge zurückgeschickt. Doch aussichtslos ist diese Situation nicht. Es gibt Möglichkeiten, um in Deutschland Fuß zu fassen und die Zeit der Duldung zu verlängern.
Die 3+2 Regelung im Integrationsgesetz ermöglicht eine erweiterte Duldung für die Dauer einer Berufsausbildung. Dazu kommt eine Aufenthaltsgenehmigung von zwei Jahren für eine Ausübung des erlernten Berufs.
Leider ist sowohl den betroffenen Flüchtlingen, als auch den meisten Arbeitgebern diese Chance nicht ausreichend bekannt. Aus diesem Grund fand sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus der Agentur für Arbeit, der Ausländerbehörde der Stadt Essen, dem Jobcenter Essen, ProAsyl/dem Flüchtlingsrat Essen e.V. und der KAUSA Servicestelle Essen zusammen. „Es ist erfreulich, dass alle sofort bereit waren zusammenzuarbeiten“, freut sich Kathrin Richter, Vorstandsvorsitzende von ProAsyl. Das Ergebnis ist ein Leitfaden in Form eines Flyers, der die Informations- und Kommunikationsstruktur verbessern soll und zur Orientierung dient. Die Druckkosten und die Förderung von weiteren Angeboten werden von der Talentmetropole Ruhr getragen. Weitere beratende Unterstützung leistet die Kreisstelle Essen der Ärztekammer Nordrhein.

Verschiedene Akteure, gemeinsame Hilfe

Neben dem Leitfaden bieten die verschiedenen Institutionen und Hilfsorganisationen unterschiedliche Unterstützung für Arbeitgeber und geduldete Flüchtlinge an. ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. ist die Anlaufstelle für eine rechtliche Beratung für Geduldete. Um die Ausbildungsduldung in Anspruch nehmen zu können müssen Voraussetzungen erfüllt sein, die bei der rechtlichen Beratung geprüft werden können. Auch die KAUSA Servicestelle Essen steht mit einem mehrsprachigen und interkulturellen Beratungsangebot für Geduldete und Betriebe zur Verfügung.
Die Agentur für Arbeit und das JobCenter Essen sehen in der Ausbildungsduldung eine Sicherheit für Betriebe. Durch die Festigung des Duldungsstatus können Betriebe Bedenken vor einer frühzeitigen Abschiebung ausklammern. Bodo Kalveram, Leiter des JobService Essen, sieht hier eine Möglichkeit mit den motivierten und talentierten geduldeten Flüchtlingen dem Fachkräfteengpass entgegenzusteuern. „Es ist eine wunderbare Chance zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.“ Durch eine Integration in die Arbeitswelt wird Kalveram zufolge gleichzeitig ein großer Schritt zur Integration in die Gesellschaft gemacht.
Doch mit diesen Angeboten soll die Arbeitsgruppe nicht an ihr Ende gekommen sein. „Wir wollen mit der Arbeitsgruppe weiterhin am Ball bleiben“, beteuert Cem Sentürk, Leiter der KAUSA Servicestelle.

Autor:

Nils Krüger aus Essen-Süd

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