Versteckte Kamera: Videoüberwachung auf dem Friedhof - mit Kommentar

„Letzte Ruhestörung: Wie vorgehen gegen den Edelmetallklau auf Friedhöfen?“ - diese Frage stellte der Nord Anzeiger im Juni. Da beschäftigte sich Grün und Gruga bereits mit den rechtlichen Grundlagen für eine Videobewachung.

Inzwischen sind der Parkfriedhof in Steele und der Friedhof Rellinghausen „auf Sendung“. Der Nordfriedhof in Altenessen und der Schonnebecker Friedhof am Hallo sollen in den nächsten Tagen folgen, berichtet Klaus-Peter Grütz, Verwaltungsleiter bei Grün und Gruga. Schließlich lägen die Spezialkameras mit Bewegungssensoren „nicht einfach so im Regal“.

Genauere Details zu den Überwachungssystemen verrät Grütz verständlicherweise nicht. Nur so viel: „Tagsüber erfasst die Kamera alles, was das menschliche Auge erfasst. In der Nacht weist sie eine Reichweite von mehreren zehn Metern auf.“

In der Hoffnung, dass die bloße Anwesenheit von technischem Überwachungsgerät abschreckend wirkt. Der Sachgebietsleiter für Friedhöfe, Hans-Joachim Hüser, verwies damals bei der ersten Anfrage auf „265 Hektar und 200 Kilometer Friedhofswege“, die es zu überwachen gilt.
Reguläre Friedhofsbesucher sollen sich dagegen nicht abschrecken lassen. Im Abstimmung mit dem Datenschutz „werden die Aufnahmen nach Ansicht gelöscht“, betont Klaus-Peter Grütz.

Kommentar:

So weit ist es gekommen: Friedhöfe werden per Kamera überwacht. Doch was sind die Alternativen? Einen Wachdienst, den kann und will die Stadt nicht bezahlen. Eine Schließung der Friedhöfe? Dass die Friedhofstore zu Nachtzeiten offen bleiben, hat seine Gründe - zumal kriminell veranlagte Naturen gerne auch mal den Hintereingang durch den Busch nehmen.
Umso schlimmer, dass nun jedem, der sich zu eher unüblicher Stunde auf den Friedhöfen aufhält, erst mal genauer auf die Finger geschaut wird. „Wer nachts auf dem Friedhof ist, kommt nicht zum Blumen gießen“, weiß Grütz. Aber vielleicht zum Trauern. Weil es der Job nicht anders zulässt. Oder weil man anderen Angehörigen nicht über den Weg laufen möchte...

So geht wieder ein weiteres Stück Privatsphäre verloren, diesmal sogar ein besonders heilliges. Doch wenn man sich mit Friedhofsgängern unterhält, sind sie mittlerweile bereit, darauf zu verzichten - in der Hoffnung, dass pietätlose Aasgeier künftig von Grabverzierungen lassen. Angesichts dieser Rücksichtlosigskeit bleibt wohl tatsächlich keine andere Wahl, oder was meinen Sie?

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